Es klingt zunächst gut: Vergangenes Jahr wurden in Deutschland weniger versicherte Fahrräder gestohlen als noch 2024. Der angerichtete Schaden bewegt sich nach Zahlen des Gesamtverbandes der Versicherer (GDV) allerdings auf Rekordniveau. Im Schnitt 1.270 Euro zahlten die Hausratsversicherer demnach pro reguliertem Diebstahl aus. Macht bei rund 115.000 Fällen schlappe 150 Millionen Euro.
Besonders E-Bikes und hochwertige Sporträder sind beliebte Ziele. Aber auch alle anderen Fahrräder, die mangels Versicherung in dieser Statistik oft gar nicht auftauchen würden, verdienen Liebe und ein gutes Schloss. Worauf es dabei ankommt, verrät der Auto Club Europa (ACE).
Schlösser kommen hauptsächlich in diesen Formen:
Kabelschlösser bieten laut ACE nur geringen Diebstahlschutz. Wie sicher oder widerstandsfähig die anderen Schlosstypen sind, zeigen gängige Tests. Auch die aufgedruckten Sicherheitsklassen der Hersteller bieten Orientierung.
Um es den Dieben so schwer wie möglich zu machen, sollte man zwei Schlösser verschiedener Bautypen kombinieren. Hintergrund: Oft sind die Langfinger auf eine Art Schloss spezialisiert, eine Zweite erschwert deren Arbeit.
Wer das Rad möglichst an belebten und gut beleuchteten Orten abstellt, kann die Diebstahlgefahr schon etwas verringern. Und das Rad sollte immer an feste Gegenstände angeschlossen werden. Sonst nützt das beste Schloss nichts, wenn sich das Rad einfach so wegtragen lässt.
Ideal sind Fahrradständer, die mit dem Boden verbunden sind. Auch stabile Zäune, Straßenlaternen und massive Bäume sind gute Anschlussmöglichkeiten – solange das keine Schilder vor Ort verbieten.
Am Wichtigsten beim Anschließen: das Schloss muss um den Rahmen - das vordere und hintere Laufrad können meist leicht abgeschraubt werden.
Man kann alles richtig machen und trotzdem ist das Rad weg. Vorbereitung ist da wichtig - in Form eines Fahrradpasses, in dem alle Informationen stehen:
Idealerweise fügt man noch Fotos vom Fahrrad inklusive individueller Merkmale an: Diese können nach einem Diebstahl helfen, dass das Rad identifiziert werden kann. Auch Kaufbelege hebt man natürlich auf.
Fahrradpässe gibt es etwa beim Händler, so der ACE. Auch eine Codierung kann helfen, ein gestohlenes Fahrrad zurückzubekommen. Häufig biete das die Polizei als kostenlosen Service an. Dann werden feste Aufkleber oder eine Gravur am Rad angebracht und in einer Datenbank registriert.
Es gibt auch GPS-Tracker, die man am Fahrrad versteckt anbringen kann, um das Rad nach einem Diebstahl zu orten.
Nicht zuletzt sollte geprüft werden, ob und inwieweit das eigene Fahrrad in einer Hausratversicherung erfasst ist oder nachträglich erfasst werden könnte. Hier lohnt ein Blick in die Vertragsbedingungen. Manche Tarife ersetzen nur den Zeitwert eines Fahrrads. Und der kann schon nach kurzer Zeit erheblich unter dem Wiederbeschaffungswert liegen.
Für höherwertige Fahrräder lohnen sich vielleicht eigene Fahrrad- oder Kaskoversicherungen. Sie übernehmen zum Teil auch Servicekosten und gängige Reparaturen, teils Vandalismusschäden und mehr - kosten aber schnell auch mehr als 100 Euro pro Jahr.
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