Geld fließt für die AWO-Kurklinik in Bad Windsheim | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 13.10.2025 07:15

Geld fließt für die AWO-Kurklinik in Bad Windsheim

Die AWO-Kurklinik in Bad Windsheim soll saniert und erweitert werden. (Foto: Nina Daebel)
Die AWO-Kurklinik in Bad Windsheim soll saniert und erweitert werden. (Foto: Nina Daebel)
Die AWO-Kurklinik in Bad Windsheim soll saniert und erweitert werden. (Foto: Nina Daebel)

Im August 2023 hatte eine Nachricht für Unsicherheiten und Unmut gesorgt: Damals hatte das Bundesfamilienministerium die bereits zugesagten Fördergelder für die geplante Sanierung und Erweiterung der Bad Windsheimer AWO-Kurklinik „Zur Solequelle”, eine Eltern-Kind-Einrichtung, gestrichen. Nun gibt es gute Neuigkeiten.

Und die lassen die AWO-Verantwortlichen aufatmen. „Die Bauförderung wird fortgesetzt, die Mittel für 2024 konnten gerettet werden”, sagt eine Unternehmenssprecherin auf Nachfrage unserer Redaktion. Für 2025 werde es allerdings eine deutliche Kürzung geben. Außerdem hätten sich die Zuständigkeiten im Verfahren geändert. So sei nun anstelle des Bundesfamilienministeriums das Ministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen zuständig.

Im Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2026 sei dann aber wieder eine leichte Steigerung bei den Zuschüssen vorgesehen – und auch für die Folgejahre seien Gelder eingeplant. „Zu unserem Bedauern hat dieser Bereich aber bisher noch keinen Eingang in das Sondervermögen Infrastruktur des Bundes gefunden. Dafür setzen wir uns weiter ein”, heißt es.

Massive Verzögerungen lassen Kosten steigen

Die Sprecherin betont, wie froh man darüber sei, dass „die Sanierung und Erweiterung unserer Klinik in Bad Windsheim zu den Projekten gehört, deren Förderung weiterhin geplant ist”. Den AWO-Verantwortlichen sei dies seitens des Bundes immer wieder versichert „und durch einen ersten Teil-Bescheid Ende letzten Jahres bestätigt” worden.

Die Nachricht über die gestrichenen Fördergelder in 2023 hatte allerdings weitreichende Folgen: So seien Beauftragungen gestoppt und Alternativen geprüft worden. Zusammengefasst: Das ganze Projekt sei noch einmal gründlich überdacht worden. Auch der eigentlich für Herbst 2023 festgelegte Spatenstich zur Erweiterung der AWO-Klinik in Bad Windsheim war gestoppt worden. „Dadurch kam es zu weiteren massiven Verzögerungen in der Gesamtplanung, was mittlerweile entsprechende Kostensteigerungen nach sich zieht”, so die Sprecherin.

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Fördermittel „extrem wichtig”

Für das Projekt in Bad Windsheim seien die Fördermittel „extrem wichtig”. „Würden wir diese finanzielle Unterstützung des Bundes nicht bekommen, könnten wir die geplante Erweiterung mit anschließender Sanierung des Altbestands nicht aus eigenen Mitteln in dieser Dimension umsetzen”, weil es bislang keine Refinanzierung der Investitionskosten durch die Kostenträger gebe.

Für die AWO-Verantwortlichen bedeuten die bürokratischen Steine, die ihnen in Form der zunächst gestrichenen Gelder in den Weg gelegt worden waren, einen zusätzlichen „enormen organisatorischen und zeitlichen Aufwand”, erklärt Sonja Borzel, Vorstandsvorsitzende des AWO-Bezirksverbandes Ober- und Mittelfranken.

Nachhaltige Perspektive

Ihr Dank gilt in diesem Zusammenhang den Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern auf Bundes- und Landesebene sowie bei der Stadt Bad Windsheim. Sie hätten „trotz aller Rückschläge immer ermutigt, dranzubleiben”. Dafür sei man sehr dankbar. Und umso mehr freue man sich, dass das Projekt „endlich wieder an Fahrt aufnimmt” und dass damit „eine wirklich nachhaltige, positive Perspektive” für die AWO-Klinik „Zur Solequelle” geschaffen werde.

Aktuell wird erwartet, dass der endgültige Förderbescheid für das gesamte Projekt bis Ende des Jahres vorliegt. Dann soll umgehend mit den ersten baulichen Vorbereitungen begonnen werden. Man sei „in allen Punkten vorbereitet und startklar”, heißt es. Der Spatenstich solle nun innerhalb des ersten Halbjahres 2026 erfolgen, die Fertigstellung ist für Herbst 2028 geplant.

Zwei neue Trakte und ein Kinderhaus

Die Erweiterung sieht den Bau von zwei neuen Gebäudetrakten vor. Dadurch soll es möglich werden, die Anzahl der Plätze in der Einrichtung zu erhöhen und neue konzeptionelle sowie therapeutische Wege zu gehen. Es wird ein neues „Kinderhaus” geben, in dem junge Patientinnen und Patienten im Alter von zwei bis 14 Jahren viel Platz für die Betreuung, Therapie sowie für Spiel und Spaß finden. Außerdem ist ein neues Bettenhaus geplant.

Aktuell können jährlich bis zu 600 Mütter mit rund 850 Kindern an einer Kurmaßnahme teilnehmen. Nach dem Umbau werden das Angebot rund 750 Mütter mit etwa 1150 Kindern nutzen können.

Bei der Sanierung des Altbaus der Kur-Klinik steht die Energieeffizienz besonders im Fokus. „Dabei nehmen wir die Bedürfnisse unserer Zielgruppen in den Blick und planen Appartements mit sehr flexiblen Belegungsmöglichkeiten, passend für Einzelpersonen bis hin zu Teilfamilien mit bis zu vier Kindern”, heißt es seitens der AWO.

Gesamtkosten: Rund 21 Millionen Euro

Die Gesamtkosten für die Erweiterung und die Sanierung liegt bei rund 21 Millionen Euro. Finanziert werden soll diese Summe durch die Fördermittel des Bundes und durch Eigenmittel. „Weitere Fördermöglichkeiten haben wir geprüft, allerdings hat sich bislang keine weitere Option ergeben”, so die Unternehmenssprecherin.

Eines betont sie ausdrücklich: Dass der Bedarf an solchen Angeboten, wie sie von der AWO-Klinik in Bad Windsheim umgesetzt werden, „ungebrochen hoch” sei – aufgrund der deutlich gestiegenen physischen und psychischen Belastungen, mit denen Familien in den vergangenen Jahren konfrontiert gewesen seien. Ein Aufenthalt in Bad Windsheim helfe den Familien, neue Kraft zu schöpfen und nachhaltige Strategien für ihren oft herausfordernden Alltag zu entwickeln.

„Als erfahrener Träger in diesem sensiblen Arbeitsfeld setzen wir uns mit Nachdruck dafür ein, dass diese wertvollen Angebote nicht nur erhalten bleiben, sondern auch gezielt weiterentwickelt werden”, betont Borzel. Das Heilbad Bad Windsheim biete mit seinem Spektrum an Gesundheitsangeboten und Strukturen „hervorragende Voraussetzungen” für die AWO-Klinik. Nach der geplanten Erweiterung werde man dort rund 60 qualifizierte Arbeitsplätze schaffen. „Ein Gewinn für die Region als auch für die betroffenen Familien.”

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