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Veröffentlicht am 28.10.2025 10:46

Warum Neuzugang Mirko Puscher bei der SpVgg Ansbach schon unverzichtbar ist

Mirko Puscher (links) genießt die besonderen Spiele in Ansbach, zum Beispiel das gegen den FC Bayern II (rechts Julien Yanda). (Foto: Martin Rügner)
Mirko Puscher (links) genießt die besonderen Spiele in Ansbach, zum Beispiel das gegen den FC Bayern II (rechts Julien Yanda). (Foto: Martin Rügner)
Mirko Puscher (links) genießt die besonderen Spiele in Ansbach, zum Beispiel das gegen den FC Bayern II (rechts Julien Yanda). (Foto: Martin Rügner)

Es ist nicht so, dass Mirko Puscher von jetzt an nur noch im rosa Trikot Fußball spielen möchte, weil er in Rosa sein erstes Tor für die SpVgg Ansbach erzielt hat. Der Barbie-Look ruft ja nicht überall besinnungslose Begeisterung hervor und er trifft auch nicht die Persönlichkeit des 23-Jährigen.

Denn Mirko Puscher ist eines mit Sicherheit nicht: püppchenhaft. Er redet laut und klar und sein robuster Körper ist seit dieser Saison Teil der Regionalligamannschaft der SpVgg Ansbach. Ein unverzichtbarer Teil offenbar, wie man nach den ersten Monaten feststellen muss.


Dass es nun so gut läuft und ich quasi alle Spiele mache, damit habe ich nicht gerechnet.

Mirko Puscher

„Ich bin nach Ansbach gekommen mit dem Ziel, möglichst viele Spiele zu machen. Dass es nun so gut läuft und ich quasi alle Spiele mache, damit habe ich nicht gerechnet”, sagt Puscher.

Puscher stand in allen 15 Punktspielen in der Startformation und hat nach Torhüter Heiko Schiefer und dem anderen Außenverteidiger Riko Manz die meisten Spielminuten gesammelt. Die rechte Außenbahn ist sein Arbeitsplatz.

Ein beliebtes Energiebündel

„Puscher ist ein Energiebündel und gibt in jedem Spiel und in jeder Trainingseinheit alles. Er ist als Mensch eine Bereicherung und sehr beliebt im Team”, sagt SpVgg-Trainer Niklas Reutelhuber. Den Stammplatz hat sich Puscher durch konstante Leistungen erobert. „Defensiv sehr stabil, gutes Zweikampfverhalten und stets hohe Geschwindigkeit”, lobt der Trainer.

Dino Nuhanovic stürmte im ungewohnten rosafarbenen Trikot für die SpVgg Ansbach (links der Fürther Raul Marita).  (Foto: Sportfoto Zink / Melanie Zink)
Dino Nuhanovic stürmte im ungewohnten rosafarbenen Trikot für die SpVgg Ansbach (links der Fürther Raul Marita).  (Foto: Sportfoto Zink / Melanie Zink)

SpVgg Ansbach gegen Greuther Fürth II: Nullneuner drehen spät einen 0:2-Rückstand

In Burgfarrnbach zeigten die Ansbacher Gäste mit zwei Treffern in den letzten Minuten Moral. Auf dem Platz spielte der Wind als 23. Mann mit.

Verbesserungsmöglichkeiten sieht Reutelhuber bei seinem Dauerläufer im Offensivspiel. Puscher taucht regelmäßig mit Ball tief in der gegnerischen Hälfte auf. „Da ist dann bei der Entscheidungsfindung oft noch Luft nach oben”, findet Reutelhuber.

Richtig entschieden hat sich Puscher bei einem Angriff im Auswärtsspiel bei der SpVgg Greuther Fürth II (2:2). Sein strammer Schuss, abgefeuert mit dem schwächeren linken Fuß, schlug wenige Minuten vor Schluss zum 1:2 ein. „Ich habe den Ball gut angenommen, die Chance zum Schuss gesehen und dachte, jetzt halt einfach mal drauf”, referiert er sein erstes Tor für die nullneuner, „den Ball habe ich tatsächlich gut erwischt”.

