Wolfhard-Schule in Herrieden tritt Netzwerk „Schule ohne Rassismus” bei | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 29.03.2025 11:00

Wolfhard-Schule in Herrieden tritt Netzwerk „Schule ohne Rassismus” bei

Mehr als 70 Prozent der Schulfamilie mussten im Vorfeld anonym zustimmen, dass die Wolfhard-Schule Teil des Netzwerkes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ würde. Nun bekam das Herriedener Förderzentrum das Siegel verliehen. (Foto: Lisa-Maria Liebing)
Mehr als 70 Prozent der Schulfamilie mussten im Vorfeld anonym zustimmen, dass die Wolfhard-Schule Teil des Netzwerkes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ würde. Nun bekam das Herriedener Förderzentrum das Siegel verliehen. (Foto: Lisa-Maria Liebing)
Mehr als 70 Prozent der Schulfamilie mussten im Vorfeld anonym zustimmen, dass die Wolfhard-Schule Teil des Netzwerkes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ würde. Nun bekam das Herriedener Förderzentrum das Siegel verliehen. (Foto: Lisa-Maria Liebing)

„Miteinander und Füreinander“ lautet das Motto der Wolfhard-Schule, das sonderpädagogische Förderzentrum in Herrieden. Mit dem Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ setzt die Schulgemeinschaft ab sofort auch ein starkes Zeichen nach außen.

„Gemeinsam sind wir stark“ – mit diesem Satz brachten es die Kinder der schulvorbereitenden Einrichtung (SVE) auf den Punkt. Beim Festakt anlässlich des Beitritts zum Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ übernahmen die Mädchen und Buben die Eröffnung mit einer musikalischen Einlage über die Bedeutung von Zusammenhalt und Toleranz.

„Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ ist das größte Schulnetzwerk Deutschlands mit über 4600 teilnehmenden Schulen, davon über 910 in Bayern. Um ins Netzwerk aufgenommen zu werden, mussten mindestens 70 Prozent der Schulgemeinschaft dafür stimmen, sich aktiv gegen Diskriminierung einsetzen zu wollen. Außerdem musste die Schule einen Paten finden, der das Engagement unterstützt. Die Wolfhard-Schule kann sich gleich über zwei Projektpaten freuen: Landrat Dr. Jürgen Ludwig sowie Herriedens Bürgermeisterin Dorina Jechnerer.

Schulleiter Christian Fischer: „Hier menschelt es”

Die Aufnahme in das Netzwerk sei aber kein Preis, keine Auszeichnung, so Schulleiter Christian Fischer. „Hier menschelt es, und wo viele Menschen sind, da kommt auch Rassismus vor. Aber wir schauen nicht weg, wir wollen Konflikte lösen und gemeinsam gezielt gegen Diskriminierung vorgehen.“

Mutausbruch lautet das Motto des aktuellen Schuljahres. Und es gehöre Mut, also Courage dazu, füreinander einzustehen, betonte Bürgermeisterin Dorina Jechnerer in ihrem Grußwort. Vor allem mit Blick auf die sozialen Medien erführen die Menschen zunehmend Rassismus. „Es gibt eher ein Gegeneinander als ein Miteinander. Und nur, wer mutig ist, kann sich dagegen aussprechen, wenn zum Beispiel jemand gemobbt wird“, so Jechnerer, die versicherte, dass sich die Schule auf die Unterstützung der Stadt verlassen könne.

Netzwerk-Koordinator Christian Löbel übernahm die offizielle Ernennung zur „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und übergab an die Schülermitverantwortung (SMV) stellvertretend für die ganze Schulfamilie eine Urkunde. „Eine solche Titelverleihung ist notwendiger denn je, wenn man auf die aktuelle Nachrichtenlage in der Welt schaut. Ihr seid eine starke Stimme, die sich wehrt. Aber ihr seid nicht allein. Wir kämpfen gemeinsam für eine besser und vielfältigere Gesellschaft.“

„Der Titel bedeutet eine Selbstverpflichtung“

Landrat Dr. Jürgen Ludwig gratulierte der Schule zum Netzwerk-Beitritt. Wie Schulleiter Fischer zu Beginn erläutert hatte, war es der Impuls des Landrats gewesen, dass sich die Wolfhard-Schule um die Ernennung bemüht hat. „Das ist nicht einfach nur ein Schild, das jetzt an der Schule angebracht wird. Der Titel bedeutet eine Selbstverpflichtung, sich weiterhin gegen Rassismus einzusetzen und zusammen zu halten“, hob der Landrat hervor.

Die Diagnose- und Förderklasse bereicherte den Festakt mit einer rhythmischen Darbietung mit dem Titel „Mut“ sowie dem Lied „Genauso wie ich bin“.

Anschließend führten zwei Schülerinnen der SMV die Gäste durch das Schulgebäude, um verschiedene Aktivitäten der Einrichtung aufzuzeigen. So wurde beispielsweise die Mountainbike-AG vorgestellt, deren Teilnehmer bei einem kleinen, von Schülern selbstgebauten Hindernis-Parcours ihr Können zeigten.

Schüler-Podcast zum Thema „Courage”

Des Weiteren wurden das Projekt „Wir bauen Brücken“, die Schulsanitäter und die Aktion „Du gehörst dazu“ gezeigt, bei der unter anderem alle Schülerinnen und Schüler eine Postkarte mit Komplimenten erhielten. Die Schülerinnen der SMV erklärten zudem die Arbeit der Schulsozialpädagogik, bei der die Jugendlichen unter anderem zu Streitschlichtern oder Pausenhelfern ausgebildet werden. Zu guter Letzt konnten die Besucherinnen und Besucher einem von Schülern produzierten Podcast zum Thema „Courage“ lauschen.

Abschließend konnten die Gäste noch bei einem internationalen Buffet, das von den Schülerinnen und Schülern vorbereitet worden war, ins Gespräch kommen.

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