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Veröffentlicht am 27.03.2024 16:19

Bad Windsheim: Junge Angler pflanzen Bäume der Zukunft

Rund 150 junge Bäume und Sträucher haben Kinder und Jugendliche des Fischereivereins Bad Windsheim unter Anleitung gepflanzt. (Foto: Katrin Merklein)
Rund 150 junge Bäume und Sträucher haben Kinder und Jugendliche des Fischereivereins Bad Windsheim unter Anleitung gepflanzt. (Foto: Katrin Merklein)
Rund 150 junge Bäume und Sträucher haben Kinder und Jugendliche des Fischereivereins Bad Windsheim unter Anleitung gepflanzt. (Foto: Katrin Merklein)

„Schau, dass die Wurzeln ruhig noch etwas tiefer reinkommen. Genau so.“ Benedikt Schmidt ist beim Wasserwirtschaftsamt Ansbach zuständig für den Gewässerunterhalt. Am Dienstagfrüh hat er mit seinen Kollegen und Stadtförster Sven Finnberg 13 Kinder und Jugendliche des Fischereivereins Bad Windsheim bei der Bepflanzung des Aischflutkanals angeleitet.

„Das ist ein rechter Baatz.“, sagte Sven Finnberg. „Ja, ne gute Pflanzerde ist schon was anderes“, lautete die Antwort von Schmidt. Dennoch kamen die Pflanzhelfer ordentlich voran und waren bis Mittag fertig.

Rund 150 Löcher hatten Wasserbauer David Hirsch und sein Auszubildender Jonas Wagenknecht von der Neustädter Außenstelle des Wasserwirtschaftsamts entlang des Aischflutgrabens östlich und westlich der Staatsstraße zwischen Bad Windsheim und Lenkersheim gegraben und vorbereitet. Vorwiegend Schwarzpappeln, aber auch Hainbuche, Winterlinde und Feldulme hatten die Männer vom Wasserwirtschaftsamt dabei, Spaten, Zwicker, Verbissschutz und Holzpflöcke ebenfalls.

Fünf Mal im Jahr gibt es zusätzlich Wasser

Bei der Auswahl habe man darauf geachtet, dass die Bäume im Klimawandel gut bestehen können. Lange, heiße und trockene Sommer seien Gift für junge Bäume, erklärt Schmidt: „Das ist nicht wie im Hausgarten, dass man täglich mit der Gießkanne vorbei kommt.“ Maximal fünf Mal im Jahr sei eine Bewässerung der Pflanzen vorgesehen.

Mit den ausgewählten, gebietsheimischen Arten habe man besonders in der Nähe von Gewässern gute Erfahrungen gesammelt, erklärt Schmidt. Die Schwarzpappel zum Beispiel sei zwar nicht „der Klimabaum“, aber einigermaßen klimawandelresistent.

Auch Wasser-Schneeball und Pfaffenhütchen

Zusätzlich zu den Bäumen wurden Büsche und Sträucher gepflanzt. Weißdorn, Schlehe, Hundsrose, Wasser-Schneeball, Haselnuss und Pfaffenhütchen setzten die Nachwuchsangler, aufgeteilt in Grüppchen von drei bis vier Kindern und einem Betreuer, in die Erdlöcher. Die Pflanzen haben laut Schmidt einen Wert von rund 1200 Euro.

Franziska Haag, Jugendleiterin beim Fischereiverein, fragte gleich zu Beginn nach dem Verbissschutz, der sei dringend notwendig, schaue man sich an, was der Biber an der Aisch mittlerweile für Schäden angerichtet habe. Freilich hatten die Experten daran gedacht, und die jungen Bäume wurden im Anschluss durch Plastikrohre geschützt, vor Fegeschäden durch Wild und Biberverbiss, wie Schmidt erläuterte.

Den Biber immer sofort als Schuldigen zu sehen, das wollte Bürgermeister Jürgen Heckel, nicht so stehen lassen. Er war mit ein paar Stadträten und Birgit Grübler, der Leiterin der Kur- Kongress-, und Touristik GmbH, die die Brötchen für das Vesper besorgt hatte, zu Beginn des Pflanztermins für ein Foto und zur Begrüßung der Helfer gekommen. Mehrere Faktoren hätten zur schwierigen Situation beigetragen, unter anderem auch der Klimawandel, so Heckel. Er erinnere sich noch an Spaziergänge entlang der Aisch bis Oberndorf, als noch alles voller Bäume und Büsche stand. Das habe sich in den vergangenen 20 Jahren gewaltig geändert, es sei „beängstigend. Da steht noch ein Baum, wo früher links und rechts alles voll war. Wer den Klimawandel immer noch leugnet, der lügt sich was vor.“

Seit vier oder fünf Jahren kämpfe Heckel dafür, neue Bäume zu pflanzen, wo es gehe. In Stadtförster Sven Finnberg habe er da einen sehr guten Unterstützer gefunden, der nicht „nur Jäger, sondern vor allem Schützer“ sei. Er freue sich besonders, dass seinem Aufruf so viele Jugendliche und Kinder des Fischereivereins gefolgt sind. „Na logisch sind wir da dabei“, betonte Haag. Die Bäume seien nicht nur dringend notwendige Schattenspender für die Fische im Sommer, sondern wichtig für das gesamte Fauna-System.

Heckel denkt an die nächsten Generationen

Heckel betonte: „Ich darf als Bürgermeister nicht nur an meine Generation denken. Ihr setzt heute ein Zeichen für die nächste Generation. Ihr tut was Gutes, ich bin stolz auf euch, auf euch kann man bauen.“ Freikarten fürs Freibad versprach er den Kindern und Jugendlichen für einen schönen Sommertag. Gegenüber dem Wasserwirtschaftsamt äußerte der Bürgermeister den Wunsch, dass diese „tolle Aktion nur der Auftakt einer großen Aktion ist, die nun jedes Jahr stattfindet.“

Schmidt betonte, dass man sich das schon vorstellen könne, bei einer solch „hochmotivierten Fischerjugend, wir haben genügend Flächen.“ Heckel hofft, dass die fleißigen Pflanzhelfer, die alle seine Enkel sein könnten, in vielen Jahren einmal am Flutgraben, an „ihrem Baum sitzen. Das ist euer Baum der Zukunft.“


Katrin Merklein
Katrin Merklein
Redakteurin
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