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Veröffentlicht am 26.06.2026 10:45

Was die Hitze für Tiere und Getreide bedeutet

Noch lässt sich der Ertrag noch nicht vorhersagen. (Archivbild) (Foto: Pia Bayer/dpa)
Noch lässt sich der Ertrag noch nicht vorhersagen. (Archivbild) (Foto: Pia Bayer/dpa)
Noch lässt sich der Ertrag noch nicht vorhersagen. (Archivbild) (Foto: Pia Bayer/dpa)

Hitze- und Trockenstress bei Tieren und Pflanzen: Bayerns Landwirtschaft ist durch die aktuell hohen Temperaturen vor große Herausforderungen gestellt. Vor allem bei klassischen Kulturen wie Getreide, Raps, Feldgemüse, Gras und Klee sei Hitzestress ein großes Thema, heißt es von Peter Doleschel, Pflanzenbauexperte bei der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). „Die aktuelle Situation ist besonders schwierig.“

So wirken Hitze und Trockenheit auf die Pflanzen

Die Kombination aus Hitze und Trockenheit führe zu Wachstumsstillstand, weil die Pflanzen unter Trockenstress kaum noch Nährstoffe aufnehmen können. 

Auch im Hinblick auf Krankheiten und Schädlinge beeinflusst die derzeitige Wetterlage die Pflanzen. Während Blattläuse unter der Hitze litten, profitierten etwa Spinnmilben. Das gelte vor allem für empfindliche Sonderkulturen wie Weinreben und Hopfen. Zwar benötigen viele Pilzerkrankungen für die Ausbreitung Wasser, doch die Hitze nutze Pilzkrankheiten, die vom Boden her die Pflanze befallen. Ein Beispiel sei die Welkekrankheit beim Hopfen, erläuterte Experte Simon Euringer.

Was kann man tun?

Eine Bewässerung sei im Getreideanbau nur schwer machbar, zumal technische und rechtliche Voraussetzungen erfüllt werden müssten. Eine optimale Kühlung von Pflanzen ist nach Angaben der Landesanstalt vor allem mit speziellen Beregnungsmaschinen möglich, die wassersparend und genau arbeiten. Allerdings sei die Technik teuer und meist nur auf gärtnerische Kulturen, also auf den Gemüseanbau, beschränkt.

Die Landwirtschaft muss eher langfristig denken - und sich etwa mit der Auswahl resistenterer Kulturpflanzen behelfen. „Für die Zukunft können Landwirte ihre Fruchtfolge stärker am Klimarisiko ausrichten“, heißt es bei der LfL. Es gebe Kulturen, die besser mit Hitzestress und Trockenheit zurechtkommen, Mais und Hirse etwa. 

Wie wird die Ernte ausfallen?

Wie eine Sprecherin des Bauernverbandes in Bayern (BBV) mitteilte, führt die Hitze zu einer schnellen Abreife des Getreides. Die Ernte bei der Wintergerste habe begonnen. „Auch die anderen Kulturen gehen in der starken Hitze schnell in die Reife.“ Wie sich das konkret auf die Erträge auswirke, lasse sich noch nicht absehen. Auch Kartoffeln und Rüben litten sehr unter der Hitze. Außerdem befänden sich kaum noch Wasservorräte im Boden, so dass sich der Bestand auch in den kühleren Abendstunden nicht erholen könne.

Die Tiere und die Hitze

Für alle Tiere sei die Hitze belastend, heißt es beim Bauernverband. Jedoch reagieren Tierarten unterschiedlich auf die Belastungen. Für Kühe seien Schattenplätze wichtig, oder auch Kuhduschen und Ventilatoren. In Schweineställen gebe es spezielle Lüftungssysteme, Duschen oder Wasserstrahlen zur Thermoregulation. 

Die LfL hat in den vergangenen Jahren verschiedene Parameter untersucht, um den Hitzestress bei Rindern zu dämpfen, etwa im Verbundprojekt Hitzestress. Dabei hieß es: „Am wohlsten fühlt sich die Milchkuh in einem Bereich von vier bis 16 Grad. Hier muss die Kuh ihre Körpertemperatur nicht regulieren.“

Wenn die Ballenpresse brennt...

Ballenpresse gerät in Brand, Wiese fängt Feuer. Oder: Mähdrescher brennt, Feld steht in Flammen. In den Sommermonaten häufen sich gerade in Trockenperioden diese Feuerwehreinsätze. Ein Funken schlagender Stein, ein defektes Kugellager, das heiß läuft, sich erhitzende Keilriemen könnten der Ausgangspunkt sein. Wenn sich Staub, Spreu oder kurz gehäckseltes Stroh an die heißen Maschinenteile legen, kann es zum Brand kommen. Darauf weist die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) hin. 

Die Organisation rät deshalb, Erntemaschinen mindestens einmal am Tag an den kritischen Stellen zu reinigen. 

Wenn es doch zum Brand kommt, so hilft zunächst ein Feuerlöscher, den die Landwirte an den Maschinen installiert haben müssen. Auch mit Wasser gefüllte Güllefässer am Feldrand oder abholbereit am Hof stehend, könnten rasch helfen.

© dpa-infocom, dpa:260626-930-287279/1


Von dpa
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