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Veröffentlicht am 07.04.2025 15:26

Werden in Bad Windsheim Bäume zu schnell gefällt?

Zwischen Bad Windsheim und dem Ortsteil Külsheim wurden Bäume für eine Baumaßnahme gefällt. (Foto: Anna Franck)
Zwischen Bad Windsheim und dem Ortsteil Külsheim wurden Bäume für eine Baumaßnahme gefällt. (Foto: Anna Franck)
Zwischen Bad Windsheim und dem Ortsteil Külsheim wurden Bäume für eine Baumaßnahme gefällt. (Foto: Anna Franck)

Immer wieder werde sie von verschiedenen Seiten auf die nach außen recht hoch wirkende Zahl an Baumfällungen in Bad Windsheim angesprochen, erklärte Annemarie Bruckert (Grüne) in der jüngsten Sitzung des Stadtrates. Nicht immer sei sie als Referentin für Umwelt und Natur über solche Vorgänge informiert worden.

Baumfällungen im Kurpark, in der Johanniterstraße, in der Westheimer Straße am Dr.-Hans-Schmotzer-Bad, aber auch in der Spitalgasse oder am Albrecht-Dürer-Platz – um nur einige zu nennen – wurden ihr zugetragen. „Und das alles im letzten halben Jahr.“ Ein Teil davon sei kommuniziert worden und könne nachvollzogen werden – beispielsweise, wenn Bäume Krankheiten hatten oder ernsthafte Gefährdungslagen bestanden, so Bruckert.

Besserung mit neuem Beauftragten

Häufig würden die Anwohner allerdings selbst über Maßnahmen nicht Bescheid wissen – und auch sie als Referentin bekomme oft keine Information vorab und suche sie sich dann zusammen. „Das läuft einfach noch nicht rund.“

In Bad Windsheim werde „viel zu schnell und unverhältnismäßig oft die Diagnose gestellt, dass der Baum keine Zukunft hat“, so Bruckerts Eindruck. Statt den Baumschutz bei Baustellen umzusetzen, gebe es in Bad Windsheim oftmals nur zwei Optionen: Der Baum werde bei den Arbeiten beschädigt und man fälle ihn danach. Oder man fälle ihn direkt, weil er beschädigt werden könnte, so die Referentin. Dabei sei es gesetzlich geregelt, dass Bäume mit Baumschutzzäunen gesichert werden müssen, so Bruckert.

Hoffnung auf bessere Kommunikation mit dem Baumpfleger

Dass es auch anders gehe, zeige eine Birke in der Bodenfeldstraße, die bis heute stehe. Optimistisch sei sie auch bei der Kastanie neben der Alten Schäferei, für die ein professioneller Baumschutz ausgeschrieben werde. Zur Erinnerung: Die Alte Schäferei soll abgerissen werden, da im Zuge der Landesgartenschau 2027 die Stadtgärtnerei dorthin verlegt wird.

Und auch grundsätzlich habe Bruckert Hoffnung auf Besserung in der Kommunikation. Wie sie auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilt, soll im Zuge der Einstellung eines neuen Baumpflegers der Bereich zum 1. Juli hin vom Bauhof zur Stadtgärtnerei verlegt werden – „wie es in den meisten Städten auch der Fall ist“. Der derzeitige Baumpfleger Gerrit Lorrmann hat zum Juni gekündigt.

Vorsorgliche Fällungen

Silke Städtler (Liste Land) stimmte Bruckert in ihren Ausführungen zu und setzte gar noch einen drauf. „Zwischen Külsheim und Bad Windsheim wurden alle Bäume gefällt.“ Die Külsheimer seien nicht informiert worden, auch der Bauhof habe nicht Bescheid gewusst, ebenso wenig die Referentin. Städtlers Recherchen hätten ergeben, dass es sich um vorsorgliche Fällungen gehandelt habe. Eine Nahwärmeleitung werde dort im Gehweg verlegt. Das wäre dann der Bereich der Stadtwerke, betonte Bürgermeister Jürgen Heckel.

Stadtbaumeister Ludwig Knoblach betonte, dass „mehrere Akteure“ in der Stadt unterwegs seien: der Bauhof, die Stadtgärtnerei, aber auch die Stadtwerke. „Bäume werden nur dann gefällt, wenn es unbedingt notwendig ist“, betonte Knoblach für seinen Bereich. Städtische Projekte, für die Bäume fallen müssen, wurden im Gremium vorgestellt, betonte Heckel zudem. „Wenn man viel baut, dann sind halt mehr Baumfällungen als vor einigen Jahren nötig.“

Leitungen mussten verlegt werden

Stadtwerke-Leiter Thomas Hartlehnert bestätigt auf Nachfrage unserer Redaktion die Fällung von etwa vier Bäumen zwischen Külsheim und Bad Windsheim. Grund dafür sei das Vorhaben „Fernwärme Nord“, für das Leitungen verlegt werden mussten. Dazu habe man am südwestlichen Ende der Külsheimer Straße und auch nordöstlich am Ortseingang von Külsheim die Straße und auch den Grünstreifen queren müssen, so Thomas Hartlehnert. In dem Bereich wurden Bäume gefällt.

Abgestimmt habe man das mit Baumpfleger Lorrmann. Für Fällungen stünden nur ausgewählte Zeitfenster zur Verfügung, weshalb die Arbeiten zwingend noch im Februar über die Bühne gehen mussten. Dass man offenbar nicht alle einbezogen habe, die gern einbezogen gewesen wären, „versuchen wir zu verbessern“, versicherte Hartlehnert.


Anna Franck
Anna Franck
Redakteurin im Online-Team
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