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Veröffentlicht am 31.12.2023 14:06

Wasserrohrbruch zerstört das Zuhause einer Feuchtwanger Familie

Viola Kühlwein mit ihren Töchtern Ashley, Alessia und Lena (von links) in ihrer zerstörten Wohnung. (Foto: Jasmin Kiendl)
Viola Kühlwein mit ihren Töchtern Ashley, Alessia und Lena (von links) in ihrer zerstörten Wohnung. (Foto: Jasmin Kiendl)
Viola Kühlwein mit ihren Töchtern Ashley, Alessia und Lena (von links) in ihrer zerstörten Wohnung. (Foto: Jasmin Kiendl)

Viola Kühlwein steht im Flur der Wohnung, die bis zum 7. Dezember das Zuhause von ihr und ihren drei Töchtern war. Nach einem massiven Wasserrohrbruch sind die Räumlichkeiten derzeit nicht bewohnbar. Ob sie es je wieder sein werden, ist noch unklar.

Die 34-Jährige erinnert sich noch gut an jenen 7. Dezember, der für sie und ihre Töchter Ashley (14), Lena (12) und Alessia (5) wie ein ganz normaler Donnerstag begonnen hatte. Sie verließen um 7.30 Uhr das Haus. Die beiden Größeren machten sich auf den Weg in die Schule. Die alleinerziehende Mutter brachte ihre Jüngste in den Kindergarten und ging dann zur Arbeit. Dort bekam sie um 8.15 Uhr den Anruf eines Nachbarn: Sie müsse sofort heimkommen, da laufe Wasser unter ihrer Haustür hinaus.

Vor Ort sah sie, dass das Wasser schon die Straße hinunterlief

Viola Kühlwein fuhr also von ihrer Arbeitsstelle im Feuchtwanger Industriegebiet in die Webergasse. „Noch im Auto habe ich meine Mama, meine Vermieterin und die Mieterin über uns angerufen.“ Als sie vor Ort ankam, sah sie, dass das Wasser schon die Straße hinunterlief. Ein Schockmoment.

„Ich wusste gar nicht, was ich machen sollte“, sagt die 34-Jährige. Der Nachbar, der auch schon die Stadtwerke informiert hatte, stand ihr zur Seite. Mitarbeiter der Werke trafen kurze Zeit später ein und versuchten, das Wasser abzustellen, was ihnen laut Viola Kühlwein nicht gleich gelang. Um den Schaden zu finden und beheben zu können, wurde die Straße aufgegraben.

Alle Zimmer waren betroffen

Es sei ein „Scherbruch“ an der Hauptleitung in der Straße gewesen, teilt die 34-Jährige mit. Der Druck, der sich deswegen aufgebaut hatte, entlud sich in ihrer Wohnung im Erdgeschoss des Hauses. Als Viola Kühlwein die Haustür öffnete, kam ihr ein Schwall entgegen. Das Wasser stand in allen Zimmer, teilweise bis zu 22 Zentimeter hoch, so die 34-Jährige.

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Das Wasser aus der Wohnung zu bringen, war zunächst ein aussichtsloses Unterfangen. Im Flur waren der Putz von den Wänden geplatzt und die Fliesen am Boden nach oben gedrückt. Die Holzböden und Möbel waren aufgequollen, das Sofa voll gesogen. „Es ist alles kaputt.“

Sie wollte nicht, dass sie jemand weinen sieht

Die persönlichen Dinge der Familie räumte Viola Kühlwein bewusst alleine aus. Sie wollte nicht, dass sie jemand weinen sehen würde, bekennt sie. Etwa als sie von Wasser und Dreck zerstörte Fotoalben oder eine Mappe mit Bildern ihrer Ältesten aus Kindergartentagen in der Hand hielt. Alles Erinnerungsstücke, die nicht ersetzbar sind.

Auch die Weihnachtsgeschenke für ihre Töchter im „perfekten Versteck“ unter ihrem Bett wurden zum Raub der Fluten. Doch Dank einer Spendenaktion, die eine Freundin startete, sowie der Unterstützung von Arbeitskollegen und Arbeitgeber war es Viola Kühlwein möglich, neue Geschenke zu kaufen. Überhaupt ist die 34-Jährige überwältigt von der Solidarität, die ihre Töchter und sie erfahren haben.

Während der ersten Tage nach dem Rohrbruch kamen die Vier bei Viola Kühlweins Mutter in Schopfloch unter. Es war aber klar: Das ist keine Dauerlösung. Eine neue Unterkunft muss her. Nach einem Aufruf über die sozialen Medien erhielt sie innerhalb von einer Stunde über 200 Nachrichten, erzählt die 34-Jährige. „Mein Telefon stand nicht mehr still.“ Wegen fehlender Lagerkapazitäten konnte sie die angebotenen Sachspenden gar nicht annehmen.

Das Haus soll verkauft werden

Über eine Bekannte kam die Familie dann in einem möblierten Haus unter. „Das hat viel Druck von mir genommen“, sagt Viola Kühlwein. Allerdings soll das Haus verkauft werden. Die Kühlweins wissen deshalb nicht, wie lange sie dort bleiben können.

Die Wohnung in der Webergasse hatte die Familie erst vor gut einem Jahr bezogen. Damals unterzog die Alleinerziehende die Räumlichkeiten einer Kernsanierung, ließ einen Holzofen einbauen – auf eigene Kosten, weshalb die finanziellen Rücklagen momentan nicht groß sind. „Einige haben zu mir gesagt, ich sei blöd, das als Mieterin alles selbst zu bezahlen“, so Kühlwein. Aber sie wollte für ihre Töchter und sich ein richtiges Zuhause schaffen. „Jetzt war alles fertig und wir waren angekommen.“

Große Trocknungsgeräte dröhnen

Wie groß der Schaden nach dem Wasserrohrbruch wirklich ist, steht laut Viola Kühlwein noch nicht fest. Versicherungen seien eingeschaltet. Gutachten sollten klären, wer welche Kosten übernimmt. Die Wohnung ist inzwischen fast leergeräumt, die Holzböden sind rausgerissen, große Trocknungsgeräte dröhnen.

Doch egal, ob eine Sanierung überhaupt möglich wäre und wie lange diese dauern würde, die Töchter von Viola Kühlwein wollen nicht zurück in die Wohnung. „Diesen Wunsch respektiere ich“, betont die 34-Jährige, der es wichtig ist, dass ihre Kinder Mitspracherecht haben. Nun gilt es, eine neue Bleibe in Feuchtwangen zu finden.

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