Mit dem Spatenstich für einen Elektrolyseur haben die Arbeiten im Industriegebiet West II am Rande Feuchtwangens offiziell begonnen. Der Freistaat unterstützt den Bau der Anlage, die Wasserstoff erzeugen soll, mit fünf Millionen Euro.
Dass hier am Rande von Feuchtwangen ein Elektrolyseur, also ein Gerät, das aus Wasser mit Strom grünen Wasserstoff herstellt, gebaut werden soll, ist für die Stadt im Landkreis Ansbach außergewöhnlich. „Dieses Energieprojekt ist alles andere als vorhersehbar. Die Baumaßnahme wird keine Routine sein”, sagte Feuchtwangens Bürgermeister Patrick Ruh beim Spatenstich.
Es wird die erste Produktionsstätte für grünen Wasserstoff in Mittelfranken sein, und das ist laut Ruh auch dem Freistaat Bayern zu verdanken. Er unterstützt die Stadt Feuchtwangen und ihre Stadtwerke beim Bau des Elektrolyseurs mit fünf Millionen Euro.
Insgesamt belaufen sich die Gesamtinvestitionen für die Anlage auf 15 bis 20 Millionen Euro. Die Elektrolyse-Anlage, die von dem deutschen Energie-Tech-Unternehmen Enapter AG gebaut wird, soll laut Bürgermeister Ruh eine Kapazität von fünf Megawatt haben und voraussichtlich 650 Tonnen grünen Wasserstoff im Jahr produzieren.
Für den Elektrolyse-Prozess werden jährlich rund 5000 Kubikmeter Wasser benötigt, was dem Verbrauch von etwa 135 Haushalten entspricht und somit keine Auswirkungen auf die Wasserversorgung vor Ort habe. Aktuell rechnet man damit, dass die Arbeiten am Projekt im Laufe des Jahres 2027 abgeschlossen sein werden.
Als „Vorzeigeprojekt für die Kommune und den Landkreis Ansbach” bezeichnete Staatssekretär Sandro Kirchner das Vorhaben. „Hier wird deutlich, dass die Energiewende in Bayern keine Worthülse ist, sondern tatsächlich stattfindet.” Die fünf Millionen Euro die der Freistaat über das Förderprogramm zum Aufbau einer Elektrolyse-Infrastruktur (BayFELI) zuschießt, seien „in Zeiten, in denen das Geld knapp wird”, eine beachtliche Summe.
Es sei eine Wertschätzung dafür, dass im Landkreis Ansbach die Energiewende „vor Ort” umgesetzt werde. Dank zahlreicher Photovoltaik- und Windkraftanlagen sei die Region bereits jetzt gesegnet mit Erneuerbaren Energien. Sollten zu Stoßzeiten Netzüberlastungen stattfinden, könne die überschüssige Energie auch mit Hilfe des Elektrolyseurs gespeichert und gleichzeitig die Netze wieder entlastet werden.
Mit dem Gerät, das in Feuchtwangen entsteht, sollen auch Erfahrungen für ein größeres Projektgesammelt werden: Im Industriegebiet Interfranken soll eine Anlage gebaut werden, die etwa die dreifache Leistung hat.