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Veröffentlicht am 07.05.2026 00:07

Wie vermeide ich, dass meine Sonnenmilch der Umwelt schadet?

Sonnencreme ist nicht gleich Sonnencreme: Es gibt eine Vielzahl an UV-Filtern, von denen einige im Verdacht stehen, der Umwelt zu schaden.  (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)
Sonnencreme ist nicht gleich Sonnencreme: Es gibt eine Vielzahl an UV-Filtern, von denen einige im Verdacht stehen, der Umwelt zu schaden. (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)
Sonnencreme ist nicht gleich Sonnencreme: Es gibt eine Vielzahl an UV-Filtern, von denen einige im Verdacht stehen, der Umwelt zu schaden. (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)

Sonnencreme schützt unsere Haut, kann aber die Umwelt belasten. „Beim Baden im See oder Meer können Stoffe aus der Sonnencreme direkt in die Umwelt gelangen“, so Luise Körner, Teamleiterin Chemikalienpolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Das kann Folgen haben, etwa weil Sonnencremes häufig Mikroplastik oder flüssige Kunststoffe enthalten. „Diese bauen sich in der Umwelt nur sehr schwer ab und reichern sich in Gewässern, Böden und Organismen an.“

Und dann ist da noch die Sache mit den UV-Filtern. Das sind die Inhaltsstoffe, die vor Sonnenbrand und UV-Schäden in den Hautzellen schützen. 32 solcher Filter sind für Sonnenschutzmittel in der EU zugelassen, heißt es vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

Mineralische UV-Filter gelten als umweltfreundlicher

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von UV-Filtern: chemische und mineralische. „Chemische UV-Filter dringen in die Haut ein und wandeln UV-Strahlung in Wärme um, während mineralische Filter auf der Hautoberfläche bleiben und das Licht reflektieren“, so Luise Körner.

Eine Art von Filter steht besonders im Blickpunkt von Umweltschützern. Denn: „Einige chemische UV-Filter stehen im Verdacht, Korallen und anderen Wasserorganismen zu schaden“, so die Expertin. Es besteht der Verdacht, dass sie hormonell wirken.

Mineralische UV-Filter gelten Körner zufolge als umweltfreundlichere Alternative. Beispiele sind Titandioxid („Titanium Dioxide“) oder Zinkoxid („Zinc Oxide“).

Doch: Die Datenlage ist noch unvollständig, wie die Stiftung Warentest einordnet. Oft reichten bisher vorhandene Daten nicht aus, um wissenschaftlich fundierte Aussagen über die Umwelteigenschaften einzelner UV-Filter zu treffen.

Besser checken: Steckt „nano“ drin? 

Wer möchte, kann sich gezielt nach Sonnencremes mit mineralischen UV-Filtern umschauen. Sie bringen allerdings einen Nachteil mit sich: Beim Eincremen bleibt eine weißliche Schicht auf der Haut zurück.

Um das zu verhindern, setzen einige Hersteller auf mineralische UV-Filter in Nano-Größe. Wie sich diese besonders winzigen Partikel auf die Umwelt auswirken, ist Luise Körner zufolge nicht abschließend geklärt. Sie rät daher, darauf zu achten, dass in der Liste der Inhaltsstoffe nicht die Vorsilbe „nano“ auftaucht. 

Apropos Inhaltsstoffe: Wer beim Kauf wissen will, ob sich hormonelle Schadstoffe oder Nano-Stoffe in einer Sonnencreme verbergen, kann den Barcode mit der „ToxFox“-App des BUND (Android/iOS) scannen. 

Die App spuckt zum Beispiel eine Warnung aus, wenn eine Sonnencreme den chemischen UV-Filter DHHB („Diethylamino Hydroxybenzoyl Hexyl Benzoate“) enthält. Cremes mit diesem UV-Filter können mit dem hormonell wirksamen Weichmacher DnHexP verunreinigt sein. 

Wie möglichst wenig Sonnencreme in den See gelangt

Egal, mit welcher Sonnencreme man sich eingeschmiert hat: Am besten achtet man darauf, dass möglichst wenig davon in die Umwelt - also ins Badegewässer oder auf den Boden - gelangt. 

So ist es eine schlechte Idee, direkt nach dem Eincremen in den See zu springen - besser einziehen lassen. Weiterer Tipp: „Cremes und Sticks sind die bessere Wahl, denn bei Produkten zum Aufsprühen gelangt bereits beim Auftragen ein Teil des Produktes in die Umwelt“, sagt Luise Körner. 

Eine weitere Strategie ist, sich mit Kleidung vor der Sonne zu schützen und gerade in der Mittagszeit die Sonne zu meiden - das spart Sonnencreme. Ebenfalls sinnvoll: sich nicht an der Badestelle abduschen, sondern zu Hause. 

Kein Freifahrtschein: korallenfreundliche Sonnencremes 

Einige Sonnencremes werben damit „korallenfreundlich“ zu sein - eine Bezeichnung, die allerdings rechtlich nicht geschützt ist. „Meist bedeutet diese Angabe, dass auf bestimmte chemische UV-Filter wie Oxybenzon oder Octinoxat („Ehylhexyl Methoxycinnamate”) verzichtet wurde. Diese UV-Filter sind als hormonelle Schadstoffe bekannt“, sagt Luise Körner. 

Sie rät dennoch, auch hier die Inhaltsstoffe kritisch zu checken, „denn sowohl andere hormonelle Schadstoffe als auch Mikroplastik oder flüssige Kunststoffe können in so einer Sonnencreme trotzdem enthalten sein.“

© dpa-infocom, dpa:260506-930-44878/1


Von dpa
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