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Veröffentlicht am 12.12.2023 17:53

US-Armee in Katterbach nimmt ihr Chemieproblem in Angriff

Im März 2024 soll Baubeginn sein. Dann will die US-Armee in der Katterbacher Kaserne endlich eine Abstromsicherung installieren. Sie soll verhindern, dass mit per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) belastetes Grundwasser in die Umgebung strömt und Böden, Brunnen und Weiher verseucht. Das hat die US-Garnison jetzt auf Anfrage der FLZ angekündigt.

Für die betroffenen Anwohner rund um den amerikanischen Stützpunkt haben sich die Dinge quälend langsam entwickelt. Seit zehn Jahren ist bereits bekannt, dass Rückstände von PFC-haltigen Löschschäumen am Feuerwehr-Übungsplatz der Katterbacher Kaserne über Jahrzehnte im Boden versickert sind und über das Grundwasser die Umgebung verseuchen.

Lange Zeit tat sich nichts, um der Verbreitung der unter Krebsverdacht stehenden Substanzen entgegenzutreten. Dann, vor vier Jahren, lag endlich das von der US-Armee in Auftrag gegebene Sanierungsgutachten vor, das unter anderem den Bau einer Abstromsicherung vorsieht, bei der das Grundwasser über eine Brunnengalerie hochgepumpt und durch eine Filteranlage gereinigt werden soll.

Ende 2022 wurde auf dem Kasernengelände eine Pilotanlage errichtet. Monatelang experimentierten dort Umwelt-Experten im Auftrag der US-Garnison, um das geeignete Filtermedium zu finden, das die extrem flüchtigen PFC aus dem Grundwasser holen soll.

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Seit Juli liegt der Endbericht zur Sanierungsplanung des Kaiserslauterer Ingenieurbüros AECOM vor und ist inzwischen auf der Website der Stadt Ansbach (www.ansbach.de) öffentlich einsehbar. Und Ende September hat die US-Armee dann mitgeteilt, dass sie den Auftrag für den Bau und den Betrieb der 1,8 Millionen Euro teuren Abstromsicherung vergeben hat.

Und jetzt? Wie geht es weiter? Auf Anfrage der FLZ teilte Garnisons-Sprecherin Gerlinde Hoyle mit, dass am 11. Oktober eine Bauvorbesprechung mit der beauftragten Firma stattgefunden habe. Vertreter deutscher Behörden – städtisches Umweltamt oder Wasserwirtschaftsamt Ansbach etwa – seien bei dem Treffen nicht anwesend gewesen. „Wie üblich und im Vertrag festgelegt, stimmt sich der Auftragnehmer nach dem Treffen mit den deutschen Behörden ab, um alle Genehmigungen oder Lizenzen einzuholen und die örtlichen Behörden zu informieren“, heißt es im Statement der US-Garnison.

Noch kein Kontakt zu deutschen Behörden

Rechtsreferent Udo Kleinlein, bei der Stadt Ansbach für die PFC-Problematik verantwortlich, erklärte auf Anfrage, dass es bis jetzt – also zwei Monate später – zu keiner Kontaktaufnahme mit dem städtischen Umweltamt gekommen sei. Auch Nadine Wölkl, zuständige Abteilungsleiterin des Wasserwirtschaftsamtes Ansbach, kann noch nicht über Anfragen seitens der beauftragten Firma berichten. Und wasserrechtliche Genehmigungen brauchen nun einmal ihre Zeit.

Nichtsdestotrotz scheinen die Dinge in Bewegung zu kommen. Das beauftragte Unternehmen arbeite derzeit an einem Bauzeitenplan, so US-Armee-Sprecherin Hoyle. Der Baubeginn sei für den März vorgesehen. Auch seien „diverse Begehungen“ mit Subunternehmen im Gelände durchgeführt worden. Noch seien aber etliche Vorarbeiten mit den deutschen Behörden abzuarbeiten. Zum Beispiel müsse die Baufirma eine Einleitgenehmigung beantragen.

Fürs Frühjahr plant die US-Garnison einen Pressetermin, um die Details des Projekts öffentlich vorzustellen.

Wenig Informationen gibt es zu der Frage, wie die US-Armee mit dem kontaminierten Boden des ehemaligen Feuerwehr-Übungsplatzes umgehen will. Dort warten dem Sanierungsgutachten zufolge rund 28.500 Kubikmeter kontaminiertes Erdreich, aus dem kontinuierlich PFC ins Grundwasser sickern. Noch ist offen, ob man die PFC aus dem Boden entfernen kann oder ob man sich damit begnügen muss, ihn irgendwo gesichert abzulagern, wie das zum Beispiel bei der PFC-Sanierung am Nürnberger Flughafen geschieht. Erst die Sanierung dieses Hotspots, da sind sich alle Experten einig, ist geeignet, das PFC-Problem in Katterbach und Umgebung dauerhaft zu lösen.

Man könne den Ergebnissen der laufenden Machbarkeitsstudie dazu nicht vorgreifen, heißt es seitens der US-Garnison.

Diese Abbildung aus dem Endbericht zur Sanierungsplanung zeigt den vorgesehenen Standort der Abstromsicherung in der Kaserne in Katterbach. (Repro: Jim Albright)
Diese Abbildung aus dem Endbericht zur Sanierungsplanung zeigt den vorgesehenen Standort der Abstromsicherung in der Kaserne in Katterbach. (Repro: Jim Albright)
Diese Abbildung aus dem Endbericht zur Sanierungsplanung zeigt den vorgesehenen Standort der Abstromsicherung in der Kaserne in Katterbach. (Repro: Jim Albright)

Winfried Vennemann
Winfried Vennemann
Redakteur
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