Wie weit ist der 1. FC Nürnberg auf dem Weg zurück in die Bundesliga? Gegen Bayer Leverkusen zeigte der Zweitligist im DFB-Pokal über weite Strecken, dass er sich selbst vor einem Topteam dieser Qualität nicht verstecken muss. Nach einer 2:0-Führung verloren die Franken zwar noch mit 2:5, ernteten aber Anerkennung vom Gegner. „Das könnte sehr, sehr gut eine Mannschaft sein, die wir nächstes Jahr in der Bundesliga sehen“, sagte Leverkusens Jonas Hofmann.
Trotz der am Ende dann doch deutlichen Niederlage hatte der Tabellenzweite der 2. Fußball-Bundesliga den Favoriten mit einer starken ersten Halbzeit an den Rand einer Pokal-Überraschung gebracht. „Das 5:2 fällt aus meiner Sicht etwas zu hoch aus. Aber ich glaube, meine Mannschaft hat gezeigt, dass sie auch mithalten kann, wenn man die erste Halbzeit sieht“, resümierte Nürnbergs Cheftrainer Miroslav Klose.
Eine Einschätzung, die auch Leverkusens Trainer Carles Martínez teilte. Der Spanier hob insbesondere Nürnbergs offensive Qualitäten hervor und betonte, dass seine Mannschaft von Beginn an gewarnt gewesen sei. „Sie haben sehr, sehr gut gespielt, gerade offensiv. Wenn man nicht bereit ist, sieht man ganz deutlich, was passieren kann“, erklärte der 42-Jährige und gratulierte den Fußballern aus Franken zu ihrer Leistung.
So überzeugend und mutig der Nürnberger Auftritt über weite Strecken war, zeigte die Partie mit zunehmender Dauer auch, woran der Zweitligist noch arbeiten muss. Vor allem der Anschlusstreffer kurz vor der Pause sei ein entscheidender Moment gewesen, sagte Klose: „Der hat uns, glaube ich, ein bisschen gebrochen.“ Am Ende habe vor allem „viel Qualität“ bei Standards der Leverkusener dann den Unterschied gemacht.
Dabei dürften den „Club“ gerade die Entstehung der Gegentore nach Standardsituationen besonders ärgern. Leverkusen hatte in der Bundesliga bislang alle 16 Treffer aus dem Spiel heraus erzielt. Gegen den FCN fielen jedoch zwei Tore direkt nach Ecken, eines per Elfmeter und ein weiteres nach einem abgewehrten Eckball. „Drei Standardtore sind einfach zu viel. Das müssen wir einfach besser verteidigen“, betonte Kapitän Jan Reichert.
Coach Klose erklärte: „Natürlich ist die Enttäuschung groß. Das gehört im Pokal aber dazu. Man hofft auf ein besonderes Los und möchte möglichst lange im Wettbewerb bleiben.“ Nun gelte es, den Blick nach vorne zu richten. „Wir sind auf dem richtigen Weg und am Sonntag wartet bereits die nächste schwere Aufgabe auf uns. Wir nehmen aus dem Spiel viel mit und fokussieren uns auf Sonntag“, sagte er mit Blick auf das Liga-Auswärtsspiel beim FC St. Pauli.
Für die nächsten Aufgaben im Liga-Alltag soll der couragierte Auftritt beim Double-Sieger aus 2024 für die Klose-Elf dennoch ein Mutmacher sein. „Daraus können wir viel ziehen. Man kann schon erhobenen Hauptes nach Hause fahren“, bilanzierte Reichert. Im kommenden Jahr wolle der Club wieder angreifen. Gemeint war damit vor allem der Pokal - doch vielleicht kommt es dann auch in der Liga zum Wiedersehen mit Bayer Leverkusen.
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