Tödlicher Unfall 2023 bei Rothenburg: Ursache nach jahrelanger Ermittlung geklärt | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 03.12.2025 07:00

Tödlicher Unfall 2023 bei Rothenburg: Ursache nach jahrelanger Ermittlung geklärt

Bei dem schweren Unfall südlich von Rothenburg starb im Juli 2023 ein 50-Jähriger. (Archivbild: Jürgen Binder)
Bei dem schweren Unfall südlich von Rothenburg starb im Juli 2023 ein 50-Jähriger. (Archivbild: Jürgen Binder)
Bei dem schweren Unfall südlich von Rothenburg starb im Juli 2023 ein 50-Jähriger. (Archivbild: Jürgen Binder)

Im Sommer 2023 war ein damals 54 Jahre alter Autofahrer bei Rothenburg frontal mit einem 50-Jährigen zusammengestoßen, der dabei ums Leben kam. Der verhängnisvolle Unfall beschäftigte die Staatsanwaltschaft Ansbach bis heute: denn die Minuten vor dem Crash waren rätselhaft.

Der Volvo des 54-Jährigen war am 27. Juli 2023 auf der A7 durch Schlangenlinien und dichtes Auffahren aufgefallen. Beim Verlassen der Autobahn an der Ausfahrt Rothenburg begegnete eine Polizeistreife dem Fahrzeug. Der Fahrer missachtete eine rote Ampel und bog auf die Landstraße in Richtung Gebsattel ab. Als die Polizisten versuchten, den Wagen anzuhalten, fuhr der 54-Jährige mit überhöhter Geschwindigkeit einfach weiter.

Über zwei Jahre für Gutachten und Ermittlungen

Kurz nach der Autobahnunterführung geriet der Mann auf die Gegenfahrbahn und stieß nach rund 80 Metern mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammen. Dessen Insasse, ein 50-Jähriger, starb noch am Unfallort. Der Verursacher wurde schwer verletzt in eine Klinik geflogen.

Wie Oberstaatsanwalt Jonas Heinzlmeier berichtet, waren im Rahmen der Ermittlungen zahlreiche Gutachten nötig. Sie sollten klären, weshalb der 54-Jährige ein so auffälliges Fahrverhalten an den Tag legte – und wieso er in den Gegenverkehr steuerte. Immerhin stand der Fahrer weder unter Alkohol-, noch Drogen- oder Medikamenteneinfluss. Die aufwendigen Beurteilungen währten nun über zwei Jahre.

Unterzuckerung führte zum verhängnisvollen Unfall

Jetzt ist klar: Die Ermittlungen gegen den damals 54-Jährigen wegen fahrlässiger Tötung wurden eingestellt. Dieser sei „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit” in den Momenten vor dem Unfall fahruntüchtig gewesen, sagt Heinzlmeier. Der Mann sei Diabetiker und habe sich in einem „Zustand der schweren Unterzuckerung” befunden.

Die Staatsanwaltschaft habe noch geprüft, ob der Mann dies womöglich rechtzeitig hätte merken können und die Symptome missachtete. Ein Sachverständiger für Diabeteserkrankungen bestätigte allerdings, dass „die Symptome bei einem langsamen Abfallen des Blutzuckerspiegels nur sehr mild auftreten können”. Die Empfehlung der Deutschen Diabetes Gesellschaft sei, bei längeren Autofahrten alle drei Stunden den Blutzuckerspiegel zu messen. Allerdings sei der Fahrer noch nicht so lange unterwegs gewesen, sagt Heinzlmeier.

Ob der Mann nach Abschluss des Verfahrens seine Fahrerlaubnis uneingeschränkt behält oder ob er mit Auflagen rechnen muss, ist nun Sache der zuständigen Führerscheinstelle.


Johannes Hirschlach
Johannes Hirschlach
Redakteur für Digitales
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