Mehrere Monate nachdem ein 88-Jähriger wegen eines Busunfalls in der Bischof-Meiser-Straße in Ansbach verstarb, hat die Polizeiinspektion Ansbach die Ermittlungen abgeschlossen. Lange waren die Beamten vergebens auf der Suche nach dem Verursacher – dem Busfahrer.
Am 11. Juli 2024 war ein Senior auf dem Gehsteig an der engen Straße im Stadtgebiet gestürzt. Dabei landeten seine Füße auf der Straße und wurden von einem vorbeifahrenden Bus überrollt. Eine Woche später starb er aufgrund seiner Verletzungen im Krankenhaus.
Da es einen Zeugen des Vorfalls gab, hatte die Polizei im Sommer direkt einen ersten Anhaltspunkt: „Man hat sich zunächst auf den Linienverkehr konzentriert und sämtliche Busunternehmen gezielt aufgesucht”, erklärt Stefan Schuster, stellvertretender Inspektionsleiter der Ansbacher Dienststelle, auf Nachfrage. Ohne den Zeugen hätte es jede Art von schwerem Fahrzeug sein können, sagt er. Rot und weiß sei der Bus nach Angaben des Zeugens gewesen.
Beamte der Ansbacher Polizei statteten also vielen Busunternehmen in der Region einen Besuch ab, um den Verursacher zu finden. Die kritischen Fragen hätten nicht allen Firmen gefallen, erzählt Schuster. Andere kooperierten problemlos.
Wer denkt, anhand der städtischen Fahrpläne sei der verantwortliche Busfahrer zügig zu finden, täuscht sich. „So einfach, nach Busplänen zu gehen, war es nicht”, betont Schuster. Nicht jeder Fahrer hält sich an den vorgegebenen Plan. Nicht jedes Busunternehmen verwendet Fahrtenschreiber oder Zeitstempel. Und: Nicht nur Linienbusse fahren durch die Bischof-Meiser-Straße.
Auch da sind wir nicht weitergekommen.
Doch die Suche in der Region blieb erfolglos. Deshalb wurde sie auf den nordbayerischen Raum ausgeweitet. Die Ansbacher Polizei kontaktierte andere Dienststellen und hatte sie darum gebeten, die dort ansässigen Busunternehmen zu überprüfen. Dabei stellte sich heraus, dass zum Zeitpunkt des Unfalls in Ansbach mehrere Ausflugsbusse in der Nähe unterwegs waren. Jedoch gab es keine Anhaltspunkte, dass eines dieser Fahrzeuge in den Unfall verwickelt war.
„Auch da sind wir nicht weitergekommen”, berichtet Schuster. Stattdessen liefen alle Suchen ins Leere: „Weder der Bus, noch der Fahrer konnten ermittelt werden.”
Ob der Busfahrer den Unfall bemerkt hat? Diese Frage bleibt nach wie vor unbeantwortet. Schuster vermutet: wohl eher nicht. Da die Straße im Stadtgebiet sehr eng ist, komme es zudem immer wieder vor, dass Fahrzeuge mit ihren Reifen an die Bordsteinkante kommen. Auch sei es normal, dass die Routen der Busfahrer nicht immer ganz ebenmäßig sind. Falls der beteiligte Fahrer also ein Holpern gemerkt haben soll, habe er sich dabei womöglich einfach nichts gedacht, vermutet Schuster.