Beim ersten Auftritt in der neuen Heimspielstätte lief es für den DC LaBamba wie aus einem Guss. Den Bad Windsheimer Dartern gelangen zwei weitere Siege in der Südgruppe der 1. Bundesliga gegen den DC Urbach (8:4) und die Hawks Vilsbiburg (9:3).
Erster Stock im Bonifatiushaus. Früher gehörte das Gebäude der katholischen Kirche. Jetzt freuen sich die Darter des DC La Bamba über jeden Gast, der sich für ihren Sport interessiert. Es ist kurz vor 12 Uhr am Mittag. Ein Mix aus Anspannung, freudiger Erwartung und Neugier ist beim Betreten des Saals zu spüren.
Die Spieler spulen ihr Aufwärmprogramm ab. Von jungen Talenten über erfahrene Amateure bis hin zum Profi ist alles dabei. Leute wie Daniel Klose oder Kai Gotthardt, die man aus dem Fernsehen kennen könnte, laufen herum, als ob sie gar nicht dazu gehören würden. Stars zum Anfassen.
Es finden sich nicht nur Fans ein, sondern auch interessierte Zuschauer, die vor allem Fragen haben. Bad Windsheim ist zwar eine Darthochburg, aber die meisten Windsheimer sind keine Dartexperten. Acht Einzel, dann vier Doppel. Wer gegen seinen Gegner vier Sätze (Legs) gewinnt, holt einen Punkt für sein Team. Leuchtet ein. Im Hintergrund läuft Musik.
In den ersten beiden der acht Einzel mussten Rückkehrer Justin Paul und Youngster Andreas Bienert an die Bretter. Ihre Gegner gewannen jeweils das erste Leg. Doch die Gastgeber kämpften. Als Bienert zum 1:1 ausglich, brandete im Saal erstmals Jubel auf.
Richtig laut wurde es, als Bienert mit einer Doppel-20 seinen 4:3-Sieg gegen Ralf Kahl perfekt machte. Auch Paul gewann noch 4:3, da Urbachs Sven Jordan mehrfach die Nerven versagten. Es blieb eng. Kevin Sauer gewann ebenfalls 4:3. Im 4. Leg gelang ihm ein Highfinish von 170. Eine Seltenheit. Noah Röschlein verlor nach sieben Legs. Doch es folgten Daniel Di Sante und der ehemalige Tourspieler Daniel Klose, die erwartungsgemäß klar gewannen. 5:1 für Bad Windsheim.
Lukas Fraulob hätte Dominic Ferrero eigentlich schlagen müssen, weil der mehrfach nicht zumachen konnte. Doch es reichte nicht. Schließlich sah sich Marvin Kraft „The Tunnel” Kai Gotthardt gegenüber. Ein Berg von einem Mann, der 2024 bei der Weltmeisterschaft dabei war und nun als Profi auf der Tour unterwegs ist. Heute Bad Windsheim statt England. Kraft kämpfte, sein 80er-Average reichte aber nicht gegen Gotthardts 85,0 (2:4).
Somit ging es mit 5:3 für Bad Windsheim in die Doppel. Die Gastgeber waren positiv gestimmt, eigentlich kann nichts schiefgehen, meinten sie. So kam es auch. Röschlein und Klose spielten einen 90er-Average und siegten 4:1. Sauer und Paul gelang es haarscharf, das Gotthardt-Doppel zu schlagen. Am Ende schlug Bad Windsheim den DC Urbach 8:4. Kraft sagte: „Wir sind den Erwartungen gerecht geworden. Aber gerade die ersten Spiele waren knapp. Es hätte auch enger werden können.”
Nach ein paar Stunden Pause ging Bad Windsheim mit Selbstvertrauen ins Abendspiel gegen Vilsbiburg. Die Niederbayern hatten am Nachmittag Urbach 6:4 geschlagen. Auch ohne Daniel Klose, der abends privat verhindert war, zählte für die Gastgeber nur ein Sieg.
Der Start war heikel. Der für Klose ins Team gerückte Niklas Lande musste gegen Vilsbiburgs besten Spieler Bruno Stöckli den Punkt abgeben. Bei Bienert ging es gegen Tomas Harmacek hin und her. Der Windsheimer lag schon 2:3 zurück, gewann aber noch mit Glück. Das war wichtig, sonst hätte der DC LaBamba einem 0:2-Rückstand nachlaufen müssen.
Aber mit dieser Grundlage legten die Gastgeber los. Sie gewannen fünf der übrigen sechs Einzel, teilweise klar. Nach zwei Doppelsiegen war der nächste Erfolg eingetütet. Am Ende stand ein 9:3 für Bad Windsheim, das nun Tabellendritter ist.
Kapitän Kraft fasste zufrieden zusammen: „Es ist heute gelaufen, wie wir es uns erhofft hatten.” Platz 2 oder 3 in der Südgruppe sei absolut realistisch, womit das Ziel – die Qualifikation am Bundesliga-Finale – geschafft wäre. Sein Co-Kapitän Fraulob blickte ebenfalls positiv auf die weiteren Spiele: „Wir haben gesehen: Wir haben ein Team zusammen, das jeden schlagen kann.”
La Bamba – Urbach 8:4.- Ergebnisse: Paul – Jordan 4:3, Bienert – Kahl 4:3, Sauer – Koch 4:3, Röschlein – Lindour 3:4, Di Sante – Gkoutrakis 4:2, Klose – Dreilich 4:1, Kraft – Gotthardt 2:4, Fraulob – Ferrero 3:4, Sauer/Paul – Gotthardt/Kahl 4:3, Röschlein/Klose – Ferrero/Dreilich 4:1, Kraft/Fraulob – Lindour/Koch 2:4, Bienert/Di Sante – Jordan/Gkoutrakis 4:1.
Vilsbiburg – LaBamba 3:9.- Ergebnisse: Harmacek – Bienert 3:4, Stöckli – Lande 4:2, Spomer – Röschlein 3:4, Huber – Sauer 1:4, Stütz – Kraft 2:4, Bauer – Paul 4:2, Hranek – Fraulob 3:4, Brandstetter – Di Sante 0:4, Bauer/Spomer – Lande/Rauch 3:4, Stöckli/Stütz – Paul/Röschlein 2:4, Hranek/Harmacek – Kraft/Fraulob 4:2, Huber/Brandstetter – Bienert/Di Sante 3:4.