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Veröffentlicht am 30.05.2026 11:52, aktualisiert am 30.05.2026 14:54

UNO-Spaß vor Finnland-Test - Chance für Karl und Undav

Julian Nagelsmann (l.) und Jamal Musiala (r.) sprechen bei der DFB-Pressekonferenz.  (Foto: Federico Gambarini/dpa)
Julian Nagelsmann (l.) und Jamal Musiala (r.) sprechen bei der DFB-Pressekonferenz. (Foto: Federico Gambarini/dpa)
Julian Nagelsmann (l.) und Jamal Musiala (r.) sprechen bei der DFB-Pressekonferenz. (Foto: Federico Gambarini/dpa)

Vor seinem lang ersehnten DFB-Comeback erzählte Jamal Musiala launig von einem WM-Verlierer im Kreise der Nationalmannschaft. Ausgerechnet seinen kongenialen Zauber-Partner Florian Wirtz hatte es erwischt. Nicht beim Fußball, versteht sich - sondern beim UNO. 

Beim auch im Kreise der DFB-Stars beliebten Kartenspiel hatte Wirtz kein Glück und musste als Strafe bei Julian Nagelsmann antanzen. „Er musste zum Trainer gehen und was sagen“, erzählte Musiala noch sichtlich amüsiert von der UNO-WM als Highlight des Familientages im Trainingscamp in Herzogenaurach. 

Was Wirtz genau zu Nagelsmann sagen musste, blieb unerwähnt, doch auch der Bundestrainer konnte am Tag vor dem letzten WM-Test vor dem Abflug nach Amerika gegen Finnland noch über diesen Klamauk lachen. Der vielbeschworene Teamgeist passt offensichtlich und soll mit einem Sieg am Sonntag (20.45 Uhr/ZDF) in Mainz auch sportlich unterfüttert werden. 

Musiala-Comeback als Spaßbringer

„Wir wollen morgen ein gutes Spiel machen und gewinnen“, sagte Nagelsmann. „Wichtig ist, so einen Flow zu erreichen“, fügte der Bundestrainer an. Und: Man wolle Musiala „wieder willkommen heißen bei uns im Kreise.“ Zehn Länderspiele seit März 2025 hat der Münchner verpasst, die meisten wegen seines schweren Beinbruchs. 

„Top“, sagte Nagelsmann, sei es, dass sich die Fans nun wieder auf das Duo Musiala und Wirtz, hinlänglich bekannt als „Wusiala“, freuen könnten. „Ich habe es schon vermisst, mit ihm zu zocken“, sagte Musiala über die sportliche Wiedervereinigung mit dem Liverpool-Star. 

Im lockeren Plausch mit Joshua Kimmich und Leroy Sané absolvierte Musiala die Aufwärmübungen beim Abschlusstraining für den Finnland-Test vor der Abreise nach Mainz in Herzogenaurach. Ging es da vielleicht noch um den UNO-Spaß? Auf dem Übungsplatz hat Nagelsmann seine Profis in den ersten drei Tagen der WM-Vorbereitung allerdings vornehmlich fokussiert erlebt. „Die Jungs sind schon alle gut auf dem Gaspedal“, sagte Nagelsmann. 

Siegesserie ausbauen

Jetzt soll gegen Finnland das WM-Tempo aufgenommen werden. „Für uns ist es schon eine Chance, einen Rhythmus aufzubauen, sieben Spiele gewonnen, da wollen wir dran anknüpfen“, verwies Kapitän Kimmich auf den Faktor Selbstvertrauen. Auch wenn sieben Siege nicht den 36 Erfolgen entsprechen, mit denen der spätere Champion Argentinien vor vier Jahren nach Katar anreiste. 

Gegen Finnland soll sich ein WM-Gerüst weiter einspielen. Eine Chance zum Vorspielen erhalten Lennart Karl und Deniz Undav, verriet Nagelsmann. Bayern-Teenager Karl (18) rutscht bei seinem Startelf-Debüt auf die rechte Außenbahn neben Wirtz und Musiala - das klingt nach ganz viel jugendlicher Frische für den WM-Traum. 

Der Stuttgarter Undav, bislang von Nagelsmann plakativ als Joker eingeplant, vertritt ganz vorne Kai Havertz, der mit dem FC Arsenal am Samstag noch im Königsklassen-Einsatz war. Auf der Doppelsechs setzt der Bundestrainer auf das Duo Felix Nmecha und Aleksandar Pavlovic. 

Neuer mit Reha-Programm im Soll

Dass Oliver Baumann bis zum Comeback von Manuel Neuer noch das Tor hütet, hat Nagelsmann schon früher verraten. Rekordmann Neuer sei „schon schneller unterwegs im Laufen, sieht gut aus, gibt keine Probleme, also voll im Soll, es läuft alles“, erzählte Nagelsmann über den Heilungsprozess der Neuer-Wade. 

Auch vor dem WM-Sieg vor zwölf Jahren hatte Neuer die letzten WM-Tests verpasst, damals wegen einer Schulterblessur. Denen, die es mit sportlichem Aberglauben halten, kann das Hoffnung geben, wie auch der Spielort Mainz.

Wieder ein Tore-Fest in Mainz?

Vor zwölf Jahren gab es dort unmittelbar vor der Abreise nach Brasilien ein 6:1-Fest gegen Armenien. Ein paar Wochen später folgte die Titelkrönung in Rio de Janeiro. Nur eines darf sich nicht wiederholen: Eine schlimme Verletzung, wie sie dereinst Marco Reus in Mainz ereilte und um den WM-Start brachte.

Nach dem Test gegen Finnland absolviert die DFB-Elf noch ein Testspiel. Am Dienstag fliegt das Team nach Chicago, wo am 6. Juni die USA der Kontrahent bei der WM-Generalprobe sind. „Am Ende geben einem Siege Selbstvertrauen und deswegen wollen wir beide Spiele gewinnen“, sagte Kimmich. Und zwar im Fußball, nicht beim UNO.

© dpa-infocom, dpa:260530-930-150054/3


Von dpa
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