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Veröffentlicht am 16.04.2026 11:00

Wie viele evangelische Dekanate bleiben im Landkreis Ansbach übrig?

In Dinkelsbühl, hier der Turm der St.-Pauls-Kirche, ist der offizielle Sitz des fusionierten Dekanats an Sulzach und Wörnitz. Weitere Zusammenschlüsse werden wohl folgen.  (Archivbild: Martina Haas)
In Dinkelsbühl, hier der Turm der St.-Pauls-Kirche, ist der offizielle Sitz des fusionierten Dekanats an Sulzach und Wörnitz. Weitere Zusammenschlüsse werden wohl folgen. (Archivbild: Martina Haas)
In Dinkelsbühl, hier der Turm der St.-Pauls-Kirche, ist der offizielle Sitz des fusionierten Dekanats an Sulzach und Wörnitz. Weitere Zusammenschlüsse werden wohl folgen. (Archivbild: Martina Haas)

Die evangelisch-lutherische Kirche in Bayern (ELKB) verliert weiter Mitglieder. Das hat auch Auswirkungen auf die Struktur der Dekanate im Landkreis Ansbach.

Historisch gewachsen gibt es hier relativ viele kleine Dekanate. So hat das Dekanat Leutershausen nur etwa 10.000 Mitglieder. Die Landeskirche hat das Ziel ausgegeben, dass ein Dekanat 30.000 bis 40.000 Köpfe zählen sollte.

Derzeit laufen die Gespräche

Bis 2032 soll die Zahl der Dekanate in Bayern von über 60 auf 44 sinken. Eine erste Fusion hat im Landkreis Ansbach bereits stattgefunden. Dinkelsbühl, Feuchtwangen und Wassertrüdingen haben sich Anfang des Jahres zum neuen Dekanat an Sulzach und Wörnitz zusammengeschlossen. Mit 32.000 Gläubigen liegt es aber nur knapp über der von der ELKB definierten Mindestgrenze, sodass in den nächsten Jahren mit weiteren Fusionen zu rechnen ist.

Nur das Dekanat Ansbach könnte mit über 40.000 Mitgliedern auf absehbare Zeit selbstständig bleiben. Rothenburg mit über 14.000 und Windsbach mit etwa 20.000 Mitgliedern sind dafür zu klein. Die Grenzen der evangelischen Dekanate sind zudem nicht deckungsgleich mit staatlichen Einheiten. So gehören Merkendorf und Wolframs-Eschenbach zum Dekanat Gunzenhausen, das ebenfalls bereits mit Heidenheim fusioniert hat.

Wie geht es jetzt weiter? „Im Landkreis Ansbach sind die Dekaninnen und Dekane und die Dekanatsgremien inzwischen auch dabei, miteinander über künftige Vereinigungen zu reden”, teilte Dr. Gerhard Gronauer, theologischer Referent von Regionalbischöfin Gisela Bornowski, auf Anfrage der FLZ mit. Auch Ehrenamtliche aus den Kirchengemeinden seien über die Dekanatsausschüsse beteiligt.

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Überlegungen stehen noch am Anfang

Die Idee dazu sei von der Kirchenleitung, der Regionalbischöfin und den Dekaninnen und Dekanen selbst ausgegangen. In Verantwortung für die künftige Gestaltung kirchlichen Lebens bei zurückgehenden Mitgliederzahlen und Finanzen müsse man langfristig planen, welche Größe von Dekanatsbezirken künftig sinnvoll sein wird, um die Ressourcen zielgerichtet einsetzen zu können.

Welche die beste Lösung für die Dekanatsbezirke im Landkreis Ansbach ist, werde noch beraten. Derzeit werde eine Beratung durch die „Wirkstatt” (früher Gemeindeakademie) der Landeskirche ins Auge gefasst. Da die Überlegungen noch ganz am Anfang stünden, sei es offen, ob es letztlich auf einen Dekanatsbezirk in der Fläche des Landkreises hinauslaufen wird oder ob es am Ende doch zwei Dekanate sein werden. Denkbar ist auch, dass sich Dekanatsbezirke mit Nachbarn aus anderen Landkreisen zusammentun. „Ein regelrechtes Landkreis-Ansbach-Dekanat ist also definitiv noch nicht ausgemacht”, betont Gronauer. Die Planungen sollen bis 2028 abgeschlossen sein und die Umsetzung soll bis 2032 erfolgen.

Regionalbischöfin Bornowski stehe voll hinter den Plänen, teilte ihr theologischer Referent mit. Sie beteilige sich von Anfang an unterstützend und aktiv an den Gesprächen. Zusammen mit dem gesamten Landeskirchenrat sehe sie die Notwendigkeit von weiteren Zusammenschlüssen, sodass ein Dekanatsbezirk auf eine gewisse Größe komme. Das Amt einer Dekanin oder eines Dekans werde sich dabei verändern und künftig eine reine Leitungsaufgabe sein. Die Planungen würden noch einige Jahre in Anspruch nehmen, sodass ein zusammengeschlossener neuer Dekanatsbezirk nicht dazu führen müsse, dass die jetzigen Dekaninnen und Dekane ihre Stelle verlieren.

Gemeinsame Leitung zeitweise möglich

Zum einen könnten für eine gewisse Zeit mehrere Personen einen Dekanatsbezirk gemeinsam leiten, zum anderen gehen in einigen Jahren auch mehrere Dekaninnen und Dekane des Landkreises in den Ruhestand.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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