Walter Soldner pflanzt eine Streuobstwiese in Mosbach an | FLZ.de | Stage

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Walter Soldner pflanzt eine Streuobstwiese in Mosbach an

Walter Soldner will einen seiner Äcker in eine Birnen-Streuobstwiese umwandeln. Der Startschuss für seine private Initiative war die Anpflanzung von rund 20 Stämmchen. (Foto: Martina Haas)
Walter Soldner will einen seiner Äcker in eine Birnen-Streuobstwiese umwandeln. Der Startschuss für seine private Initiative war die Anpflanzung von rund 20 Stämmchen. (Foto: Martina Haas)
Walter Soldner will einen seiner Äcker in eine Birnen-Streuobstwiese umwandeln. Der Startschuss für seine private Initiative war die Anpflanzung von rund 20 Stämmchen. (Foto: Martina Haas)

Birnen sind Walter Soldners Lieblingsobst. In allen Formen und Zuständen. Am liebsten sind ihm die alten Sorten. So hat er sich für die Feuchtwanger Birne stark gemacht. Sein neuestes Projekt ist eine Streuobstwiese auf einem 1,2 Hektar großen Feld bei Mosbach. Hier will er traditionelle Sorten kultivieren.

Irgendwann einmal sollen auf Soldners Feld, das er aus der intensiven Landwirtschaft genommen hat, rund 60 Birnen-Sorten wachsen und gedeihen. Die Zogelbirne oder Prinzessin Marianne und natürlich auch die Feuchtwanger Birne sollen im Obstgarten stehen. Die ersten 20 Bäumchen wurden kürzlich gepflanzt, erzählt der Landwirt. Dabei konnte er auf die Expertise des Landschaftspflegeverbands Mittelfranken (LPV) zählen.

Dieser bietet Lehrgänge an, bei denen die Teilnehmenden lernen sollen, welche Aspekte bei der Landschaftspflege wichtig sind. Zwei Lerninhalte dabei sind die Anlage von Hecken und das richtige Pflanzen von Obstbäumen. Da bot sich Soldners ehemaliger Acker mit einem weiten Ausblick auf das Dorf Mosbach und die Region geradezu an.


„Bei der Auswahl der Stämme haben wir auch experimentiert“

Walter Soldner

Der Schulungstag sei mit dem LPV und dem Bund Naturschutz vorbereitet worden, und zur Aktion selbst seien Freiwillige aus dem weiten Umkreis, aus Ansbach oder Weißenburg beispielsweise, nach Mosbach gekommen, erzählt Soldner, der auch zweiter Bürgermeister der Stadt Feuchtwangen ist.

Zunächst wurde eine so genannte essbare Hecke gepflanzt: Sanddorn und Aronia sind nur zwei der Sorten, die sich darin wiederfinden. Außerdem wurden zirka 20 Obstbäumchen in die frühere Ackerscholle gesetzt. Darunter sind auch zwei Esskastanien, als Reminiszenz an Feuchtwangens italienische Partnerstadt Lana, und eine Birnenquitte.

„Bei der Auswahl der Stämme haben wir auch experimentiert“, erzählt Soldner. Mit größeren und kleineren Stämmen solle nämlich getestet werden, wie sich die Bäumchen besser an ihren neuen Standort anpassen. Bis 2025 soll die künftige Streuobstwiese schließlich voll besetzt sein.

Sitzstangen für die Raubvögel sollen zarte Äste schützen

Jetzt gilt es für Soldner, die neue Anlage zu hegen und zu pflegen. Weil es seine Privatinitiative ist, will er sich hauptsächlich auch selbst um die Anpflanzung kümmern. „Manche der Lehrgangsteilnehmenden wollen aber auch auf freiwilliger Basis weiter mithelfen“, freut er sich.

Zur Pflege gehört nicht nur das Gießen: „Am besten nur alle paar Tage, dann aber kräftig, damit das Wurzelwerk in die Tiefe wächst“, erklärt Soldner. Auch tierische Gäste auf der Anlage wollen in Schach gehalten werden. Momentan gibt es viele Mäuse, die an den jungen Stämmen nagen. Deshalb hofft er auf Raubvögel, die die Nager ins Visier nehmen sollen. Weil die aber die zarten Äste der Birnbäume abknicken könnten, wenn sie sich darauf niederlassen, hat der Landwirt auch Sitzstangen zwischen die Pflanzlöcher gestellt. Die bieten den Bussarden und Habichten eine gute Sicht, so dass er hofft, dass sie von den Vögeln auch angenommen werden.

Mit den ersten Früchten an Hecken und Bäumen rechnet Birnenfreund Soldner in sechs bis sieben Jahren. Er hofft aber nicht nur auf gute Erträge, die verwertet werden sollen. Er wünscht sich auch, dass die Streuobstwiese Ziel für Wanderfreunde, Schulklassen oder Kita-Gruppen wird. Deshalb sollen die verschiedenen Sorten demnächst auch noch mit Namensschildchen kenntlich gemacht werden.

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