Waren Weißstörche noch vor wenigen Jahrzehnten in Bayern schwer vom Menschen bedrängt, ist die Population der stolzierenden Vögel zuletzt regelrecht explodiert. Für 1988 verzeichnete das Bayerische Landesamt für Umwelt gerade einmal 58 Storchenpaare. 2016 waren es schon weit über 400. Zuletzt vermeldete der Landesbund für Vogelschutz weit über 1000 Paare in Bayern: ein Wert, der seit Anfang den 20. Jahrhunderts nicht mehr erreicht wurde.
Besonders der Aischgrund und die Altmühlgebiete haben sich zu Storchen-Hochburgen im Freistaat aufgeschwungen. Allein in Uehlfeld im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim waren es 2022 insgesamt 47 Storchennester: inoffizieller Deutschland-Rekord.
Auch rund um Herrieden im Landkreis Ansbach, tummeln sich die weißgefiederten Schreitvögel. Das sorgt längst auch für Konflikte mit den Anwohnenden: Sie fühlen sich von den zahlreichen Nestern und den Hinterlassenschaften der Störche gestört. Womöglich könnten nun sogar an einigen Stellen Nester entfernt werden.
Dabei haben die gefiederten Tiere zugleich eine große Fan-Gemeinde. In vielen Orten können Internetnutzer den Störchen beim täglichen Leben zusehen: Livestreams und Webcams sind auf die Nester ausgerichtet. Neugierige können so vom Brüten bis zu den ersten Flugversuchen des Nachwuchses live dabei sein.
Auch in Westmittelfranken filmen Kommunen und Institutionen an einigen Orten Störchen ins Nest. Wir zeigen, in welchen Orten Sie bequem vom Sofa aus die Tiere beobachten können.