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Veröffentlicht am 29.04.2026 04:03

Warum der 1. Mai für Katholiken in Bayern so wichtig ist

Die Münchner Mariensäule wurde im 17. Jahrhundert eingeweiht. (Archivbild) (Foto: Sven Hoppe/dpa)
Die Münchner Mariensäule wurde im 17. Jahrhundert eingeweiht. (Archivbild) (Foto: Sven Hoppe/dpa)
Die Münchner Mariensäule wurde im 17. Jahrhundert eingeweiht. (Archivbild) (Foto: Sven Hoppe/dpa)

Die Mariensäule in München, die schwarze Madonna von Altötting - die Marienverehrung hat im katholischen Bayern einen besonderen Platz. Und auch einen besonderen Monat: Im Mai finden zahlreiche Andachten, Gottesdienste, Wallfahrten und Prozessionen statt. Die bayerischen Bistümer feiern den Mai traditionell als Marienmonat. Auftakt ist der 1. Mai (Freitag), wo die Gottesdienste und Andachten besonders festlich sind. 

Papst Benedikt XI. machte Maria, laut biblischer Überlieferung die Mutter Jesu, offiziell zur Schutzfrau Bayerns, wie das Erzbistum München-Freising in einer Mitteilung erläuterte. 1917 sei das Fest der Patrona Bavariae am 1. Mai erstmals offiziell gefeiert worden. 

Die Schwarze Madonna wird schon seit Jahrhunderten verehrt

Die Initiative ging auf König Ludwig III. zurück, um sein Land im Ersten Weltkrieg unter den Schutz Mariens zu stellen. Doch die besondere Beziehung der Bayern zu Maria geht noch weiter zurück - die Mariensäule mitten in München zum Beispiel wurde im Jahr 1638 eingeweiht. Kurfürst Maximilian hatte sie errichten lassen, um seine Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen: München wurde im Dreißigjährigen Krieg nicht zerstört. Maria wurde zum Symbol des katholischen Bayern gegen die protestantischen Truppen.

Schon seit vielen Jahrhunderten pilgern Menschen an den Marien-Ort Altötting. In der dortigen Gnadenkapelle wird die sogenannte Schwarze Madonna von Altötting verehrt. Viele Kirchen in Bayern sind Maria geweiht - der Liebfrauendom in München etwa oder der Freisinger Dom. Maria und diverse Abwandlungen sind populäre Vornamen im Freistaat.

Was aus säkularer Sicht heute durchaus seltsam anmuten mag, wird in vielen Teilen Bayerns tatsächlich noch intensiv zelebriert - nämlich die Verehrung Mariens mit Liedern, Gebeten, Prozessionen und Andachten speziell im Mai. Dabei werden Maria viele Attribute zugeschrieben: Mutter natürlich, Trösterin, Knotenlöserin, Friedensstifterin - und „Meerstern“ oder „Maienkönigin“, wie es in populären Kirchenliedern heißt.  

Evangelische Predigten zu Maria

Und es ist genau diese Marienverehrung zwischen Folklore, Brauchtum und Verzückung, die auch manchen Protestanten suspekt erscheint. Gleichwohl schlägt die katholische Kirche in München in diesem Mai eine ökumenische Brücke: evangelische Gäste predigen bei den Ökumenischen Maiandachten in der Jesuitenkirche St. Michael, teilte das Erzbistum mit: Am 4. Mai spricht demnach Rundfunkpfarrerin Julia Rittner-Kopp unter dem Titel „Maria breit den Mantel aus“ darüber, mit Maria Weite zu lernen. 

„Eva und Maria – ein Gespräch unter Freundinnen“ sei der Titel der Predigt von Kirchenrätin Melitta Müller-Hansen am 11. Mai. Es folgen in diesem Rahmen weitere ökumenische Predigten.

© dpa-infocom, dpa:260429-930-6958/1


Von dpa
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