Seit einem Gutachten aus dem Jahr 2014 ist die Verunreinigung des Bodens in der US-Kaserne in Katterbach bekannt. Nun soll eine Filteranlage den weiteren Zufluss kontaminierten Wassers in den Boden verhindern.
„Today is a happy day“ - „Heute ist ein glücklicher Tag“, erklärte Oberbürgermeister Thomas Deffner in der US-Kaserne in Ansbachs Ortsteil. Der Grund ist die Inbetriebnahme der neuen PFAS-Filteranlage. PFAS sind per- und polyfluorierte Chemikalien. Dies sind wasser-, fett- und schmutzabweisende Stoffe. Oft sind diese in Feuerlöschmitteln enthalten. Gerade an Flugplätzen und Militärgeländen kommen diese häufig vor. Sie sind extrem langlebig und geltten als gesundheitsschädlich.
Seit 2014 laufen Boden- und Grundwasserbewertungen in Katterbach. Diese ergaben zwei Hauptbelastungsschwerpunkte im Boden und im Grundwasser. Beide stehen im Zusammenhang mit ehemaligen Feuerwehrübungen.
Darum entschied die US-Armee, hydraulische Sicherungsmaßnahmen für das Grundwasser einzurichten. Es wird aus extra angelegten Entnahmebrunnen gepumpt, gefiltert und zurückgeführt. Die Filterung erfolgt durch zwei identische Anlagen, probeweise ist in einer zusätzlich ein Kohleaktivfilter vorgeschaltet.
Die Planung dauerte von September 2020 bis Juli 2023. Dazu gehörten der Bau von Grundwassermessstellen, die Durchführung von mehrmonatigen Langzeitpumpversuchen und der Betrieb einer Pilotanlage zur effizienten Reinigung des Wassers.
Im April 2024 begann der Bau. Zum Projekt gehörten neben den neun Grundwasserentnahmebrunnen und Messstellen die Verlegung von 700 Meter Rohrleitungen mit Kontroll- und Pumpschächten bis zu sieben Metern Tiefe.
Das geförderte Grundwasser wird über Rohrleitungen zu den Reinigungsanlagen geleitet, wo die PFAS mit Hilfe von mehrstufigen Ionenaustauschern herausgefiltert werden. Die Anlage kann bis zu 135 Kubikmeter Wasser pro Tag verarbeiten. Die Einrichtung kostete 1,8 Millionen Euro, hinzu kamen Planungskosten in Höhe von 590.000 Euro.
Der Kommandeur der US-Kaserne Ansbach, Colonel Aaron J. Southard, nahm die Anlage mit einem Drücken eines roten Knopfs in Betrieb. Dies war nicht nur rein symbolisch, betonte Southard: „Das hier ist nicht nur eine Show. Jetzt geht es wirklich los.“ So wichtig und komplex die Maschine ist, so schlicht ist sie in zwei unscheinbaren Baucontainern untergebracht.
Für Southard ist der Betrieb ein Symbol für die deutsch-amerikanische Partnerschaft: „Dieser Tag soll daran erinnern, dass wir gemeinsam Herausforderungen meistern und eine sichere, nachhaltigere Zukunft aufbauen können.“
Auch Oberbürgermeister Deffner freute sich über die Zusammenarbeit: „Die Stadt Ansbach war über das Umweltbundesamt beteiligt. Es bestand stets ein enger Austausch und das soll auch so bleiben.“
Verantwortlich für die US-Kasernen aus deutscher Sicht ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Steffen Utzinger freut sich über einen großen Schritt zur Verbesserung des Umweltschutzes. Jedoch soll die Anlage nur das Grundwasser filtern. Über die Jahre angesammelte Altlasten bleiben im Boden bestehen. „Experten auf deutscher wie amerikanischer Seite suchen nach einer Problemlösung.“ Zwar arbeiten Deutsche im Zivilgebiet und Amerikaner innerhalb der Kaserne, „es gibt aber genug Schnittstellen, über die sie sich austauschen“.