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Veröffentlicht am 12.11.2025 13:57

Wissenschaftler mit Witz und Wissen: So lief der erste Ansbacher Science Slam

Beim ersten Ansbacher „Science Slam“ traten fünf Wissenschaftler der Hochschule Ansbach gegeneinander an. Es ging darum, sein Forschungsfeld mit Wissen und Witz und Wissen vorzustellen.

Poetry-Slammer Michael Jakob als Moderator war hoch zufrieden. Angesichts der parallel laufenden Lesung des früheren Bundespräsidenten Joachim Gauck habe er auf 150 Zuschauende in den Kammerspielen gehofft. Es waren dann aber rund 250 Menschen, die sogar auf der Treppe Platz nahmen, um die witzige Kombination zu erleben.

Die Idee ist bei einer internen Veranstaltung entstanden. „Die Hochschule kam letztes Jahr auf mich zu und hat mich für einen Science Slam gebucht”, schildert Jakob. „Die dabei entstandenen Beiträge waren so toll, dass wir damit unbedingt an die Öffentlichkeit gehen wollten.“

Die KI ist allgegenwärtig

Jakob, der mehrfache Fränkische Poetry-Slam-Meister und SPD-OB-Kandidat, zeigte zum Warmwerden einen Ausschnitt aus seinem Bühnenprogramm „Reich werden in 120 Minuten“. Bevor die Wettbewerber selbst auf die Bühne durften, wählte der Moderator zufällig fünf Juroren aus dem Publikum aus. Ihre Bewertung entschied am Ende, wer es ins Finale schaffte.

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Den Anfang machte Professor Nicolas Weeger. Der Softwarearchitekt für Künstliche Intelligenz gab auch gleich die thematische Richtung des Abends vor: drei seiner eigentlichen Kollegen, die am Montagabend zu Konkurrenten wurden, forschen ebenfalls an und mit KI. Für seine Vergleiche zwischen Bauarchitektur und Softwarearchitektur bekam er am Ende 19 Punkte von der Jury.

Ein Wissenschaftler als Magier

Hendric Rahm klärte mit Erfahrungsberichten aus KI-Workshops über Funktion und Missverständnisse beim Thema KI auf und landete so 24 Punkte. Auch „der große Tobulus“ – alias Dr. Tobias Förtsch – beschäftigt sich mit KI. Als Magier versuchte er, dem Publikum deren Funktionsweise zu erklären. Mit verschiedenen Zaubertricks und seinem Magierbeutel, der als Platzhalter für die KI fungierte, gelang ihm dies. Die Jury gab ihm 26 Punkte, mit denen er sich für das Finale qualifizieren sollte.

Dr. Michael Shugk bildete die Ausnahme. Er redete nicht über KI, sondern über interkulturelle Kommunikation und verschiedene Modelle hierzu. Für seine unterhaltenden Vergleiche zwischen Kulturen bekam er 25 Punkte.

Visuelles Lernen im Hörsaal

Dr. Nick Naujoks-Schober, der mit Ukulele und Gesang die Bühne wortwörtliche stürmte, schaffte jedoch die meisten Punkte. Zunächst kritisierte er die Einteilung von Menschen in verschiedene Lernstile: „Heißt das, dass man als visueller Lerner in einem Hörsaal nichts lernen kann?“, fragte er das Publikum rhetorisch.

KI helfe beim Lernen, schlage aber trotzdem Lernstile vor. Dies erklärte er zum zweiköpfigen Drachen, der für die KI stand: Tod oder Retter. Nun kamen aber zwei Helden ins Spiel, Dr. Marion Händel und Nick Naujoks-Schober selbst. Mit ihrem Projekt „SekoKI“ an der Hochschule Ansbach wollen sie erreichen, dass jeder und jede selbstreguliert und kompetent mit KI lernen kann.

Drachenbezwinger und Magier im Finale

Zwischendrin trat Lea Wirth auf, die in Ansbach industrielle Biotechnologie studiert hat. Mit dem Siegerbeitrag der Deutschen Science Slam Meisterschaft 2023 schaffte sie es, die Kammer zu begeistern. Anschaulich und humorvoll erklärte sie, wie sie in ihrer Bachelorarbeit Drogenkonsum bei Verstorbenen mithilfe der Glaskörperflüssigkeit im Auge nachweisen konnte.

Im Finale standen dann zwei der KI-Forscher: der Magier Förtsch und der Drachenbezwinger Naujoks-Schober. Jetzt musste das komplette Publikum entscheiden. Der größere Applaus kürte den Sieger. Den bekam zu guter Letzt Dr. Nick Naujoks-Schober, der damit Sieger des ersten Ansbacher Science Slams wurde.

Dr. Nick Naujoks-Schober vermittelte seine Erkenntnisse über Lernstile mit Ukulele und Gesang. Damit überzeugte er das Publikum und gewann den ersten Science Slam in Ansbach..  (Foto: Philipp Warausch)
Dr. Nick Naujoks-Schober vermittelte seine Erkenntnisse über Lernstile mit Ukulele und Gesang. Damit überzeugte er das Publikum und gewann den ersten Science Slam in Ansbach.. (Foto: Philipp Warausch)
Dr. Nick Naujoks-Schober vermittelte seine Erkenntnisse über Lernstile mit Ukulele und Gesang. Damit überzeugte er das Publikum und gewann den ersten Science Slam in Ansbach.. (Foto: Philipp Warausch)

Von PHILIPP WARAUSCH
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