Wertholzversteigerung der Forstbetriebsgemeinschaft NEA: Von der verkauften Braut | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 08.04.2026 17:00

Wertholzversteigerung der Forstbetriebsgemeinschaft NEA: Von der verkauften Braut

Die „Braut” mit Försterin Nicolle Fichtner-Sühlfleisch, dem Revierleiter Maximilian Danner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen-Würzburg (links) und Platzvorbereiter Burkhard Sohn (Mitte). (Foto: Manfred Merz)
Die „Braut” mit Försterin Nicolle Fichtner-Sühlfleisch, dem Revierleiter Maximilian Danner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen-Würzburg (links) und Platzvorbereiter Burkhard Sohn (Mitte). (Foto: Manfred Merz)
Die „Braut” mit Försterin Nicolle Fichtner-Sühlfleisch, dem Revierleiter Maximilian Danner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen-Würzburg (links) und Platzvorbereiter Burkhard Sohn (Mitte). (Foto: Manfred Merz)

Die Forstbetriebsgemeinschaft Uffenheim-Neustadt, kurz FBG, ist hauptsächlich für die Vermarktung von Brennholz zuständig. Aber es gibt auch ein „Sahnehäubchen”, erzählt deren Vorsitzender Manfred Merz: die Wertholzversteigerung.

Diese findet einmal im Jahr in Schönstheim bei Röttingen im Landkreis Würzburg statt. Jenes Stück, das bei der Versteigerung den höchsten Preis erzielt, wird von den Waldbesitzern liebevoll als „Braut” bezeichnet. Ein Furnierwerk aus Unterfranken kaufte den kapitalen Eichenstamm für einen fünfstelligen Betrag. Die Rede war von 4112 Euro pro Festmeter. Bei zweieinhalb Festmetern sind das stolze 12.336 Euro.

Der Baum stammte aus Ohrenbach im Landkreis Ansbach, die hiesige FBG ist aber für diesen Abschnitt noch zuständig. Gemäß alter Forstgrenzen gehört im Wesentlichen der Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim dazu, nicht aber Marktbergel und Burgbernheim.

Von der Stadt bis zum Kleinstbesitzer

Im Raum Ohrenbach bis Uffenheim wächst viel wertvolles Holz. Meist gibt es im Landkreis Nadelholz, das Wertholz ist aber häufig Laubholz, meist Eiche. Auch die „Braut” war eine Eiche: 5,5 Meter lang und ein Durchmesser von 76 Zentimetern. Um die Relation zu verdeutlichen: Rund 60.000 Festmeter Nadelholz vermarktete man vergangenes Jahr bei der FBG Uffenheim-Neustadt und knapp 200 Festmeter Laubholz lagen bei Schönstheim.

Die FBG hat 2500 Mitglieder, vom größten Waldeigentümer wie der Stadt Bad Windsheim bis hin zu sehr vielen Kleinstwaldbesitzern, informiert Manfred Merz. Ihre Aufgabe ist es, die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer zu beraten und das Holz bestmöglich zu vermarkten. Dass Mitte März so ein großer Erfolg erzielt werden konnte, macht den Vorsitzenden stolz. „Wertholz ist für uns eine Nische. Das erfordert besonderes Fachwissen.” Dies schreibt er insbesondere der federführenden FBG-Försterin Nicolle Fichtner-Sühlfleisch zu.

Ein Lob für die Försterin

Fichtner-Sühlfleisch nimmt die Sichtung im Herbst und Winter vor und rät den Waldbesitzern zur Fällung bestimmter Bäume, die bei der Wertholzversteigerung an den Mann (und an die Frau) gebracht werden können. Die Waldbesitzer entscheiden dann, ob sie ihre Hölzer ernten und zur Auktion auf den FBG-Platz nach Schönstheim fahren wollen – oder eben nicht. Vier Wochen liegen die Stämme dann dort zur Ansicht. Mitte März war schließlich die Gebotsöffnung.

Das Ergebnis war überaus erfreulich, am Platz lagen 304,29 Festmeter Einzelstämme, wovon 179,62 von der FBG Uffenheim-Neustadt stammten (die anderen kamen von den FBGs Westmittelfranken und Würzburg). 88 Prozent davon waren Eiche, der Rest Esche, Elsbeere, Lärche. „Alle haben ein Gebot bekommen”, freute sich Merz. Fast zwei Drittel gingen in vier verschiedene Furnierwerke, der Rest an sechs Sägewerke.

Bieter bis nach NRW

Die Furnierwerke befinden sich in Unterfranken, Nordrhein-Westfalen und in Karlsruhe, von den Sägewerken sind fünf in Franken und eines im Allgäu. Die „Braut” hatte ein unterfränkischer Furnierhersteller erstanden. Insgesamt erzielte die Braut mit 2,5 Festmetern einen fünfstelligen Erlös. Die passende Farbe, keine Äste und oft auch feine, gleichmäßige Jahrringe machten wohl den Preis aus. Aber was genau, wissen Fichtner-Sühlfleisch und Merz eigentlich nie, wie sie gestehen. Die hübschen Ringe mutmaßt aber auch FBG-Geschäftsführer Hans Götz gegenüber unserer Zeitung.

Qualitätsvolles Eichenholz ist weiterhin sehr gefragt, sagt Merz. Der Durchschnittserlös bei den Eichen lag bei der Auktion 2026 bei 1187 Euro pro Festmeter – im Gegensatz zu den Jahren 2022 bis 2025, in denen der Erlös nur einmal knapp über 1000 Euro lag und sonst immer darunter. Die besten zehn Stämme lagen zwischen 2389 und 4112 Euro pro Festmeter.

Die Franzosen und der Alkohol

Auch ein Franzose bot bei der Auktion am Rande mit. Aus den deutschen Eichen bauen diese Eichenfässer, weiß Hans Götz. Früher seien allerdings mehr Franzosen beteiligt gewesen. Götz schätzt, dass das am zurückgehenden Alkoholkonsum liegt, das beeinflusst natürlich auch den Markt. Doch auch heuer seien Eichenstämme nach Frankreich gegangen. Am Ende steht dann also ein edler Wein aus einem edlen Fass der Forstbetriebsgemeinschaft. Vielleicht trinkt diesen ja dann sogar ein echtes Brautpaar…

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