Die Machbarkeitsstudie für die Sanierung und Erneuerung der Aussegnungshalle auf dem Lehrberger Friedhof ist dem Gemeinderat vorgestellt worden. Erarbeitet hat die Studie das Architekturbüro Domscheit und Siegordner in Ansbach. Eine Entscheidung hat der Gemeinderat noch nicht getroffen.
Für die 1928 errichtete Aussegnungshalle haben die Planer die Sanierung der bestehenden Halle, die Sanierung und die Erweiterung durch einen Neubau, einen Neubau an gleicher Stelle und einen Neubau an anderer Stelle untersucht. Eine Schadstoffuntersuchung des Gebäudes wurde nicht berücksichtigt. Die bestehende Aussegnungshalle mit einem Walmdach ist in konventioneller Massivbauweise aus verputzten Sandsteinen errichtet. Bisher sind in dem Gebäude eine Toilette, ein ehemaliger Sezierraum, der Totenraum, die Leichenhalle, ein Gerätelager, sowie Räume für den Wärter und den Leichenwagen untergebracht.
In Zukunft werden in der Aussegnungshalle Sanitäreinheiten mit Warmwasseranschluss und rollstuhlgerechtem Zugang benötigt. Es muss einen Besprechungsraum geben, wo sich die Geistlichen umziehen können, und die eigentliche Halle müsse rollstuhlgerecht zugänglich sein, Platz für eine Bestuhlung bieten und eine freundliche Atmosphäre ausstrahlen. Dazu kommen noch Lagerbereiche für den Leichenwagen, Gießkannen, Rasenmäher, Totengräberwerkzeug und anderes.
Bei einer Sanierung des bestehenden Gebäudes könnte die Aussegnungshalle mit derzeit 50,7 Quadratmetern um 21 Quadratmeter vergrößert werden. Die Halle könnte aber auch saniert werden und die Lagerflächen in einem Neubau untergebracht werden, geht aus dem Gutachten hervor. In diesem Fall könnte die Leichenhalle um 35,5 Quadratmeter erweitert werden.
Der Neubau würde zwei Räume mit einer Nutzfläche von knapp 30 Quadratmetern haben. Nachteil dieser Lösung wären die zusätzlichen Kosten für den Neubau, hieß es in der SItzung.
Das bestehende Gebäude könnte aber auch abgebrochen und durch einen kompletten Neubau ersetzt werden. Dadurch könnte eine Leichenhalle mit einer Fläche von 72,5 Quadratmetern entstehen. Das Fundament und das Gesamtbild blieben weitgehend erhalten. Die Aussegnungshalle erschiene bei dieser Variante als ganzheitlicher Raum. Die Fläche würde sich aber nur begrenzt vergrößern und es entstehen Kosten für den Abriss und den Neubau.
Die letzte untersuchte Variante ist ein Neubau östlich und etwas oberhalb des bestehenden Gebäudes. In diesem Fall würden Parkplätze wegfallen, es müsste eine neue Erschließung geschaffen werden und die Kosten für den Abbruch der bestehenden Halle machen diese Variante teurer. Ein Neubau auf der nördlichen Erweiterungsfläche des Friedhofs würde die Planungen für das Gräberfeld verändern.
Die Fachplaner wiesen darauf hin, dass nach den Vorgaben mindestens 14 Pkw-Stellplätze bereitgestellt werden müssen. Bei einer Sanierung oder Erweiterung wäre hingegen kein Nachweis der Stellplätze beim Landratsamt vorzulegen.
Die Studie nennt auch erste Kostenschätzungen. Eine Sanierung im Bestand würde demnach 413.000 Euro kosten. Eine Sanierung mit Anbau 470.000 Euro, ein Neubau an gleicher Stelle knapp 685.000 Euro, ein Neubau östlich 750.000 Euro und ein Neubau im Norden gut 820.000 Euro.
In einer ersten Diskussion im Marktgemeinderat sprach sich Hans Merk für einen Abbruch aus. „Das Ding muss weg, da ist der Schwamm drin.“ Er stellt sich einen Neubau ähnlich der Halle auf dem Friedhof in Flachslanden vor.
Nach der Präsentation der Varianten zur Sanierung und Erneuerung der Aussegnungshalle auf dem Lehrberger Friedhof will Bürgermeisterin Renate Hans eine Bürgerinformation durchführen. Ebenso möchte sie in den Austausch mit der katholischen Pfarrgemeinde St. Ludwig in Ansbach, zu der die Filialgemeinde Lehrberg gehört, und der evangelischen Kirchengemeinden in Lehrberg sowie den Bestattern gehen.