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Veröffentlicht am 08.11.2025 13:03

Sie pflegen seit 20 Jahren MS-Kranken: Mutter und Tochter aus Neuhof ausgezeichnet

Margareta Reiß und Silvia Heubeck (mit Urkunden) wurden von Regierungspräsidentin Dr. Kerstin Engelhardt-Blum (Zweite von links) geehrt. Zu den Gratulanten zählen auch Landtagsgeordneter Werner Stieglitz, Neuhofs Bügermeistern Claudia Wust und stellvertretende Landrätin Ruth Halbritter (rechts). (Foto: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention)
Margareta Reiß und Silvia Heubeck (mit Urkunden) wurden von Regierungspräsidentin Dr. Kerstin Engelhardt-Blum (Zweite von links) geehrt. Zu den Gratulanten zählen auch Landtagsgeordneter Werner Stieglitz, Neuhofs Bügermeistern Claudia Wust und stellvertretende Landrätin Ruth Halbritter (rechts). (Foto: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention)
Margareta Reiß und Silvia Heubeck (mit Urkunden) wurden von Regierungspräsidentin Dr. Kerstin Engelhardt-Blum (Zweite von links) geehrt. Zu den Gratulanten zählen auch Landtagsgeordneter Werner Stieglitz, Neuhofs Bügermeistern Claudia Wust und stellvertretende Landrätin Ruth Halbritter (rechts). (Foto: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention)

Es ist eine besondere Auszeichnung für eine besondere Leistung, die Margareta Reiß und ihrer Tochter Silvia Heubeck vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention in Nürnberg erhielten. Den beiden Frauen aus Neukatterbach wurde der „Weiße Engel” verliehen, für ihr großes Engagement in der häuslichen Pflege.

Seit 20 Jahren kümmern sie sich um den von MS (Multiple Sklerose), einer chronisch-entzündlichen Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems, betroffenen Sohn und Bruder. Der inzwischen 56-Jährige ist immer auf Hilfe angewiesen, braucht für fast alles Unterstützung. Dies zu leisten gelingt, da die ganze Familie zusammenhält, unterstützt und die Betreuung und Pflege gemeinsam stemmt, erzählen Margareta Reiß und Silvia Heubeck, dankbar für dieses gute Miteinander.

Im Alter von 26 Jahren wurde bei Günther Reiß MS diagnostiziert, erzählen die beiden Neukatterbacherinnen. Seit dieser Zeit nahmen seine Beschwerden kontinuierlich zu. Neben Mutter und Tochter, die maßgeblich die Pflege übernehmen, unterstützten viele andere Familienmitglieder. Silvia Heubecks Mann und die Kinder springen ebenso ein, wie Schwester Angelika Jakob nebst Familie und die Tochter ihres Bruders. „Es ist schön, dass wir uns immer auf die Familie verlassen können”, erklärt Margareta Reiß, die inzwischen schon mehrfache Uroma ist.

Umbau in Eigenleistung gemacht

Nachdem es Günther Reiß immer schlechter ging und er seine Wohnung im ersten Stock des elterlichen Anwesens nicht mehr über die Treppe erreichen konnte, beschloss man, ein ehemals landwirtschaftlich genutztes Nebengebäude auf den Anwesen zu einer barrierefreien Wohnung umzubauen, in der er sich auch mit seinem elektrischen Rollstuhl problemlos fortbewegen kann. So war es ihm möglich, weiterhin daheim wohnen zu bleiben. Seine Familie ist rund um die Uhr erreichbar und für ihn da.

„Wir haben den Umbau in Eigenleistung gemacht und uns auch um ein Auto gekümmert, in das der Rolli hineinpasst”, sagt Silvia Heubeck, die sich auch aller bürokratischen Belange annimmt. Ein nicht immer leichtes Unterfangen, das viel Durchhaltevermögen, Kraft und Hartnäckigkeit neben dem Beruf erfordert. Morgens kommt der Pflegedienst und hilft, den 56-Jährigen in seinen Rollstuhl zu setzen. Während die anderen Familienmitglieder arbeiten, kümmert sich seine inzwischen 82-jährige Mutter, kocht für ihn und leistet ihm Gesellschaft. Wenn es darum geht, ihn abends zu Bett zu bringen, unterstützen Enkel Timo und Tochter Silvia.

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Von 2018 bis 2020 pflegte Margareta Reiß mit Tochter Silvia auch ihren Mann, der an Hämochromatose, Eisenspeicherkrankheit genannt, erkrankt war. Dies war in der Corona-Zeit. „Das war schlimm, da niemand kommen konnte.” Ärzte hätten ebenfalls nicht für Hausbesuche vorbeigeschaut. Die Familie übernahm auch diese Pflege daheim. Auf die Einweisung in eine Klinik verzichtete man bewusst, wären doch zu Pandemiezeiten dann keine Besuche mehr möglich gewesen, ebenso wenig wie das Abschiednehmen am Lebensende.

Ganze Familie kümmert sich mit Liebe und Herzblut

„Eine ganze Familie kümmert sich hier mit Liebe und Herzblut um den 56-jährigen Günther, um ihm ein Leben auf dem heimischen Anwesen zu ermöglichen”, stellt Bürgermeisterin Claudia Wust in einem Schreiben fest, in dem sie Familie Reiß-Heubeck für einen „Weißen Engel“ beim Ministerium vorschlug. „Drei Generationen umsorgen seit Jahrzehnten ihren Sohn/Bruder/Onkel. Das verdient meiner Ansicht nach hohe Anerkennung.” Als Bürgermeisterin sei sie dankbar über solch eine wertvolle Auszeichnung für solch ein stilles Ehrenamt.

Umso mehr freute es sie, dass die Familie neben anderen Frauen und Männern, die sich ehrenamtlich in den Bereichen Gesundheit, Pflege und Prävention engagieren, im bayerischen Finanz- und Heimatministerium von Regierungspräsidentin Dr. Kerstin Engelhardt-Blum ausgezeichnet wurde. Zu diesem besonderen Festakt waren neben Bürgermeisterin Wust, stellvertretende Landrätin Ruth Halbritter und CSU-Landtagsabgeordneter Werner Stiegliz mit nach Nürnberg gekommen. Als weitere Bürgerin aus dem hiesigen Landkreis war zudem Angelika Stegmayer (Burgbernheim) geehrt worden.

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