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Veröffentlicht am 12.03.2026 07:00

Theater Ansbach: Umzug der Tourist-Info dürfte vom Tisch sein

Im Streit um den Umzug der Tourist-Info gibt es eine neue Wendung: Für die Sondersitzung des Stadtrates am Dienstag, 17. März, hat die CSU-Fraktion jetzt ebenfalls einen Antrag gestellt. Auch die Christsozialen beantragen, von dem geplanten Vorhaben abzusehen.

Die Fraktionen der Grünen, der Ansbacher/ Freien Wähler, ÖDP, SPD und Offenen Linken Ansbach (OLA) hatten die Sondersitzung nach Artikel 46 der Bayerischen Gemeindeordnung beantragt. Einerseits deshalb, weil sie den im vergangenen Jahr beschlossenen Umzug der Tourist-Info vom Stadthaus ins Ansbacher Theater verhindern wollten.

Ärger über das Verhalten des OB

Andererseits waren die Mitglieder der Fraktionen verärgert über das Verhalten von Oberbürgermeister Thomas Deffner (CSU). Denn eigentlich hatten die Fraktionen den Antrag bereits im Stadtrat am 3. März behandelt haben wollen. Doch trotz Zusage von Deffner geschah dies nicht. Erst auf Nachfrage erklärten er und seine Verwaltung, dass dies zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht notwendig ist.

Der gemeinsame Antrag hatte aber auch noch einen zweiten Teil. In diesem ging es darum, die Sanierungsarbeiten im Borkholderhaus auf ein Minimum zu reduzieren, um die Bespielbarkeit des seit Februar 2024 gesperrten Großen Hauses wiederherzustellen.

Eine zukunftsfeste Nutzung

Dieser zweite Teil ist der Auslöser für den CSU-Antrag. Die bloße technische Sanierung, also die Behebung der Brandschutzmängel, ist aus Sicht der CSU für die Zukunft des Theaters nicht dienlich. „Die grundlegenden Mängel der aktuellen Saalgestaltung sind unter anderem einer früheren Kinonutzung geschuldet und sollten jetzt, da das Gebäude ohnehin verändert werden muss, für die zukunftsfeste Nutzung des Saales beseitigt werden”, heißt es in dem CSU-Antrag.

Die zukunftsfeste Nutzung ergibt beispielsweise, „dass unter dem um die Sichtachsen verbesserten Saal ein Magazinraum entstehen kann, der es dem Theater ermöglicht, Materialien von der Bühne dort einzulagern und so dritten Theatergruppen und Kulturschaffenden endlich die Möglichkeit eröffnet, das große Haus ebenfalls besser nutzen zu können”.

Maßnahmen werden als notwendig erachtet

Den Bedürfnissen des Ansbacher Theaters solle begegnet und die Rahmenbedingungen für Besucherinnen und Besucher, die Schauspielerinnen und Schauspieler sowie die Theaterverwaltung durch eine räumliche Anpassung des Zuschauerraums im großen Haus sowie in den Nebenräumlichkeiten geschaffen werden. „Dies ist breiter Konsens in der Diskussion gewesen und wurde daher mehrheitlich beschlossen.”

Die CSU steht nach eigenen Worten weiter hinter dem Theater und hinter dieser wesentlichen Verbesserung. „Die geplanten Maßnahmen werden – mit Ausnahme der Ausgaben für die Unterbringung der Touristeninformation – als notwendig erachtet, um einen professionellen und vielseitigen Spielbetrieb zu gewährleisten.” Die Christsozialen handeln folglich nach dem Motto: „Wenn man das Theater schon saniert, dann machen wir das richtig”. Hinzu kommt, dass schon Architektenleistungen vergeben worden sind. Die CSU befürchtet eventuelle Schadenersatzforderungen.

Aus den genannten Gründen beantragt die Fraktion, die im vergangenen Jahr gefassten Beschlüsse zu ändern. Die Unterbringung der Tourist-Info „soll baulich nicht mehr verwirklicht und die laufenden Planungen sollen dahingehend angepasst werden”. Und weiter: „Die weiteren am 30. Juli 2025 beschlossenen Maßnahmen der Variante 2 sollen weiter erfolgen.”

Keine Angaben zu Regressansprüchen

Neuigkeiten zu einem anderen Thema rund um die Brandschutzmängel im Theater gibt es auch 25 Monate nach der Schließung des Großen Hauses nicht. Im Februar 2024 hatte Oberbürgermeister Deffner gegenüber der FLZ deutlich gemacht, dass es zuerst eine Lösung braucht, um das Theater wieder vollständig nutzbar zu machen. Erst danach sollte den Fragen nachgegangen werden, warum man vor über 20 Jahren von den Planungen abgewichen ist, warum in diesem Zeitraum die Brandschutzmängel nie bemerkt wurden und ob es eventuell noch Regressansprüche gibt.

Die FLZ fragte bei der Verwaltung nach. Die Antwort: Die Prüfung läuft und liegt beim städtischen Rechnungsprüfungsamt. Da dieses nicht-öffentlich arbeite, könne man die Anfrage nicht beantworten.

Zieht die Tourist-Info ins Theater Ansbach ein? Diese Frage wird am Dienstag, 17. März, im Rahmen einer Sondersitzung des Ansbacher Stadtrates erneut diskutiert. (Archivbild: Jim Albright)
Zieht die Tourist-Info ins Theater Ansbach ein? Diese Frage wird am Dienstag, 17. März, im Rahmen einer Sondersitzung des Ansbacher Stadtrates erneut diskutiert. (Archivbild: Jim Albright)
Zieht die Tourist-Info ins Theater Ansbach ein? Diese Frage wird am Dienstag, 17. März, im Rahmen einer Sondersitzung des Ansbacher Stadtrates erneut diskutiert. (Archivbild: Jim Albright)

Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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