ANregiomed-Pläne in Rothenburg: Noch eine Hintertür für die ambulante Kardiologie? | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 27.02.2026 09:33

ANregiomed-Pläne in Rothenburg: Noch eine Hintertür für die ambulante Kardiologie?

Klinikvorstand Dr. Gerhard Sontheimer hat zusammen mit Landrat Dr. Jürgen Ludwig Schritte eingeleitet, um trotz der Ablehnung eine ambulante Kardiologie am MVZ in Rothenburg möglich zu machen. (Archivbild: Jim Albright)
Klinikvorstand Dr. Gerhard Sontheimer hat zusammen mit Landrat Dr. Jürgen Ludwig Schritte eingeleitet, um trotz der Ablehnung eine ambulante Kardiologie am MVZ in Rothenburg möglich zu machen. (Archivbild: Jim Albright)
Klinikvorstand Dr. Gerhard Sontheimer hat zusammen mit Landrat Dr. Jürgen Ludwig Schritte eingeleitet, um trotz der Ablehnung eine ambulante Kardiologie am MVZ in Rothenburg möglich zu machen. (Archivbild: Jim Albright)

Landrat Dr. Jürgen Ludwig möchte unbedingt eine Lösung für eine ambulante Kardiologie am MVZ in Rothenburg erreichen. Das hat er in einer Pressemitteilung ausdrücklich betont. Derzeit werde an mehreren Strängen parallel gearbeitet, erklärte auch Klinikvorstand Dr. Gerhard Sontheimer.

Der Zulassungsausschuss Ärzte Mittelfranken hat Mitte Februar den Antrag auf Errichtung einer ambulanten Kardiologie am ANregiomed-MVZ Rothenburg unter Verweis auf eine Überversorgung abgelehnt. Das paritätisch mit Ärztinnen, Ärzten und Vertretenden der Krankenkassen besetzte Gremium hatte gegenüber der FLZ die Entscheidung mit rechtlichen Bindungen durch die Bedarfsplanung erklärt. Die Höchstquote sei für den Raum Westmittelfranken bereits überschritten.

Widerspruch gegen Ablehnungsbescheid

Gegen den Ablehnungsbescheid wurde mittlerweile Widerspruch eingelegt, betonen Ludwig und Sontheimer. Es werden Anträge für andere Facharztsitze vorbereitet, über die ebenfalls ambulante kardiologische Leistungen angeboten werden könnten, erklärte der Landrat. Außerdem sind die niedergelassenen Kardiologie-Praxen in Westmittelfranken eingeschaltet und um Unterstützung gebeten worden, damit eine Sonderzulassung erreicht werden kann.

Die ambulante Kardiologie sei eine essenzielle Säule des Strategiebeschlusses zur Zukunft von ANregiomed, betonte Ludwig in der Mitteilung einmal mehr. „Es wird weiter hart und gemeinsam daran gearbeitet, dass die ambulante Kardiologie wie geplant in Rothenburg umgesetzt werden kann“, so der Landrat.

Landrat: Behauptete Überkapazität deckt sich nicht mit Lebensrealität

Die angebliche Überkapazität in Westmittelfranken im Bereich Kardiologie „geht eindeutig an der Lebensrealität der Bürgerinnen und Bürger vorbei“, kritisiert Landrat Jürgen Ludwig. „Die Krankenhausreform des Bundes drängt uns zur Ambulantisierung, doch starre Planungsregeln blockieren uns vor Ort. Hier braucht es dringend Systemänderungen.“ Ludwig hat die CSU-Landtagsabgeordneten Andreas Schalk und Helmut Schnotz sowie Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach eingeschaltet und um politische Unterstützung gebeten.

Der Bescheid des Ausschusses, das geht aus einer Pressemitteilung aus dem Landratsamt hervor, zeigt eine Möglichkeit auf, wie ein Arztsitz am MVZ Rothenburg so besetzt werden kann, dass dort ambulante kardiologische Leistungen möglich sind. Es geht wohl darum, andere Arztsitze zu beantragen, über die dann zumindest ein Teil des Angebots abgebildet werden könnte. „Dies ist ein richtiger Schritt, aber eben nur ein Zwischenschritt hin zum vollen Leistungsumfang“, so Ludwig.

Versorgungsauftragt liegt bei der Kassenärztlichen Vereinigung

Parallel dazu hat Klinikvorstand Dr. Gerhard Sontheimer die Beschäftigten von ANregiomed über den Stand der Dinge informiert und darauf hingewiesen, dass der Beschluss des Verwaltungsrates nicht festgelegt hat, dass in Rothenburg eine ambulante Kardiologie kommen wird, sondern eine solche angestrebt wird. „Die Formulierung wurde gewählt, weil allen Beteiligten klar ist, dass der Versorgungsauftrag für eine ambulante Versorgung bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) liegt”, heißt es dort. Sontheimer hat mehrfach in den vergangenen Wochen auf diesen Umstand hingewiesen.

Es sei zwar Widerspruch gegen den Bescheid des Zulassungsausschusses eingelegt worden, doch viel Aussicht auf Erfolg sieht Sontheimer nicht. Auch Sontheimer verweist auf die neuen Anträge, die das Unternehmen gestellt hat, um ambulante kardiologische Leistungen in Rothenburg zu ermöglichen. Eine Entscheidung sei zwischen April und Juni zu erwarten. Parallel werde versucht, einen Sonderbedarf anerkannt zu bekommen.

Demonstration am Sonntag

Mit einer öffentlichen Demonstration am Sonntag, 1. März, um 14 Uhr am Marktplatz in Rothenburg will der Verein Mediroth auf die drohende Gefährdung des ambulanten kardiologischen Angebots aufmerksam machen. Unter dem Motto „Fünf vor Zwölf – Kardiologie in Rothenburg sichern. Jetzt!“ fordern die Veranstaltenden den dauerhaften Erhalt einer wohnortnahen kardiologischen Versorgung.

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