Vom ehemaligen Wohngebäude mit Münster-Apotheke ist nach dem Abbruch nur noch ein Steinhaufen übrig. Dort soll ein unterirdisches Rückhaltebecken gebaut werden, das die Abwassersituation in Heilsbronns Innenstadt entschärft.
Die Planung dafür wird gerade erarbeitet, berichtete Fachbereichsleiter Tobias Christ dem Stadtrat. Wie das Rückhaltebecken aussehen und wie es an das Kanalnetz angeschlossen wird, sei noch offen, sagte Christ. Die Planung liege noch nicht vor. Es seien umfangreiche Abstimmungen mit dem Wasserwirtschaftsamt notwendig gewesen, die gerade erst erfolgt seien.
Nach seinen Angaben ging es darum, die Kapazität des Rückhaltebeckens an der Götz-Kreuzung mit dem Überlaufbecken am Mühltürchen und der Kapazität der Zentralkläranlage bei Weiterndorf abzustimmen. Diese Information gab die Stadtverwaltung aufgrund eines Antrags vom Juni des Stadtratsmitglieds Hans Imper. Er hatte die Vorstellung einer Skizze beantragt, aus der die Größe und Tiefe des Bauwerks sowie die Lage des Anschlusses an den Hauptkanal hervorgeht.
Aus Sicht der Stadtverwaltung sei eine Skizze vorzulegen derzeit „keineswegs erforderlich und auch keineswegs zielführend“, so Christ. Sobald es die entsprechenden Planentwürfe gebe, würden diese dem Stadtrat vorgelegt.
Das Rückhaltebecken soll nach ersten Berechnungen eine Kapazität bis zu 1500 Kubikmetern haben. Es ist notwendig, weil aus dem Siedlungsbereich nördlich der Innenstadt bei Starkregen so viel Wasser in den Mischwasserkanal fließt, dass sogar schon der Marktplatz überflutet war.
Seit Jahrzehnten ist die Problematik bekannt. Die zunächst favorisierte Idee, über eine Tunnelröhre das Abwasser zum Rebenzaun zu führen und von dort in den Schwabachgrund, wurde wegen der technischen Herausforderung und hoher Kosten fallen gelassen.
Wenn das Rückhaltebecken einmal fertig sein wird, soll das Grundstück an der Götz-Kreuzung wieder gestaltet werden. Deswegen ist es in den Planungswettbewerb einbezogen, der für das Bahnhofsumfeld und dessen Anbindung an die Innenstadt aktuell läuft.