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Veröffentlicht am 21.08.2026 11:41, aktualisiert am 21.08.2026 17:16

Auto rast durch Fußgängerzone - Minister spricht von Unfall

Das Auto fuhr laut Polizei mit hoher Geschwindigkeit durch die Fußgängerzone. (Foto: ---/HessenNewsTV/dpa)
Das Auto fuhr laut Polizei mit hoher Geschwindigkeit durch die Fußgängerzone. (Foto: ---/HessenNewsTV/dpa)
Das Auto fuhr laut Polizei mit hoher Geschwindigkeit durch die Fußgängerzone. (Foto: ---/HessenNewsTV/dpa)

Schock und Aufregung im nordhessischen Hofgeismar: Ein Autofahrer raste am Vormittag mit hoher Geschwindigkeit durch die Fußgängerzone und verletzte dabei mehrere Menschen. Wie zuvor die Polizei machte auch Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) am Nachmittag deutlich, dass er keine vorsätzliche Tat sehe. „Nach allen mir vorliegenden Informationen ist in Hofgeismar von einem tragischen Unfallgeschehen infolge eines medizinischen Notfalls auszugehen“, erklärte er laut Mitteilung.

Acht Menschen Verletzt

Nach derzeitigem Ermittlungsstand wurden bei dem Vorfall am Freitagvormittag in der Fußgängerzone acht Menschen verletzt, vier wurden vorsorglich in Krankenhäuser gebracht. Sie hätten Schürfwunden, Prellungen oder Schock davongetragen. Schwere Verletzungen sollen nach bisherigen Informationen bei keinem der verletzten Passanten vorliegen.

Seine Gedanken seien bei den Verletzten „und denjenigen, die durch den Vorfall in Angst und Schrecken versetzt wurden. Ich wünsche ihnen, dass sie schnell und vollständig genesen“, erklärte Poseck. Zugleich bedankte er sich „bei allen, die in Hofgeismar im Einsatz sind und waren, um den Verletzten zu helfen und Unterstützung zu leisten“.

In der Kleinstadt mit knapp 16.000 Einwohnern sorgte der Vorfall für große Aufregung, wie der Hauptamtsleiter der Kleinstadt, Chris Dworak, der Deutschen Presse-Agentur sagte. Sofort sei die Frage aufgekommen, welchen Hintergrund der Vorfall habe. „Hier hat das Telefon nicht mehr stillgestanden.“

Was nach ersten Erkenntnissen passiert ist

Das Auto prallte den Angaben zufolge nach der mehreren Hundert Meter langen Irrfahrt gegen ein Kaufhaus-Schaufenster. Der Fahrer des Pkw wurde von einem Notarzt behandelt. Er sei ins Krankenhaus gebracht worden und befinde sich in einem kritischen Zustand, berichteten die Beamten. 

Passanten hätten zuvor bei dem Fahrer in seinem Auto Erste Hilfe geleistet. Es handelt sich laut Polizei um einen 68 Jahre alten Mann aus Hofgeismar, eine Kleinstadt im Landkreis Kassel mit knapp 16.000 Einwohnern, die rund 25 Kilometer nördlich von Kassel entfernt liegt. 

Umgestürzte Stühle und Warenständer

Das Auto kollidierte laut Fotos auch mit Sitzmöbeln eines Eiscafès, die umstürzten. Auch die Außenständer von Geschäften fielen um, zu sehen sind umgefallene Warenkörbe, die auf der Straße liegen - zusammen mit Sitzpolstern, Geschirr und Spielsachen wie kleine Eimer mit Straßenmalkreiden für Kinder. 

Laut Polizei entstand in der Fußgängerzone hoher Sachschaden, der noch nicht beziffert werden kann. In die Ermittlungen wurde der Polizei zufolge auch ein Gutachter eingebunden.

Polizei und Rettungsdienst eilten mit zahlreichen Einsatzkräften zu dem Ort. In einem Video der „Hessische/Niedersächsischen Allgemeinen“ (HNA) sieht man ein Feuerwehrauto, rot-weiße Absperrbänder und Warnhütchen. 

Was Zeugen berichten

„Zeugen gaben gegenüber den vor Ort eingesetzten Polizisten an, dass ihnen der Autofahrer zuvor an einem Zebrastreifen unweit der Mühlenstraße aufgefallen war“, berichtete die Polizei. Dieser habe „augenscheinlich medizinische Probleme“ gehabt. 

„Als sie den am Steuer sitzenden Mann ansprechen wollten, sei der Mercedes plötzlich mit hoher Geschwindigkeit in die Fußgängerzone gefahren, wo er mehrere Passanten erfasste, mit den Außenständern der Geschäfte kollidierte, gegen das Schaufenster des Kaufhauses fuhr und kurz danach schließlich stehenblieb.“

Kindergärten wurden informiert 

Hauptamtsleiter Dworak sagte, es habe sofort Abstimmungen zwischen Bürgermeister Torben Busse (CDU), dem Stadtbrandinspektor und 1. Stadtrat sowie der Polizei gegeben. Zudem seien die Kindertagesstätten der Stadt vorsorglich informiert worden. Der Vorfall habe sich zu einem Zeitpunkt am Vormittag ereignet, zu dem sich zahlreiche Menschen in der Fußgängerzone aufgehalten haben dürften.

Der Vorfall weckte zunächst Erinnerungen an eine Tat im ebenfalls nordhessischen Volkmarsen - damals, im Februar 2020, steuerte ein Mann absichtlich sein Auto in einen Karnevalsumzug. Mindestens 88 Menschen, darunter 26 Kinder, wurden teils schwer verletzt. Der Fahrer wurde später zu lebenslanger Haft verurteilt.

© dpa-infocom, dpa:260821-930-562119/7


Von dpa
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