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Veröffentlicht am 06.03.2026 15:00

So gut ist Neuendettelsau für den demografischen Wandel gerüstet

In Neuendettelsau wird bis 2039 die Anzahl der Frauen und Männer, die zwischen 65 und 74 Jahre alt sind, um 50 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019 ansteigen. (Foto: Evi Lemberger)
In Neuendettelsau wird bis 2039 die Anzahl der Frauen und Männer, die zwischen 65 und 74 Jahre alt sind, um 50 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019 ansteigen. (Foto: Evi Lemberger)
In Neuendettelsau wird bis 2039 die Anzahl der Frauen und Männer, die zwischen 65 und 74 Jahre alt sind, um 50 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019 ansteigen. (Foto: Evi Lemberger)

Der demografische Wandel trifft auch die Gemeinde Neuendettelsau. Deshalb hat die Verwaltung eine Befragung unter Seniorinnen und Senioren in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse wurden im Gemeinderat vorgestellt. Sie gelten als Grundlage für ein Seniorenkonzept.

Die Bürgerbefragung der Generation 60 plus hat die Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung (AfA) in Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat durchgeführt, wie Bürgermeister Christoph Schmoll (SPD) im Gemeinderat sagte. Die Ergebnisse stellte Konstantin Bauch von der Afa vor. Diese sollen die Basis für ein Seniorenkonzept sein.

Sehr hohe Quote bei den Rückläufern

Und diese Basis ist nach seinen Worten eine sehr gute. Denn von den etwa 2500 angeschriebenen Personen sind insgesamt 976 ausgefüllte Fragebögen zurückgekommen. Dies entspricht einer Rückläuferquote von rund 39 Prozent. „So eine hohe Quote haben wir nicht häufig”, sagte Bauch.

Dass es durchaus Sinn macht, ein Seniorenkonzept zu erarbeiten, zeigt laut den Worten des AfA-Vertreters die demografische Entwicklung in Neuendettelsau. „Die Zahl der Älteren wird deutlich steigen”, erklärte Bauch – von 20 auf 27 Prozent der Gemeindebevölkerung. Besonders auffällig ist der Bereich von 65 bis 74 Jahren. Hier wird es bis 2039 eine Steigerung um 50 Prozent, im Bereich 75 Jahre und älter um 40 Prozent geben.

Wohnformen in den Blick nehmen

Ganz taufrisch sind die Zahlen allerdings nicht. Die AfA hat für die Auswertung auf Zahlen des statistischen Landesamtes zurückgegriffen. Sie stammen aus dem Jahr 2019. Aktuellere Zahlen gibt es nicht, wie Konstantin Bauch darlegte.

„Wie kann selbstbestimmtes und bedarfsgerechtes Wohnen im Alter in Neuendettelsau sichergestellt und gestaltet werden?” Darauf sollte die Befragung Antworten liefern. Die Verantwortlichen haben sich dafür verschiedene Bereiche angesehen. Einer davon war das Thema Wohnen.

Von den Befragten gaben zwei Drittel an, dass sie über Wohneigentum verfügen, ein Drittel wohnt zur Miete. 63 Prozent können sich laut Bauch nicht vorstellen, im Alter noch einmal umzuziehen, wollen also die gewohnte Umgebung nicht verlassen. Das führt fast zwangsläufig dazu, dass die Gemeinde Strukturen schaffen muss, um das Wohnen in den eigenen vier Wänden auch im Alter zu ermöglichen. Bei den Betroffenen sind laut der Befragung Wohnanlagen für Jung und Alt, eine zentrale Lage oder eine Nachbarschaft wichtig.

Das Rückgrat der Pflege

Das zweite Handlungsfeld bezieht sich auf die Themen Beratung und soziale Kontakte. 89 Prozent gaben an, dass sie soziale Kontakte haben. Elf Prozent haben laut eigener Aussage nur sehr wenige oder gar keine. Einsamkeit erhöhe die Wahrscheinlichkeit einer Pflegebedürftigkeit oder Verwahrlosung, machte Bauch deutlich.

Hinzu kommt das Handlungsfeld ortsnahe Unterstützung und Pflege. Bei der Befragung wurde deutlich, dass es oftmals die Familienangehörigen sind, die unterstützen und pflegen. Die Angehörigen seien „unser Rückgrat in der Pflege”, hielt Bauch fest. Allerdings kommen diese Menschen ihm zufolge an die Belastungsgrenze. Etwa drei Viertel der Befragten gaben an, dass es eine Belastung für sie ist. Als klare Aufgabe leitet sich für Bauch daraus ab, dass Strukturen geschaffen werden müssen, um diese Gruppe zu entlasten.

Diskussion in den Fraktionen

Grundsätzlich seien in Neuendettelsau bereits gute Strukturen mit Blick auf den demografischen Wandel vorhanden, fasste AfA-Vertreter Bauch zusammen. Ein Grund zum Ausruhen sei dies allerdings nicht. Die Verantwortlichen müssten jetzt die Voraussetzungen schaffen, um auf die neuen Herausforderungen – etwa durch die Zahl der jungen Seniorinnen und Senioren – reagieren zu können.

Der Vortrag von Konstantin Bauch diente den Gemeinderätinnen und Gemeinderäten als erste Information. Beschlüsse wollte die Verwaltung noch nicht von dem Gremium. Stattdessen soll nach den Worten von Bürgermeister Schmoll erst einmal in den Fraktionen diskutiert werden.


Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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