Der Burghaslacher Landschaftsarchitekt Frieder Müller-Maatsch liebt es, Störche bei ihrem Treiben zu beobachten. 2024 versuchte schon ein Pärchen bei ihm auf dem Dach zu nisten, die Adebare schleppten Äste an. Jetzt haben sie eine offizielle Nisthilfe. Doch längst nicht alle Nachbarn sind begeistert.
In Burghaslach (Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim) segeln die Störche gerne im Tiefflug – immer wieder hallt auch das so typische Geklapper durch die Gassen. Zwei Nester standen ihnen bislang zur Verfügung: auf dem Lagerhaus Röder und am Ellerberg. Ab sofort kommt ein dritter Standort mit dazu. Dieser findet sich nun auf dem Haus am Marktplatz, in dem Müller-Maatsch sein Architektenbüro hat.
Nachdem die Störche dort Bauversuche unternommen hatten, wandte er sich zwecks einer Förderung an die Marktgemeinde und holte sich Rat bei den LBV-Beratern Erwin Taube und Heike Seefried. Über Taube hat er auch die andernorts nicht mehr benötigte Nisthilfe bekommen – ein nacktes Metallgestell.
Bei der Ausstattung gehen die Philosophien ein wenig auseinander, erzählt Müller-Maatsch im Gespräch. Die einen füllen es mit weichem Nistmaterial, andere plädieren dafür, einfach nur das Gestänge anzubringen und den Nestbau den Störchen zu überlassen. Letztere Prämisse verfolgt auf Ratschlag von Erwin Taube und Heike Seefried nun auch der Landschaftsarchitekt.
Ob das dritte Burghaslacher Nest heuer noch besiedelt wird? Dahinter steht aktuell noch ein großes Fragezeichen. Erwin Taube habe zu ihm gesagt, er dürfe nicht enttäuscht sein, wenn das heuer nichts mehr werde. Die Experten gehen aber davon aus, dass es 2026 dann auf alle Fälle klappen sollte – aber längst nicht jede Nisthilfe wird angenommen.
„Sie sind sehr wählerisch“, sagt der Burghaslacher. Schließlich müssen die Nester sicher sein und dürften etwa für Katzen nicht zugänglich sein, damit der Nachwuchs behütet aufwachsen kann. Doch aufgrund der Lage und der Höhe sind Taube und Seefried zuversichtlich. Das Nestprojekt stößt in der Nachbarschaft „überraschenderweise nicht nur auf Begeisterung“. Das hatte Müller-Maatsch nicht erwartet. Doch es bestehe die Angst vor Dreck und Spuren auf den Dächern. Der Architekt versteht das nicht so ganz, schließlich habe er den „Hauptdreck“.
Die Kosten für das Prozedere – mit Aufbau schätzt Müller-Maatsch sie auf rund 1500 Euro – bleiben komplett an ihm hängen, „das ist mein Privatvergnügen“. Denn auch ein zweiter Antrag wurde von den Burghaslacher Räten abgelehnt. „Die wollen scheinbar keine Störche mehr unterstützen im Dorf.“
So will das Bürgermeister Armin Luther aber nicht verstanden wissen, wie er auf Nachfrage unserer Redaktion erläutert. „Wenn jemand privat ein Nest haben will, dann muss er das auch privat finanzieren“, findet Luther. Das sei auch in anderen Fällen so passiert, entsprechend gelte hier die Gleichberechtigung.
Er selbst habe überhaupt nichts gegen die Störche, so Luther. Er betont aber auch, dass Burghaslach sicherlich „kein Storchendorf wie Uehlfeld“ werde. Das aber ist auch gar nicht Müller-Maatschs Ziel. Nun bleibt abzuwarten, ob die neue Nisthilfe angenommen wird – und wann.