Die Arbeiten für den Bau der Abstromsicherung in der US-Kaserne in Katterbach, die künftig per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) aus dem Grundwasser filtern soll, sind im Zeitplan. Ab Ende Oktober soll die Schadstofffahne abgeschnitten werden, die durch PFC-haltige Löschschäume auf dem Feuerwehr-Übungsplatz der Kaserne verursacht wurde.
„Spektakulär ist das nicht“, sagt Stephan Haas von der Umweltabteilung der US-Garnison. Der Ingenieur steht mit dem Bauleiter der Firma Züblin, David Loos, an der Beton-Schalung für die Bodenplatte, auf der ab Oktober zwei große Übersee-Container die Filtereinheit der Anlage beherbergen werden. Die beiden Container werden so ziemlich das Einzige sein, was man von der Anlage zu sehen bekommt. Der Rest befindet sich unter der Erde. Tatsächlich extrem unspektakulär.
Am Schadensort im äußersten westlichen Teil des Kasernengeländes wurden neun Entnahmebrunnen gebohrt. Sieben Brunnen mit einer Tiefe von acht Metern direkt an der Schadensquelle und zwei 25 Meter tiefe Brunnen, die die Schadstofffahne abschneiden sollen. Einer der Brunnen ist als Sammelschacht ausgeführt, von dem über 700 Meter lange, doppelwandige Rohrleitungen unterirdisch das kontaminierte Grundwasser – bis zu 135.000 Liter pro Tag – zu den Reinigungsanlagen transportiert wird.
Etwa alle 100 Meter wurden Zwischenschächte eingebaut. Sollten Probleme bei der Anlage auftreten, kann man hier die Leitungen mit einem Kugelhahn absperren, Wasser ablassen oder die Leitungen spülen. Der letzte dieser Schächte wartet noch auf den Einbau – an einer Stelle, wo die Entnahmeleitungen unter einer Kasernenstraße durchgeführt werden müssen. „Wir sind auch auf viele Leitungen getroffen, die gekreuzt werden mussten“, sagt Haas.
Direkt an der Filteranlage wurden zwei etwa sieben Meter tiefe Sammelschächte gebaut. Der erste Schacht nimmt von den Zuleitungen das kontaminierte Grundwasser auf, das dann in die Filteranlage gepumpt wird. Der zweite sammelt das gereinigte Wasser, das über die Leitung der Regenrückhalte-Anlage des Flugfeldes in den Katterbach eingeleitet wird.
Bauarbeiter sind gerade dabei, Leerrohre für Strom- und Datenleitungen zu verlegen. „Zehn Pumpen werden in den Entnahmebrunnen und in einem Sammelschacht arbeiten“, sagt Stephan Haas. Und noch sei nicht überall ein Strom- und Datenanschluss vorhanden.
Die beiden Container werden zurzeit auf dem Bauhof der Firma Züblin mit den Filteranlagen und allem nötigen elektrischen und elektronischen Equipment bestückt, sodass der Betrieb tatsächlich Ende Oktober losgehen kann. Am 30. September 2023 wurde der 1,8 Millionen Euro schwere Auftrag an Züblin erteilt, und im April 2024 war Baubeginn.
Das Umweltamt der Stadt Ansbach, aber auch die Umwelt-Abteilung der US-Garnison, haben immer wieder betont, dass es sich noch nicht um eine Sanierungs- sondern um eine Sicherungs-Maßnahme handelt.
Der ehemalige Feuerwehr-Übungsplatz ist inzwischen zurückgebaut, es ist auch Gras über das kontaminierte Erdreich gewachsen. Allen ist klar, dass hier geschätzt 28.500 Kubikmeter PFC-verseuchter Boden darauf warten, ausgebaggert und entsorgt zu werden. Erst damit kann die eigentliche Sanierung des Umweltschadens beginnen.
Ein Machbarkeitsstudie der US-Armee, wie das Erdreich behandelt oder gelagert werden kann, liegt zurzeit zur Abstimmung bei der Stadt Ansbach. Aufgrund der Urlaubszeit kann sich die Verwaltung dazu aktuell nicht äußern. Klar ist aber schon jetzt, dass ein Teil der PFC in eine darunterliegende Sandsteinschicht gesickert ist und nicht ausgebaggert werden kann. Die wird man über Jahrzehnte aus dem Grundwasserstrom herausfiltern müssen.