Warnstreik am Freitag: EVG will erneut Bahnverkehr lahmlegen | FLZ.de | Stage

arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 19.04.2023 09:37

Warnstreik am Freitag: EVG will erneut Bahnverkehr lahmlegen

Die EVG ruft für Freitag zu einem bundesweiten Warnstreik auf. (Foto: Martin Schutt/dpa)
Die EVG ruft für Freitag zu einem bundesweiten Warnstreik auf. (Foto: Martin Schutt/dpa)
Die EVG ruft für Freitag zu einem bundesweiten Warnstreik auf. (Foto: Martin Schutt/dpa)

Pendler und Reisende müssen sich an diesem Freitag erneut auf weitreichende Einschränkungen im Fern- und Regionalverkehr der Deutschen Bahn und anderer Verkehrsunternehmen einstellen. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat im laufenden Tarifstreit der Bahnbranche zu mehrstündigen Warnstreiks aufgerufen. Zwischen 3.00 Uhr am Freitagmorgen und 11.00 Uhr am Vormittag sollen die Beschäftigten in sämtlichen Bahnbetrieben, in denen verhandelt wird, die Arbeit niederlegen, wie die Gewerkschaft mitteilte.

„Wir setzen ein deutliches Zeichen, dass wir nicht die Fahrgäste, sondern die Unternehmen treffen wollen, indem wir diesmal zu einem zeitlich befristeten Warnstreik in den frühen Morgenstunden aufrufen“, teilte EVG-Vorstandsmitglied Cosima Ingenschay mit.

Gleichwohl dürfte insbesondere der Fernverkehr der Deutschen Bahn den ganzen Tag über weitgehend zum Erliegen kommen, weil die Züge am Morgen nicht auf die Strecke gebracht werden können.

Neue Tarifgespräche zwischen EVG und Bahn nächste Woche

Die EVG setzt heute ihre Verhandlungen mit dem Eisenbahn-Unternehmen Transdev fort. In der kommenden Woche sollen die Gespräche auch bei der Deutschen Bahn weitergehen, die besonders im Fokus steht. Die Arbeitnehmervertreter fordern in den Verhandlungen mit der Branche für die Beschäftigten mindestens 650 Euro mehr pro Monat oder zwölf Prozent bei den oberen Einkommen sowie eine Laufzeit von zwölf Monaten. Derzeit verhandelt die Gewerkschaft in zweiter Runde nach und nach mit rund 50 Eisenbahn-Unternehmen.

Das könnte Sie auch interessieren
Wachturm für die Demokratie: Lehrberger hat Portal für Bürgeranliegen entwickeltBahnübergang in Bad Windsheim vor Freigabe: Autos können wieder rollen, Züge nichtDer Herbst ist in der Region angekommen – Doch wer kehrt seine Blätter weg?Auto trifft Frau in Rothenburg frontal: Seniorin prallt mit Kopf gegen Scheibe71-Jähriger übersieht am Waldfriedhof einen Pkw: Staus am Ansbacher StadtrandWelserstraße in Ansbach: Trotz Verbot wird weiter geparktSchienenersatz zwischen Steinach und Rothenburg: Wird die Verbindung pünktlicher?Lkw auf der A6 und A7 ausgeraubt: Diebe nahmen Traktorteile und Laderampen mitSperrung auf der Strecke der S4 zwischen Ansbach und Nürnberg: Schweinau war dichtFreie Fahrt für den Bürgerbus in der Region Rothenburg: Am 2. November geht es losErfolgreiche Großübung der Feuerwehren in WassertrüdingenFußgänger greift Radfahrer in Rothenburg an: Beide landen in einer KlinikVerdächtiger Pkw in Diespeck: Autofahrer steuert bei der Verfolgung die PolizeiRadfahrer bei Markt Nordheim überholt: 70-Jähriger nach Sturz in LebensgefahrVorsicht, Herbst: Drei Unfälle auf den Autobahnen bei schlechtem Wetter

Einen ersten Warnstreik hatte die EVG bereits Ende März gemeinsam mit der Gewerkschaft Verdi organisiert. Damals lag nicht nur der Regional- und Fernverkehr auf der Schiene, sondern auch der Luft- und Wasserverkehr still. Verdi verhandelt derzeit mit Bund und Kommunen über mehr Geld für die rund 2,5 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst.

Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes haben unabhängige Schlichter am vergangenen Wochenende eine Lösung vorgeschlagen. Dieser sieht zunächst einen steuer- und abgabefreien Inflationsausgleich in mehreren Stufen von insgesamt 3000 Euro vor. Ab März 2024 soll es dann einen Sockelbetrag von 200 Euro sowie anschließend ein Lohnplus von 5,5 Prozent geben.

Die Bahn hatte zuletzt deutlich gemacht, dass sie einen Kompromiss in dieser Höhe auch für die Bahnbranche für denkbar hält. So könne man in der nächsten Verhandlungsrunde am 25. April in Fulda schnell zu einem Abschluss kommen, teilte das Unternehmen am Sonntag mit. Die EVG wiederum hat eine solche Tariflösung für die eigene Branche umgehend abgelehnt.

© dpa-infocom, dpa:230418-99-363969/9


Von dpa
north