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Veröffentlicht am 12.08.2026 03:34

So will der Audi Q7 der König der Quattros bleiben

Neuer Morgen ohne Grauen: Man mag es kaum glauben, aber nach rund 20 Jahren startet der neue Q7 erst in die dritte Generation. (Foto: Audi AG/dpa-tmn)
Neuer Morgen ohne Grauen: Man mag es kaum glauben, aber nach rund 20 Jahren startet der neue Q7 erst in die dritte Generation. (Foto: Audi AG/dpa-tmn)
Neuer Morgen ohne Grauen: Man mag es kaum glauben, aber nach rund 20 Jahren startet der neue Q7 erst in die dritte Generation. (Foto: Audi AG/dpa-tmn)

Breit, stolz und markanter denn je ragt der Kühlergrill des neuen Q7 auf. Die Scheinwerfer inszenieren aufwendige Lichtspiele zur Begrüßung, und lange gleitet der Blick über das Blech. Schließlich ist der Geländewagen ein großes, verdammt großes Auto. Und eines, auf dem eine große Last liegt. Denn: In über zwei Jahrzehnten, zwei Generationen und bald 1,5 Millionen Zulassungen ist der Q7 zum ungekrönten König in der Quattro-Familie aufgestiegen und muss diese Rolle jetzt verteidigen.

Autos wie der Q3 oder der Q5 mögen erfolgreicher sein, der Q8 ist sportlicher und der kommende Q9 größer - aber keiner ist so vielseitig wie der Q7. Wenn im September die Auslieferung der dritten Generation beginnt, will Audi die Latte im Ringen mit Autos wie dem neuen BMW X5 und dem frisch gelifteten Mercedes GLE deshalb noch einmal höher legen. Allerdings steigen dabei auch die Preise und beginnen jetzt bei 87.900 Euro.

Durch elektrische Türen in die Alpaka-Lounge 

Dafür öffnen sich die Türen dann - auf Wunsch erstmals sogar elektrisch - zu einer ebenso vornehmen wie geräumigen Lounge, in der alles anders ist als früher: Statt Leder gibt es auf Wunsch Sitze mit politisch korrektem Alpaka-Stoffbezug. Im Cockpit ordnen sich drei Bildschirme bis vor den Beifahrer, die Mittelkonsole ist groß wie ein Einbauschrank und fasst jetzt auch Kaffeebecher im XXL-Format. Und die allermeisten Schalter sind verschwunden. Nur auf dem Lenkrad und der unkonventionellen Leiste dahinter haben die Finger noch was zu fassen. Sogar die Türen schließen sich von selbst, wenn der Fahrer seinen Gurt einrastet oder den Fuß auf die Bremse stellt.

Das Knurren des Diesels klingt wie ein neu abgemischter Oldie 

Danach ertönt ein Geräusch, das selten geworden ist und so wunderbar vertraut klingt wie ein All Time Hit der Beatles oder der Rolling Stones - denn der Q7 startet in Deutschland erst mal nur als Diesel. Der erinnert uns daran, dass man für den Punch beim Anfahren keine E-Motoren braucht und Reichweite früher mal kein Thema war.

Schon die Basisversion hat 180 kW/245 PS und 500 Nm, für 2.600 Euro Aufpreis gibt's den Diesel auch mit 220 kW/299 PS und 630 Nm - und mit seinem 80-Liter-Tank kommt er rechnerisch über 1.100 Kilometer weit.

Und bevor jetzt alle Audi als rückwärtsgewandt beschimpfen: Zumindest milde haben die Bayern den Selbstzünder ja schon elektrifiziert, und im nächsten Jahr kommen auch ein V6-Benziner und ein Plug-in-Hybrid, der dann die Brücke ins E-Zeitalter schlägt.

Die Größe spüren nur die Mitfahrer

Dass man in einem Auto von 5,06 Metern Länge und 2,99 Metern Radstand unterwegs ist, merkt zwar, wer mitfährt. Weil Passagiere jetzt in der zweiten Reihe auf Wunsch auf großzügigen Einzelsitzen reisen, weil sie auch in der Dritten besser sitzen können und weil sich beim Packen niemand mehr beschränken muss. 

Schließlich fasst der Kofferraum 722 bis 2.075 Liter, und keiner vermisst den Frunk eines E-Autos. Außerdem kann der Q7 ja bis zu 3,5 Tonnen an den Haken nehmen und macht Hobby-Truckern mit einem Trailer-Assistenten das Lenken leicht.

Auf der Straße überraschend handlich

Aber der Fahrer hat die Größe des Kolosses schon nach wenigen Kilometern vergessen. Der Diesel hat selbst mit 2,5 Tonnen leichtes Spiel, und das Format verliert dank Kamera-unterstütztem Rundumblick, cleverer Assistenten und vor allem durch die Hinterachslenkung seinen Schrecken. Handlich wie ein Q5 zirkelt man den Q7 durchs Parkhaus und durch enge Innenstädte.

Und über Land sogar sportlich

Noch viel weniger spürt man die Größe draußen auf dem Land. Klar liebt er breite Straßen mit weiten Kurven, wo er so souverän Kilometer macht wie das Leittier einer Bisonherde im Yellowstone-Park. Aber er scheut auch enge Kehren und steile Berge nicht.

Im Gegenteil: Wer in den Dynamic-Modus wechselt oder gleich der neuen Automatik für die sogenannten Drive Modes vertraut, der spürt, wie der Q7 straffer wird und die Sinne schärft, das Lenkrad dreht plötzlich etwas schwerer und wirkt dafür direkter, das Gefühl für die Fahrbahn wird intensiver, und mit Macht wird der König der Quattros zum Gipfelstürmer. Aber ganz oben kennt er sich schließlich auch aus.

Fazit: Auf ganz neue Art wunderbar altmodisch 

Natürlich ist der Q7 ein nagelneues Auto und lässt daran mit digitalen Spielereien wie den runden LED-Leuchten am Heck, den schillernden LED-Signaturen oder der bunten Bildschirmlandschaft auch keine Zweifel aufkommen. Aber mit der konsequenten Konzentration auf praktische Tugenden, dem souveränen Fahrgefühl und den vertrauten Vorzügen eines souveränen Diesels setzt er auf Bewährtes und erweist sich als im besten Sinne altmodisch.

Sollen die anderen doch ein elektrisches Raumschiff fahren und von neuen Zeiten träumen, der Q7 bleibt im Hier und Heute und dürfte sich damit eine weitere Amtszeit als König der Quattros sichern.Datenblatt: Audi Q7 TDI Quattro (299 PS) 

 

 

 

 

© dpa-infocom, dpa:260812-930-516272/1


Von dpa
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