444. Wirtshaussingen: Gedenken an Hans Treuheit | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 11.04.2023 17:11

444. Wirtshaussingen: Gedenken an Hans Treuheit

Ein Bild aus besseren Zeiten: Hier sitzen Hans (links) und Robert Treuheit noch vereint auf dem Sofa. Inzwischen ist Hans gestorben. Zum 30-jährigen Bestehen des Wirtshaussingens wird an ihn erinnert. (Archivfoto: Gudrun Schwarz)
Ein Bild aus besseren Zeiten: Hier sitzen Hans (links) und Robert Treuheit noch vereint auf dem Sofa. Inzwischen ist Hans gestorben. Zum 30-jährigen Bestehen des Wirtshaussingens wird an ihn erinnert. (Archivfoto: Gudrun Schwarz)
Ein Bild aus besseren Zeiten: Hier sitzen Hans (links) und Robert Treuheit noch vereint auf dem Sofa. Inzwischen ist Hans gestorben. Zum 30-jährigen Bestehen des Wirtshaussingens wird an ihn erinnert. (Archivfoto: Gudrun Schwarz)

Es ist schon mehr als 30 Jahre her, als bei Robert Treuheit – damals der stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins in Trautskirchen – der Wunsch aufkam, die Leute wieder zu animieren, im Wirtshaus miteinander zu singen. Mit seinem Bruder Hans startete er seinerzeit einen Aufruf fürs erste Treffen am 16. April 1993.

Die Veranstaltung war „ein voller Erfolg“, erinnert sich Robert Treuheit. 2013 hatte es bereits das 300. Wirtshaussingen gegeben und 2018 wurde das 25-jährige Jubiläum gefeiert. Die Wirtshausstuben waren zu klein geworden, und die Auftritte wurden in Säle verlegt.

Nun also steht der 30. Geburtstag an – leider aber ohne Hans Treuheit, der im Alter von 88 Jahren vor einigen Wochen verstorben ist. Hans Treuheit war Wirtshaussänger mit Leib und Seele und hätte dieses Jubiläum so gerne miterlebt. Seine schwere Krankheit hat dies aber nicht mehr zugelassen.

Fest zum 30-jährigen Jubiläum

So will Robert Treuheit in Gedenken an seinen Bruder dieses schon so lange geplante Ereignis trotzdem stattfinden lassen – mit Fans und Freunden. „Ich bin mir sicher, dass Hans in Gedanken mit dabei ist.“ Ein Foto mit Trauerband wird beim Jubiläum an den verstorbenen Bruder erinnern. Zusammen mit dem 30. Geburtstag sollte eigentlich auch das 450. Wirtshaussingen gefeiert werden; doch da während der Pandemie etliche Termine abgesagt werden mussten, wird es am Freitagabend in Wilhelmsdorf lediglich das 444. sein.

Weiter aber werden Säle gefüllt, denn immerhin kommen jedes Mal zwischen 60 und 100 Gäste – auch viele junge Leute. Robert Treuheit hat, unterstützt von Mitgliedern des Heimatvereins, viele Volkslieder und Schlager gesammelt, kopiert und die rund 175 Melodien in 90 Ordnern sortiert, die zu den jeweiligen Sangesrunden ausgeteilt werden. Viele Fans haben bereits ihre eigenen Ordner, die sie zu den Veranstaltungen mitbringen.

Der Ablauf der Wirtshaussingen unterliegt stets einer gewissen Routine. Beginn ist um 19.30 Uhr mit dem „Frankenlied“. Anschließend dürfen die Gäste ihre Wünsche anmelden. Die einzelnen Lieder sind nummeriert. Und natürlich darf und soll kräftig mitgesungen werden. Gegen 21.30 Uhr ist Brotzeit angesagt und pünktlich um 23.30 Uhr ist Feierabend mit dem Abschlusslied.

Es soll trotzdem weitergehen

Robert und Hans haben sich bisher immer gemeinsam und persönlich von ihren Besuchern verabschiedet. Zum 30-Jährigen wird nun Robert alleine am Ausgang stehen. Wie der Wirtshaussänger betont, will er die bereits fest zugesagten Termine bis September auch ohne seinen Bruder wahrnehmen. Und wenn es seine Gesundheit zulässt (immerhin ist Robert Treuheit auch schon 77 Jahre alt), möchte er auch ab Oktober alleine weitermachen, versicherte er. Schließlich ist Musik und Gesang sein Leben.

Damit sich alle an die 30-jährige Geschichte der Wirtshaussänger „Robert und Hans“ erinnern können, hat Robert Treuheit eine Bilderausstellung mit rund 200 Fotos konzipiert, die an Stellwänden in Wilhelmsdorf zu besichtigen sind. Die drei Jahrzehnte waren „eine kurze, aber sehr schöne, intensive Zeit mit Musik, Gesang, vielen Gleichgesinnten und gemeinsamen Erlebnissen, Spaß und Freude“, resümiert Robert Treuheit.

Er freut sich schon auf die Jubiläumsveranstaltung am kommenden Freitag, 14. April, und auf viele Fans und Gäste. Beginn im Gasthaus „Brennereistuben“ in Wilhelmsdorf ist natürlich wieder um 19.30 Uhr (Saalöffnung ab 18 Uhr).


Von Gudrun Schwarz
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