Noch laufen die Ermittlungen auf Hochtouren, gefühlt befinden sich an jeder zweiten Ecke in Heilsbronn Einsatzfahrzeuge der Polizei. Die Suche nach dem bislang unbekannten Täter steht im Vordergrund. Auch ein Polizei-Hubschrauber kreist immer wieder über dem Tatort, der im Süden Heilsbronns liegt, mitten in einem ruhigen Wohngebiet.
Am Donnerstagmorgen gegen 8.45 Uhr war es zu dem Vorfall gekommen, bei dem ein 40 Jahre alter Anwohner von einem unbekannten Mann mit einem Messer attackiert und dabei am Oberkörper lebensgefährlich verletzt worden ist, wie Polizei-Pressesprecher Michael Petzold den herbeigeeilten Medienvertretern bestätigt. Der Mann ringt in einer Klinik mit dem Tod.
Um den Tatort, eine schmale Zufahrtsstraße vor zwei Mehrfamilienhäusern, flattern großräumig Absperrbänder. Unter einem blauen Plastiksack liegt noch ein Rucksack, der dem Opfer gehört.
Bei einer Nachbarin ist gerade die Spurensicherung zu Gast. Die Frau steht in ihrem Vorgarten und zieht intensiv an einer Zigarette. Der Schreck über die Tat ist ihr anzusehen. Die Polizei ordnet es als versuchte Tötung ein. Doch was steckt dahinter?
„Wir haben keine Hinweise auf eine Amok- oder Terrortat”, sagt der Pressesprecher beruhigend. Vielmehr deutet aus Sicht der ermittelnden Beamten unter der Regie der Kriminalpolizei Ansbach vieles darauf hin, dass sich Täter und Opfer gekannt haben und in irgendeiner Beziehung zueinander standen. „Zumindest dürften sie sich nicht unbekannt sein”, führt Petzold weiter aus.
Gut möglich also, dass der Messer-Angreifer ebenfalls in Heilsbronn zu Hause ist oder sich momentan noch in der Gegend versteckt. Von ihm und dem Tatwerkzeug fehlt auch Stunden nach der Attacke noch jede Spur.
Die Polizei warnt die Bevölkerung vorsorglich, immerhin ist nicht auszuschließen, dass der Angreifer das Messer noch bei sich trägt. Sollten verdächtige Wahrnehmungen gemacht oder gar der mutmaßliche Täter gesichtet werden, soll sofort der Notruf 110 gewählt werden, rät der Polizeisprecher. Der Angreifer war mit weißen Schuhen, einer hellen Hose und einer dunklen Daunenjacke bekleidet.
Heilsbronns Bürgermeister Dr. Jürgen Pfeiffer äußerte am Morgen tiefes Mitgefühl. „Wir sind sehr betroffen und in Gedanken bei der Familie des Opfers”, sagte er. „Wir hoffen, dass das Opfer schnellstmöglich wieder genesen wird. Das kann leider in jedem Ort passieren.”