Wilhermsdorfer Projekte: Es wird teuer, richtig teuer | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 26.09.2023 14:13

Wilhermsdorfer Projekte: Es wird teuer, richtig teuer

In die Häuser Hauptstraße 40, 42 und 44 – im Besitz der Marktgemeinde Wilhermsdorf – soll irgendwann ein Kultur- und Vereinszentrum einziehen. Der Bauantrag wurde jetzt gestellt. (Foto: Heinz Wraneschitz)
In die Häuser Hauptstraße 40, 42 und 44 – im Besitz der Marktgemeinde Wilhermsdorf – soll irgendwann ein Kultur- und Vereinszentrum einziehen. Der Bauantrag wurde jetzt gestellt. (Foto: Heinz Wraneschitz)
In die Häuser Hauptstraße 40, 42 und 44 – im Besitz der Marktgemeinde Wilhermsdorf – soll irgendwann ein Kultur- und Vereinszentrum einziehen. Der Bauantrag wurde jetzt gestellt. (Foto: Heinz Wraneschitz)

Zu zwei Tagesordnungspunkten diskutierten die Wilhermsdorfer Räte engagiert: Zum seit langer Zeit bekannten, nötigen Schulneubau und zum Bürgerzentrum an der Hauptstraße. Vor allem über die Kosten wurde debattiert. Dabei war das erste Thema gar nicht auf der Tagesordnung aufgeführt gewesen, das zweite hatte die Verwaltung nachträglich eingefügt.

Deshalb kamen die Anfragen aus dem Rat zuerst zur Sprache. Dabei umschrieb Grünen-Sprecher Frieder Kleefeld den geplanten und notwendigen Schulneubau mit dem Wort „Schloss“. Dafür bekam er den Unmut fast aller Seiten zu spüren. So stellte Bürgermeister Uwe Emmert (CSU) klar: „Wir wollen kein Schloss bauen und auch nicht davon sprechen, sondern wir bauen eine funktionale, gute Schule. Dort sollen sich die Schüler für 40 Jahre wohlfühlen. Wir wollen diesen Traum verwirklichen.“ Dabei bekannte er sich aber auch zur Tatsache, „dass der Bau unseren Haushalt die nächsten 20 Jahre belasten wird“.

Dass der Gemeinderat von deren Kosten bislang noch nichts Genaues weiß, räumte Uwe Emmert zwar unumwunden ein. Das Thema solle allerdings in der Oktobersitzung des Gemeinderats zentraler Tagesordnungspunkt werden, so der Bürgermeister. Aber egal, wie teuer: „Die Kinder müssen es uns wert sein“, das steht zum Beispiel für CSU-Sprecher Hans Peter Mahr ganz klar fest.

Der Grund für Kleefelds Einlassung war offensichtlich eine seitens der Gemeinde und des Planers vorgenommene Befragung. Doch laut Emmert sollten dabei die Nachbarn lediglich ihre Meinung zu den mehrstöckig in den Hang an der Steige eingeplanten Gebäuden kundtun. Solche Nachbarschaftsbefragungen seien üblich und Teil der Vorbereitung aller Bauanträge, erläuterte Emmert dazu.

Bauantrag für Multi-Millionen-Projekt

Weiter spekuliert werden darf auch beim im Ortskern an der Hauptstraße geplanten Bürgerzentrum über die genauen Kosten. Doch dafür will die Gemeinde das Vorhaben erst einmal auf den Weg bringen. Das kann nun geschehen, denn der Gemeinderat hat einstimmig den Bauantrag für das Multi-Millionen-Projekt beschlossen.

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Erst wenn ein genehmigter Bauantrag vorliege, könnten überhaupt mögliche Fördermittel abgeklärt werden, so die Verwaltung. Dabei klang die Hoffnung durch, dass es wegen der aktuell erkennbaren Flaute der Baukonjunktur womöglich bald mehr staatliche Unterstützungsmaßnahmen geben könnte.

Zuvor war jedoch sehr kontrovers über die von Michael Kühnlein junior vorgelegten Entwurfspläne diskutiert worden. Gerade eine vom Architekten punktiert eingezeichnete Fassade, die an ein denkmalgeschütztes, kleines Häuschen anschließt, stand im Blick. Dessen Steildach soll erhalten bleiben, in die Verlängerung des Gebäudes Hauptstraße 14 integriert werden und später innen im Neubau sichtbar sein.

Der Bürgermeister erklärte dazu: „Über die Fassadengestaltung wurde überhaupt noch nicht gesprochen. Die ist für den Bauantrag nicht relevant und wird im Bauausschuss bemustert“, sagte er zum weiteren Vorgehen. „Man muss auch mal was wagen“, gab Wernhilde Mann (SPD) zu bedenken. Den Mut bewiesen am Ende alle Ratsmitglieder.


Von Heinz Wraneschitz
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