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Veröffentlicht am 27.12.2024 19:57

Tiergehege in Bad Windsheim soll kompakter werden

Bei einem Ortstermin im Kurpark stand das Tiergehege im Fokus. Nach einigem Hin und Her wurde schließlich ein Kompromiss gefunden. (Foto: Nina Daebel)
Bei einem Ortstermin im Kurpark stand das Tiergehege im Fokus. Nach einigem Hin und Her wurde schließlich ein Kompromiss gefunden. (Foto: Nina Daebel)
Bei einem Ortstermin im Kurpark stand das Tiergehege im Fokus. Nach einigem Hin und Her wurde schließlich ein Kompromiss gefunden. (Foto: Nina Daebel)

Gerhard Geißbarth war erzürnt und ist es ein Stück weit immer noch. Seit 1997 hat er das Tiergehege im Kurpark gepachtet. Wegen der Landesgartenschau (LGS) in Bad Windsheim im Jahr 2027 soll das Gehege verkleinert werden. Dagegen hat sich Geißbarth vehement gewehrt. Nun hat er einem Kompromiss zugestimmt.

So ganz traut Gerhard Geißbarth der ganzen Sache aber immer noch nicht. Und er hat angekündigt, genau hinschauen zu wollen. Denn über den Tisch ziehen lassen wolle er sich nicht. In der Vergangenheit sei die Rede davon gewesen, das spitz zulaufende Gelände des Tiergeheges auf einer Länge von 15 Metern einkürzen zu müssen. Dann plötzlich habe es geheißen, dies müsse auf 52 Metern geschehen.

Die Kröte hätte der Pächter geschluckt

Mit den 15 Metern sei er ja noch einverstanden gewesen, so Geißbarth. Die Kröte hätte er geschluckt. Aber die dann plötzlich im Raum stehenden 52 oder gar 80 Meter seien zu viel. Das werde er nicht akzeptieren, wie er bei einem Vor-Ort-Termin mit Bürgermeister Jürgen Heckel, der LGS-Geschäftsführerin Birgit Grübler, Stadträten, weiteren Mitarbeitern der Stadt sowie dem Planer der LGS-Daueranlagen, Philip Haggeney vom Büro RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, klar machte.

Sollte die Stadt ihm mehr als die anfangs angedeuteten 15 Meter des Geländes kappen wollen, müssten sie ihm den Pachtvertrag zuerst kündigen, so Geißbarth. „Dann können sie hier machen, was sie wollen. Von mir aus auch ein Hochhaus hinbauen. Aber Tiere haben sie dann keine mehr im Kurpark“, sagte Geißbarth. Er verstehe die Welt nicht mehr.

Bürgermeister Heckel versuchte daraufhin, deeskalierend einzuwirken. „Wir wollen nicht in Konfrontation mit dem Pächter gehen, mit dessen Arbeit wir sehr zufrieden sind“, betonte er an Geißbarth gewandt. Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Matthias Oberth, zeigte Verständnis für Geißbarth: „Ich verstehe, dass du sauer bist.“ Doch deswegen versuche man ja nun, das Problem im Gespräch zu lösen.

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Das Gehege im Park unbedingt erhalten

Der Planer Haggeney betonte in diesem Zusammenhang noch einmal, dass alle Verantwortlichen das Tiergehege dauerhaft erhalten wollen würden. Das Gehege stehe überhaupt nicht zur Diskussion. Er forderte auch noch einmal ausdrücklich dazu auf, es zu bewahren. „Es wird kein neues geben. Haltet es!“ Solche Gehege würden heutzutage grundsätzlich nicht mehr genehmigt.

Als Grund dafür, dass die Spitze des Tiergeheges mit ihrem Baumbestand überhaupt verkleinert werden müsse, wurde das Spiel- und Bewegungsband genannt, das in unmittelbarer Nähe anschließen soll und Teil der geplanten LGS-Daueranlage ist. Haggeney zufolge könne er das nicht komplett weiter nach Norden verschieben. Das sei nur mit einzelnen Geräten möglich, um das Element kompakter zu gestalten.

Einen neuen Zaun gibt es ebenfalls

Kompakter soll denn nun auch das Tiergehege werden. Denn Haggeney zufolge sei es mit 15 Metern nicht getan, es müsse auf einer Länge von 52 Metern eingekürzt werden. Damit Geißbarth nicht zu viel Fläche verloren geht, soll ein ähnlich großes Areal als Ausgleichsfläche in Richtung der alten Baumschule geschaffen werden. Sie soll in das bestehende Gehege integriert werden. Die dort bereits gewachsenen Bäume und Büsche sollen erhalten bleiben.

Dafür muss allerdings auch ein Teil des Weges einbezogen werden, der aktuell direkt am Gehege entlang vorbei führt. Geplant ist, diesen als „Umgehung“ um das neu entstehende Areal herum zu führen. Den Abzweig dazu gibt es bereits. Einen „neuen Zaun mit guter Zementierung“ soll es für den neu entstehenden Bereich ebenfalls geben.

Bessere Rückzugsmöglichkeiten für Tiere

Und die LGS-Verantwortlichen werden sich um die notwendigen Genehmigungen kümmern. Haggeney ist optimistisch, dass diese ohne größere Probleme erteilt werden. Der Planer wertete diese Neugestaltung des Geheges als „etwas sehr Positives“. Die Tiere könnten sich in einer breiten Fläche besser zurückziehen als auf einem spitz zulaufenden Areal.

Geißbarth zeigte sich kompromissbereit. Haggeney wird den Plan nun noch einmal entsprechend ändern und auch die Bäume markieren, die im Zuge der Maßnahme gefällt werden müssen. Bürgermeister Heckel sicherte zu, dass die Bäume anschließend mit einem Flatterband markiert werden würden, damit man sich direkt vor Ort noch einmal einen Eindruck verschaffen könne. „Vorher wird kein Baum gefällt.“

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