Der Abwasserpreis in Weigenheim bleibt konstant, der Wasserpreis steigt auch wegen eines rätselhaften Mehrverbrauchs kräftig – liegt aber im Vergleich mit anderen Gemeinden weiter niedrig. Das war das Ergebnis der Beratungen im Gemeinderat über die neuen Gebühren.
Alle vier Jahre müssen sie neu kalkuliert werden, wobei der Gemeinderat wenig Spielraum hat: Wasser und Abwasser dürfen weder quersubventioniert werden noch selbst einen Überschuss abwerfen, um andere Haushaltslöcher zu stopfen. Man spricht von kostenrechnenden Einrichtungen.
Bürgermeister Rainer Mayer hatte zuerst das Positive auf die Tagesordnung gesetzt, das Abwasser. Dort wurde ein kleiner Überschuss erwirtschaftet, der in den nächsten vier Jahren kostendämpfend wirkt.
Zwei Gründe führte der Bürgermeister dafür an: Zum einen hat sich der Anschluss an die Kläranlage in Uffenheim etwas verzögert und die Gebühren für die Einleitung fallen noch nicht in der kalkulierten Höhe an. Zum anderen steht mit 100.000 Euro zwar eine gehörige Stange Geld für die Klärschlammentsorgung in der Abrechnung, doch der Weigenheimer Klärschlamm konnte noch einmal auf den Feldern ausgebracht werden. Sonst wäre es viel teurer geworden.
Deshalb war Mayer positiv überrascht. Die Grundgebühr bleibt bei 70 Euro, die Verbrauchsgebühr bei 3,55 Euro netto pro Kubikmeter.
Weniger erfreulich fiel die Kalkulation beim Wasser aus. Dort ist ein Defizit aufgelaufen. Auch hier seien zwei Gründe maßgeblich: Der eine ist der Wasserpreis, den die Fernwasserversorgung Franken (FWF) seit 2020 von 1,05 Euro in mehreren Schritten erhöht hat. 2026 liegt er bei 1,70 Euro pro Kubikmeter.
Zum anderen ist der Wasserverbrauch seit 2021 kräftig gestiegen. Darüber hatte der Gemeinderat bereits in einer vergangenen Sitzung ausführlich diskutiert, nachdem der Rechnungsprüfungsausschuss den Finger in die Wunde gelegt hatte. Mayer räumte jetzt ein, dass er das Problem unterschätzt habe.
Bei einem plötzlich auftretenden Wasserverlust erhält die Gemeinde nämlich zuverlässig einen Anruf der FWF, die auch aus der Ferne einen Überblick hat, wenn es zu Auffälligkeiten kommt. In Weigenheim scheint es sich aber nicht um einen Schaden zu handeln, der abrupt zu höherem Wasserverbrauch geführt hat. Der Verbrauch steigt kontinuierlich an.
Klar scheint jedenfalls, dass das Wasser im Netz der Gemeinde, also weder bei den Hausanschlüssen noch auf FWF-Gebiet, aus der Leitung tritt. Bürgermeister Mayer plant eine Nachtaktion mit seinem Bauhof: „Vielleicht können wir uns von der FWF ein Horchgerät leihen. Dann gehen wir die Hauptleitungsstränge ab und versuchen herauszufinden, wo es herausspritzt.“
Ein Wasserschaden beim Anwesen des Gemeinderats Joachim Stahl in Reusch war gerade erst gefunden worden. Stahl konnte sich deshalb ein gutes Bild davon machen, wie schwer die Suche sein dürfte: „Sein“ Leck entdeckte er nur, weil das Wasser in einen Schacht lief und schließlich der Putz abplatzte.
Die Befürchtung, dass es sich um mehrere Lecks handelt, wird dadurch genährt, dass es in allen drei Ortsteilen zu Mehrverbräuchen gekommen ist – pro Kopf am gravierendsten in Geckenheim, von der Wassermenge her am meisten in Weigenheim.
Wenigstens in einer Frage gab der Bürgermeister Entwarnung: Weigenheim muss derzeit kein neues Wasserkontingent bei der FWF kaufen, auch wenn die 50.000 Kubikmeter, welche die Gemeinde pro Jahr bestellt, momentan nicht ausreichen. Wenn die Schäden gefunden und behoben wurden, soll sich das aber wieder ändern. Über die Hausanschlüsse abgegeben wurde nämlich in den letzten Jahren immer weniger Wasser, zuletzt etwas mehr als 40.000 Kubikmeter.
Um das viele und teurere Wasser zu bezahlen, müsste der Wasserpreis deutlich von 1,75 auf 2,92 Euro pro Kubikmeter steigen. Eine Mehrheit des Rats sprach sich dafür aus, die Grundgebühr zu erhöhen und den Verbrauchspreis damit ein bisschen zu dämpfen: Neu gilt damit eine Grundgebühr von 70 Euro (derzeit: 43,10 Euro) und eine Verbrauchsgebühr von 2,65 Euro pro Kubikmeter netto. Dennoch brauche man sich vor anderen Gemeinden nicht verstecken, stellte Thomas May klar.