Die bei der Agrarministerkonferenz in Würzburg diskutierte Regionalisierung von Düngeregeln für die Landwirtschaft stößt bei den Trinkwasser-Versorgern auf Ablehnung. „Gewässerschutz braucht bundesweit einheitliche Regeln“, heißt es in einer Mitteilung des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU). Die Verbandsmitglieder sind vor allem Stadtwerke, die nach Verbandsangaben 90 Prozent der Bevölkerung in Deutschland mit Trinkwasser versorgen.
Die Agrarminister von Bund und Ländern, die seit Donnerstag in Würzburg tagen, beraten über eine Neuregelung des Düngerechts. Im Raum steht unter anderem eine Regionalisierung, die es den Ländern ermöglichen könnte, unterschiedliche Modelle für den Gewässerschutz anzuwenden. Bisher werden in Gegenden mit hoher Nitratbelastung sogenannte Rote Gebiete ausgewiesen, in denen Landwirten die Düngung nur noch in deutlich reduziertem Umfang erlaubt ist.
Diese Regelung soll auf Druck der Landwirtschaft abgeschafft werden, an ihre Stelle könnte eine regionalisierte Regelung treten. „Niemand hat Interesse, unser Lebensmittel Nummer eins zu gefährden - schon gar nicht unsere Bäuerinnen und Bauern“, sagte die Vorsitzende der Agrarministerkonferenz, Bayerns Ressortchefin Michaela Kaniber (CSU).
„Dem Grundwasser sind Ortsschilder und Ländergrenzen egal. Deshalb darf es beim Schutz unseres Grundwassers keinen Flickenteppich geben“, sagte ein Verbandssprecher. Unterschiedliche Länderregelungen würden einheitliche Standards im Gewässerschutz infrage stellen und könnten zu Wettbewerbsverzerrungen führen. Die bestehenden Regelungen sollten deshalb zielgerichtet weiterentwickelt und dort nachgeschärft werden, wo weiterhin erhöhte Nitratbelastungen bestehen.
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