Theater Ansbach soll beim Umbau deutlich aufgewertet werden | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 19.11.2024 19:30

Theater Ansbach soll beim Umbau deutlich aufgewertet werden

Über viele Monate wurde in der Stadt über die Zukunft des Theaters spekuliert. Nach der Zwangsschließung des Großen Hauses aufgrund von Brandschutzmängeln im Februar blieb lange unklar, ob und wie es mit der Spielstätte weitergeht. Nun hat die Verwaltung ihre Ansatzpunkte dargelegt – und wie alle Mitspieler in das Projekt eingebunden werden können.

Die Skizzen, die Hochbauamts-Chef Dr. Frank Simons in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses an die Wand warf, datieren bereits von 2012 und könnten nun tatsächlich zur Umsetzungsreife gelangen. Allerdings sind die Entwürfe nach aktuellem Stand nur etwas mehr als eine Idee, in Stein gemeißelt ist noch nichts. Für Simons sind es die ersten Schritte in einem Prozess. „Eine gute Idee wird immer besser“, zitiert er dazu ein in der Baubranche gängiges Bonmot.

Transparentes Miteinander

Im gleichen Atemzug wird dieser Tage gerne betont, dass alle Mitspieler an diesem nun angestoßenen Denkprozess beteiligt werden sollen. „Die Stadtverwaltung arbeitet mit der Genossenschaft Theater Ansbach – Kultur am Schloss eG intensiv an den derzeitigen Transformationsprozessen“, wurde nicht von ungefähr in der Sitzungsvorlage eigens betont.

Dem latenten Vorwurf mangelnder Transparenz wird damit – ob bewusst oder nicht – entgegengetreten. Monatelang hatte die Gerüchteküche gebrodelt, von einer kompletten Neuausrichtung des Theaters bis zur Schließung und einem Verkauf des Borkholder-Hauses reichte die bunte Palette wilder Spekulationen. Besonders bei den einberufenen Stammtischen des Fördervereins des Theaters wurde Kritik laut. „Es ist ein beklemmendes Gefühl, wenn Dinge nicht ausgesprochen werden. Die Karten sollten auf den Tisch gelegt werden“, wurde Aufklärung von Seiten der Stadt gefordert.

Das ist nun geschehen, die Eckpunkte der Sanierung stehen in groben Zügen fest. So soll der Zuschauerraum des einstigen Kinos der Nutzung eines Theaters angepasst werden, entsprechend wird sich auch die Anordnung und Anzahl der Sitzplätze ändern. Als „weitere Funktionsmängel“, die im Zuge der Arbeiten gleich mit angegangen werden könnten, nannte Simons fehlende Rollstuhlplätze, die bislang unzureichende Ton- und Lichttechnik und weit von der Bühne entfernte Lagerflächen. „Das sieht schon sehr nach einer Neukonzeption aus“, warf Grünen-Stadtrat Oliver Rühl ein.

Es geht auch um die Akzeptanz des Theaters

Tatsächlich könnte es dazu kommen, wenn darüber allgemeiner Konsens herrscht. Was schon jetzt klar ist: Die Stadt steht hinter dem Theater und übernimmt für den „größten Kulturanbieter“ Ansbachs mit der nun in Gang gesetzten Sanierung entsprechend Verantwortung. Trotz mauer Haushaltslage, trotz vieler Baustellen, betont der Oberbürgermeister. „Ein stärkeres Signal kann es nicht geben. Mehr kann man nicht machen als Bekenntnis“, erklärt Thomas Deffner (CSU).

Viel hängt im nächsten Schritt davon ab, welche Ansätze die nun ermöglichte europaweite Ausschreibung der Sanierungsplanung ergibt. Vor allem der Hubboden mit seinen Brandschutzdefiziten steht im Fokus, daran gekoppelt ist die Lüftungsanlage – die war beim Umbau vor rund 20 Jahren nicht abgenommen worden.

„Wir wollen ein deutliches Anforderungsprofil definieren“, beschreibt Simons die aus dem Angebot verschiedener Vorschläge entstehenden Möglichkeiten des Umbaus und der Neukonzeptionierung. Dabei geht es im Kern um die Attraktivität der seit Jahren defizitären Spielstätte und die damit verbundene Akzeptanz. Mussten in Ansbach Theater-Abos vor vielen Jahrzehnten vererbt werden, bleiben in der Gegenwart zu viele Plätze leer. „Wir möchten ein Haus, mit dessen Angebot sich jeder Ansbacher identifizieren kann und das als Kulturhaus der Bevölkerung wahrgenommen wird“, lautet das Ideal des Oberbürgermeisters.

Dafür wird wohl auch viel Geld in die Hand genommen werden müssen. 400.000 Euro sind im neuen Haushalt für erste Maßnahmen vorgesehen, weitere rund 1,8 Millionen Euro müssen bis zum angedachten Fertigstellung der Sanierung 2027 eingeplant werden. Wobei das nur einen auf Erfahrungen basierenden Kostenrahmen darstellt.

Trotz der finanziellen Unwägbarkeiten geht der Stadtrat diesen Weg mit. Der Bedarfsbeschluss, nun den Sanierungsplan auszuschreiben, wurde einstimmig getroffen. Fraglos ein klares Statement.

Pläne gibt es bereits: Demnach könnte die Sicht verbessert und die Zuschauerplätze könnten weniger werden. (Grafik: Stadt Ansbach)
Pläne gibt es bereits: Demnach könnte die Sicht verbessert und die Zuschauerplätze könnten weniger werden. (Grafik: Stadt Ansbach)
Pläne gibt es bereits: Demnach könnte die Sicht verbessert und die Zuschauerplätze könnten weniger werden. (Grafik: Stadt Ansbach)

Florian Pöhlmann
Florian Pöhlmann
Nach der journalistischen Grundausbildung beim Fernsehen rief 1999 die große weite Welt des Sports, die ich in Nürnberg in nahezu allen Facetten kennenlernen und in verantwortlicher Position gestalten durfte. Erst der verlockende Ruf aus Ansbach und die Aussicht, im fortgeschrittenen Alter Neues zu wagen, sorgten ab 2021 für einen Neustart in der Lokalredaktion.
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