Sulzachstrand Opening in Oberkemmathen: Ohne Anzug in den sieben Grad kalten Fluss | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 08.03.2026 18:00

Sulzachstrand Opening in Oberkemmathen: Ohne Anzug in den sieben Grad kalten Fluss

In normaler Badekleidung stiegen 32 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die trüben Fluten der sieben Grad „warmen“ Sulzach. (Foto: Friedrich Zinnecker)
In normaler Badekleidung stiegen 32 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die trüben Fluten der sieben Grad „warmen“ Sulzach. (Foto: Friedrich Zinnecker)
In normaler Badekleidung stiegen 32 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die trüben Fluten der sieben Grad „warmen“ Sulzach. (Foto: Friedrich Zinnecker)

Wenn mehr Besucher kommen als ein Ort Einwohner hat, dann muss ein besonderes Ereignis stattfinden. Und tatsächlich entwickelt sich das Sulzachstrand Opening in Oberkemmathen immer mehr zu einem regionalen Event, das diesmal über 200 Gäste an den Sulzachsteg am „Karlsplatz“ lockte.

Bei Kaiserwetter und 14 Grad Lufttemperatur zeigte selbst das sieben Grad kühle Wasser in dem kleinen Fluss für die Rekordzahl von 32 mutigen Frauen und Männern keine abschreckende Wirkung. Dicht gedrängt verfolgten die Besucher das nasse Spektakel.

Am weitesten angereist war Verkaufsfahrer Rainer Krenn aus dem 110 Kilometer entfernten oberpfälzischen Parsberg. „Für den guten Zweck bin ich gern dabei“, so seine Einstellung und die aller anderen Teilnehmenden. Für die Gemeinde riskierte auch Bürgermeister Simon Schäffler das überaus frische Vergnügen.

Zwischen Bewunderung und Unterkühlung

Auf dem Steg und am Ufer schwankten die Zuschauer zwischen Bewunderung und gefühlter Unterkühlung. Keiner der Teilnehmenden schützte sich mit einem Neoprenanzug, zu Badehose und Bikini gesellten sich lediglich ein paar Mützen und Hüte, die aus dem trüben Wasser der an dieser Stelle nur wenig über einen Meter tiefen Sulzach herausragten. Die ganz Unentwegten unter den Teilnehmenden absolvierten nach einer kurzen äußerlichen und innerlichen Aufwärmphase sogar mehrere Badedurchgänge. Erstmals stand gar ein Duschcontainer zur Verfügung.

Dabei hat das mittlerweile schon als Kultveranstaltung geltende „bibbernde Baden“ in Oberkemmathen einen realen Hintergrund. Erinnert werden soll damit an den Neubau einer einsturzgefährdeten Holzbrücke über die Sulzach. Karl Kolb, Martin Schäff und Gerd Riedel wollten deshalb 2014 einen stabilen Steg errichten. Da die abgefaulten Holzpfosten der alten Überquerungshilfe von Hand nicht herausgezogen werden konnten, mussten sie mit Hilfe eines Traktors entfernt werden. Dazu war es aber erforderlich, am Grund des Flusses ein Seil an den Holzpflöcken zu befestigen.

Der Ursprung war eine Brückensanierung

Während die Erwachsenen sich damals über Lösungsmöglichkeiten die Köpfe zerbrachen, tauchten die damaligen Jugendlichen Daniel Kolb und Manuel Byrdus in die trüben Fluten und banden das Zugseil an den Pfosten auf dem Grund des Flussbetts. Der Rest war Formsache und der folgende Neubau der Sulzachüberquerung ging rasch vonstatten. Seitdem können die Oberkemmathener Einwohner gefahrlos vom „Karlsplatz“ – benannt nach dem Besitzer – auf die andere Seite des fränkischen Flusses gelangen.

Als Sprecher der veranstaltenden Oberkemmathener Dorfgemeinschaft und Schirmherr hatte Ulrich Barth die zahlreichen Gäste begrüßt. Vertreten waren auch die Wasserwacht Bechhofen und die Helios-Sportgruppe aus Dinkelsbühl nebst Mitgliedern von angrenzenden Freiwilligen Feuerwehren. Barth dankte der Cheforganisatorin Nina Kolb, dem „Festwirt“ Karl Kolb, den Maltesern um Axel Brand und allen Helfern, die für reichlich Speisen und Getränke sorgten.

Die Aktion dient einem guten Zweck

Der Erlös der bis Ende März fortgesetzten Spendenaktion wurde von den Verantwortlichen für die sechsjährige Mia Knorr aus Ornbau bestimmt. Das unter Trisomie leidende Kind befindet sich derzeit im Krankenhaus und benötigt dringend ein mobiles Sauerstoffgerät. Die Eltern würden gern in der Nähe ihres Kindes sein und brauchen dafür ein kostenpflichtiges Zimmer in der Klinik. Eine mittlere vierstellige Spendensumme ist bereits eingegangen.

Weitere Spenden können auf das Konto der Freiwilligen Feuerwehr Oberkemmathen-Stöckau DE22 7659 1000 0008 2144 09 mit dem Verwendungszweck „SSO 26“ überwiesen werden.


Von FRIEDRICH ZINNECKER
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