Trägt bald Grün: Mirko Puscher (rechts) mit Christoph Hasselmeier. (Foto: Christian Albrecht)
Trägt bald Grün: Mirko Puscher (rechts) mit Christoph Hasselmeier. (Foto: Christian Albrecht)

Neuzugänge aus Saarbrücken und Nördlingen für die SpVgg Ansbach

Die nullneuner verpflichten einen Mittelfeldspieler und einen Verteidiger für die Saison 2025/26.

Gut erwischt, wenn auch erst im zweiten Anlauf, haben es auch die Ansbacher mit Puscher. Der lernte im heimischen Elchingen auf dem Härtsfeld, ein Stadtteil von Neresheim im Ostalbkreis, das Fußballspielen unter anderem vom Papa und versuchte sich früh bei den großen Vereinen VfR Aalen und FC Heidenheim.

In der U15 des Bundesligisten ging es für Puscher dann aber nicht mehr weiter. Den nächsten Anlauf auf höherklassigen Fußball unternahm er ab 2015 beim TSV Nördlingen, durchlief die Jugendteams, debütierte als 18-Jähriger in der Bayernligamannschaft, wurde schnell Stammspieler, kam in drei Spielzeiten auf zehn Tore und in Kontakt zu seinem aktuellen Verein.

Wechsel nach zehn Jahren beim TSV Nördlingen

In Testspielen und beim Wassertrüdinger Mitternachtsturnier traf Puscher auf die Ansbacher, die 2025 nicht zum ersten Mal wegen eines Wechsels anfragten, aber zum ersten Mal mit Erfolg.

„Nach zehn Jahren in Nördlingen wollte ich probieren, ob ich eine Liga weiter oben mithalten kann”, sagt Puscher. Diese Frage ist beantwortet und Puscher genießt nun speziell die besonderen Spiele wie gegen Jahn Regensburg im Pokal oder den FC Bayern II in der Liga und auch die doch professionellere Betreuung und Ausstattung in Ansbach.

Die Frage nach seiner beruflichen Zukunft ist (noch) nicht beantwortet. Puscher studiert Lehramt und wird einmal in der Mittelstufe unterrichten. „Ich kann gut mit Kindern”, sagt er. Derzeit steht seine Abschlussarbeit an, in der es darum geht, wie Bewegung den Lernerfolg fördert. Wo Puscher danach eingesetzt wird, ist offen.

Familie und die Elchinger Kumpels reisen mit

Einen Lernerfolg würde er sich bei den nullneunern in Sachen Gegentore wünschen. Die Chancen der Gegner nehmen ein bisschen überhand. „Wir kriegen zu viele Tore, das müssen wir in den Griff bekommen”, sagt Puscher.

Wenn bei den Spielen der Ansbacher gut vernehmlich schwäbischer Zungenschlag zu hören ist, hat das auch mit Fans zu tun, die Puscher treu folgen. Die Gruppe besteht aus Familienmitgliedern, darunter Oma und Tante, und Fußballkumpels aus der Heimat. Die wollen sehen, was der Co-Trainer des SV Elchingen, beheimatet in der Kreisliga B4 Württemberg, als Spieler in der Regionalliga Bayern so treibt. Den Trainerjob hat Puscher aus Verbundenheit mit dem Heimatverein angenommen.


Alexander Keck
Alexander Keck
Der noch in Vor-Internetzeiten der FLZ zugelaufene Schwarzwälder hat im Verlauf von fast drei Jahrzehnten die fränkischen Merkwürdigkeiten, die in Ohrmuscheln (Allmächd!) und auf Esstellern (Saure Zipfel!) landen schätzen gelernt. Nur die im Vergleich zu Spätzle stets zu breiigen Knödel mag der Schwabe nicht. Das Schreiben über Sport dagegen immer noch sehr - gerne auch abseits des Mainstreams.
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