So werden Sie lästige Neuwagengerüche schneller los | FLZ.de | Stage

arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 12.05.2026 16:34

So werden Sie lästige Neuwagengerüche schneller los

Erst mal stoßlüften: Um unangenehmen Neuwagengeruch schneller loszuwerden, empfiehlt es sich, vor der Fahrt ca. zwei Minuten zu lüften. (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)
Erst mal stoßlüften: Um unangenehmen Neuwagengeruch schneller loszuwerden, empfiehlt es sich, vor der Fahrt ca. zwei Minuten zu lüften. (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)
Erst mal stoßlüften: Um unangenehmen Neuwagengeruch schneller loszuwerden, empfiehlt es sich, vor der Fahrt ca. zwei Minuten zu lüften. (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)

Leder, Lack, Wurzelholz – herrlich, wie das duftet. Typischer Neuwagengeruch, meinen Sie? Früher vielleicht ja, heute nur noch manchmal. Denn oft stinkt das neue Gefährt einfach nur nach Chemie, weil es Ausdünstungen von Klebern, Polstern und Kunststoffen gibt. In einem Neuwagen sind dem ADAC zufolge meist über 150 verschiedene Substanzen messbar.

Diese können unangenehm riechen, im schlimmsten Fall auch Einfluss auf Wohlbefinden und Gesundheit haben. Oft lassen der Geruch und die Schadstoffbelastung nach einiger Zeit aber merklich nach.

Was kann ich gegen den Geruch machen? 

Schon vor dem Autokauf bei der Besichtigung und bei der Probe aufmerksam auf Gerüche im Auto achten. Vor allem, wenn das Auto länger gestanden hat: Stoßlüften vor der Fahrt.

Dafür alle Türen und eine eventuell vorhandene Heckklappe für etwa zwei Minuten öffnen. Das gilt besonders bei hohen Temperaturen. Auch unterwegs lüften: Den Umlaufschalter vermeiden, sondern auf Frischluftzufuhr einstellen.

Neuwagen wegen Geruch zurückgeben?

Ein starker und unangenehmer Geruch kann auch dann einen Sachmangel darstellen, selbst wenn der Neuwagen bei Schadstoffmessungen innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte liegt. Dabei wird aber juristisch ein Unterschied gemacht zwischen Gesundheitsgefahr (Schadstoffe) und Belästigung (Geruch). Denn oft hängt ein Geruch vom eigenen Empfinden ab und kann durch Gutachten oder Gerichte anders bewertet werden.

Ein gewisser Neuwagengeruch ist demnach normal. Eine Geruchsbelästigung, die deutlich darüber hinausgeht und die Nutzung beeinträchtigt, aber nicht. Wer feststellt, dass der neue Wagen auch noch nach einigen Wochen auffällig stark riecht, sollte den Händler kontaktieren und den Mangel schriftlich reklamieren.

Dieser darf dann aber zunächst nachbessern, um die Ursache zu beseitigen. Sollte das nicht klappen, kann eine Minderung oder je nach Einzelfall auch ein Rücktritt vom Kauf infrage kommen. Anwaltlicher Rat, Gutachten und Klagen sollten dabei aber in der Folge einkalkuliert werden.

Die Belastungen nehmen mit der Zeit ab

Aktuelle Messungen vom ADAC in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) bei vier Neuwagenmodellen haben zumindest unter dem Strich eine „Entwarnung“ ergeben. Im Fokus standen dabei sogenannte flüchtige organische Verbindungen (VOC), darunter etwa Formaldehyd.

Solche Stoffe können bei Raumtemperatur in die Luft übergehen. Hohe Konzentrationen können einen stechenden Geruch, Kopfschmerzen sowie Schleimhautreizungen hervorrufen. Sie können in unterschiedlichsten Materialien wie Klebstoffen, Farblacken, Reinigungsmitteln enthalten sein, können aber auch natürlichen Ursprungs sein. Oft strömen sie etwa aus verbauten Kunststoffen, Textilien sowie Sitzschäumen aus.

Der Grund für die Stichprobe war eine ab dem 6. August 2027 für neu zugelassene Autos geltender Formaldehyd-Grenzwert. Der Stoff wird als Krebs erzeugend eingestuft. Der Club wollte wissen, ob Hersteller den neuen gesetzlichen Anforderungen bereits jetzt nachkommen und wie hoch die Belastung im Neuwagen-Zustand tatsächlich ist.

Bei der Stichprobe lagen bei Formaldehyd aller Neuwagen-Probanden schon darunter – zumindest bei moderaten Temperaturen. Bei Wärme stieg der Wert, ließ sich aber durch eine aktive Klimatisierung meist absenken. Das zeigt, wie wichtig der Lüftungstipp ist.

Gemessen wurde in verschiedenen Szenarien

Zwar treiben vor allem erhöhte Temperaturen – etwa beim Parken in praller Sonne – die Belastungen im Innenraum nach oben. Einige der neuen Autos hatten dabei vereinzelt erhöhte Werte. Aber diese lagen wiederum von geltenden Gefahrenwerten entfernt. So ging von keinem der Autos in der Untersuchung eine unmittelbare Gesundheitsgefahr aus.

Gutes Lüften senkte die Werte in vielen Situationen und bei fast allen Modellen. Ein bestimmter Wert blieb bei einem Modell dennoch „auf vergleichsweise hohem Niveau.“ Das könnte Augen und Schleimhäute reizen sowie Kopfschmerzen und Schwindel verursachen. Doch auch diese Werte dürften in der Regel innerhalb der ersten Monate sinken, so der Autoclub. Sollten starke Gerüche trotz der Tipps nicht stark nachlassen oder gar Reizungen auftreten, den Mangel wie weiter oben beschrieben reklamieren.

© dpa-infocom, dpa:260512-930-71371/1


Von dpa
north