Seit 20 Jahren haben Ansbach und Fermo eine Städtepartnerschaft. Das Jubiläum wird groß gefeiert. Aktuell ist eine Delegation aus Italien zu Gast. In einer Sondersitzung des Stadtrates wurde die Partnerschaft am Freitagabend erneuert.
Es herrschte festliche Stimmung in der mit vielen deutschen und italienischen Fahnen geschmückten Karlshalle. Vertreterinnen und Vertreter des Heimatvereins begrüßten die Gäste in Kostümen aus der Markgrafenzeit. Onoldia Brass sorgte für die feierliche musikalische Note. Oberbürgermeister Thomas Deffner und Giulio Pascali, der Präsident des Stadtrates von Fermo, saßen zusammen mit den Führungsriegen der Partnerschaftsvereine auf dem Podium.
Bevor OB Deffner und Stadtrats-Präsident Pascali den erneuerten Partnerschaftsvertrag unterzeichneten, sprachen sich die anwesenden Stadträte einstimmig dafür aus, die Kooperation fortzusetzen. Es gehe darum, „die kulturellen, wirtschaftlichen und touristischen” Beziehungen weiterhin zu fördern und die Jugendarbeit zu verstärken, steht im Partnerschaftsvertrag.
Mit ihren Unterschriften dokumentierten die Vertreter beider Städte, dass die Verbindung nach wie vor lebendig ist und von beiden Seiten aus gelebt und gepflegt wird. Der Zusammenhalt bestehe nicht nur auf dem Papier, „sondern in den Herzen der Menschen”, befand OB Deffner, der seine Rede auch auf Italienisch vortrug.
2006 sei das Ziel der Partnerschaft zwischen Ansbach und Fermo gewesen, Brücken zu bauen, sagte der OB. Es ging um Verbindungen „zwischen Nord und Süd, zwischen Franken und den Marken, zwischen zwei Städten mit reicher Geschichte und lebendiger Kultur”. Das sei bestens gelungen. In beiden Städten gebe es aktive Partnerschaftsvereine.
Die Städtepartnerschaft stehe aber auch stellvertretend für die enge Verbindung von Italien und Deutschland. Der OB: „Italienische Kunst, Musik und Lebensart haben Deutschland seit Jahrhunderten und bis heute inspiriert – und nicht zu vergessen: Wir lieben italienisches Essen.” Dafür gab es Beifall von deutschen und italienischen Gästen im Publikum.
Nicht vergessen werden dürfe eine solche Partnerschaft auch mit Blick auf „das europäische Projekt”. Deutschland und Italien seien Gründungsmitglieder der späteren Europäischen Union und hätten früh auf „Aussöhnung, Zusammenarbeit und gemeinsamen Wohlstand für unseren Kontinent” gesetzt. Die Aussöhnung sei angesichts schlimmer Kriegsverbrechen durch das Hitler-Regime „keine Selbstverständlichkeit und ist trotzdem gelungen”.
Thomas Deffner erinnerte daran, dass im vergangenen Jahr auch eine offizielle Städtepartnerschaft zwischen den Städten Anglet und Fermo besiegelt wurde und freute sich, dass auch aus Frankreich Gäste zum Jubiläum nach Ansbach gekommen sind. Damit gibt es nun eine deutsch-französisch-italienische Dreiecks-Städtepartnerschaft.
Der OB dankte allen, die die Städtepartnerschaft möglich gemacht haben, und allen, die sie seit 20 Jahren leben. Er erinnerte an Bürgermeister a.D. Saturnino di Ruscio und den verstorbenen Oberbürgermeister Ralf Felber, die den ersten Partnerschaftsvertrag unterzeichnet haben, sowie an etliche weitere Personen, die das Miteinander seit 2006 geprägt haben.
Die Rede für Fermo hielt Giulio Pascali. Als Präsident des Stadtrats vertrat er den stellvertretenden Bürgermeister Mauro Torresi, der wegen anderer Verpflichtungen nicht nach Ansbach kommen konnte. Torresi steht derzeit an der Spitze der Partnerstadt, weil Paolo Calcinaro im Dezember ins Regionalparlament der Marken gewählt wurde. Pascali überbrachte Grüße von Torresi und Calcinaro sowie vom gesamten Stadtrat.
In den vergangenen 20 Jahren hätten Ansbach und Fermo enge Beziehungen in den Bereichen Kultur, Tourismus, Sport und Bildung geknüpft. „Es waren 20 Jahre voller Reisen, Schüleraustausche, offizieller Besuche und Begegnungen in vielen kulturellen, administrativen, sportlichen Bereichen.”
Besonders dankte Pascali dem Verein „Amici di Ansbach” unter dem Vorsitz von Francesco Gismondi. Eine Delegation des Vereins hat den Präsidenten des Stadtrates nach Mittelfranken begleitet. Die „Amici” zeigten, wie man Teil einer vernetzten Welt sein kann, „indem man internationale Beziehungen aufbaut und einen Austausch fördert, der es ermöglicht, Geschichte, Kultur und Traditionen anderer Völker kennenzulernen”.
Pascali erinnerte daran, wie 2022 in Ansbach der Fermo-Platz in einer feierlichen Zeremonie seinen Namen erhielt und kurz darauf in Fermo der Aussichtspunkt im historischen Zentrum nach Ansbach benannt wurde. „Zwei wichtige und unvergessliche Momente.” Er freute sich, dass nun bei den Jubiläumsfeierlichkeiten ein Fermo gewidmetes Graffiti an der HSG-Schießhalle offiziell eingeweiht wurde.