Zehn Jahre nach Bekanntwerden der Verseuchung durch per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) von Boden und Grundwasser unter der Kaserne in Katterbach sollen im April endlich Baumaßnahmen zur Eindämmung des Giftschadens beginnen. Doch schon jetzt ist klar, dass es nicht bei dieser Abstromsicherung bleiben kann.
„Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass das Abstromsicherungsprojekt mit mehr als 1,8 Millionen Dollar finanziert wurde und im April mit den Arbeiten begonnen wird“, sagte Standort-Kommandeur Colonel Aaron B. Dixon bei einem Empfang in der Bismarck-Kaserne. Nach Informationen der FLZ soll der Stuttgarter Baukonzern Züblin den Zuschlag erhalten haben.
In der gleichen Rede kündigte Dixon an, dass das US-Militär 250 Millionen Dollar in den Umbau der Barton-Kaserne investieren werde. Die Bürgerinitiative (BI) „Etz langt’s“ bezeichnete es in einer Pressemitteilung als „Skandal, wenn 250 Millionen Dollar für Aufrüstung, aber nicht einmal ein Hundertstel für den Schutz unseres Grundwassers und unserer Böden ausgegeben werden soll“. Tatsächlich könnte man für die Kosten der PFC-Abstromsicherung nicht einmal einen einzigen Chinook-Transporthubschrauber kaufen, wie der Acht-Milliarden-Deal zur Anschaffung von 60 Chinooks für die Bundeswehr zeigt.
Die Bürgerinitiative, viele Anwohner, aber auch die Stadt Ansbach haben in der Vergangenheit immer wieder betont, dass die Abstromsicherung in Katterbach lediglich den PFC-Schaden eindämmen kann, indem sie den Transport der Schadstoffe über Grundwasserströme in die Umgebung unterbricht. Der eigentliche Schadensherd, 28.500 Kubikmeter hochgradig durch PFC-haltige Löschschäume verseuchter Boden, bleibt davon unberührt und liefert ununterbrochen „Nachschub“ durch versickernde Schadstoffe.
„Etz langt’s“ wirft der US-Armee vor, diesen „Hotspot“ nicht beseitigen zu wollen, und fordert, dass die Katterbach-Kaserne samt dem Hubschrauber-Flugfeld geräumt wird. „Offenbar führt nur der Abzug zu einer ehrlichen PFC-Sanierung“, erklärte der BI-Jurist André Fitzthum und verwies auf den ehemaligen US-Flugplatz in Bitburg, wo die Planungen für eine sichere Lagerung des PFC-haltigen Bodens angelaufen sind. Das US-Militär sei der „größte Umweltverschmutzer der Region“ und wolle an dieser Tatsache auch nichts ändern, so Fitzthum.
Wer dem Standort-Kommandeur genauer zuhört, könnte aber auch zu einem anderen Ergebnis kommen. Man verwende zwar keine PFC mehr, so Colonel Dixon, man wisse aber: Die „kontaminierte Zone am westlichen Ende von Katterbach muss saniert werden“. Auf Anfrage der FLZ hatte die US-Garnison im Dezember erklärt, es laufe derzeit eine Machbarkeitsstudie zur Sanierung der Böden. Deren Ergebnissen wolle man aber nicht vorgreifen.
Für Anfang April hat die Garnison einen Pressetermin in Katterbach geplant, um über den Stand der Bauarbeiten für die Abstromsicherung zu informieren. Bei dieser Gelegenheit werden sich die Umwelt-Experten der US-Armee auch den Fragen nach dem Umgang mit dem eigentlichen Schadensherd stellen müssen.