„Bambi Fuchs – MordsHunger”: Neues Stück fürs Bad Windsheimer Theater in der Stadt | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 07.04.2026 07:00

„Bambi Fuchs – MordsHunger”: Neues Stück fürs Bad Windsheimer Theater in der Stadt

Das 16-köpfige Ensemble freut sich schon jetzt auf die Premiere.  (Foto: Nicole Paskow)
Das 16-köpfige Ensemble freut sich schon jetzt auf die Premiere. (Foto: Nicole Paskow)
Das 16-köpfige Ensemble freut sich schon jetzt auf die Premiere. (Foto: Nicole Paskow)

Mit seinem neuen Stück wagt Levent Özdil gleich in mehrfacher Hinsicht etwas Neues: Nicht nur, dass „Bambi Fuchs – MordsHunger” die erste Krimikomödie ist, die der Initiator des Bad Windsheimer Theaters in der Stadt geschrieben hat. Nein, erstmals steht Özdil auch selbst bei einem Stück aus seiner Feder auf der Bühne.

Bei dem Stück „Die lustigen Weiber von Windsa” war Özdil einmal eingesprungen, als ein Darsteller ausgefallen war. Dieses Mal gehört er aber von Anfang an fix zum Ensemble. Ursprünglich hatte Özdil sich nicht auf der Bühne gesehen. Denn wer soll das Stück dann inszenieren? Eine Doppelrolle, die sich durchaus als Herausforderung entpuppte und nicht immer ganz leicht sei, gibt der Schauspieler offen zu.

„Wenn ich mich aufs Inszenieren konzentriere, kann ich mich nicht aufs Spielen fokussieren. Und wenn ich mich aufs Spielen konzentriere, bekomme ich nicht so gut mit, was die anderen so machen”, sagt Özdil. Wenngleich er jemanden habe, der von außen draufschaut und ihm selbst Rückmeldung gibt. „Es ist einfach eine neue Situation. Ich hab’ das so noch nie gemacht.”

War es ein natürlicher Tod oder doch Mord?

„Bambi Fuchs – Mordshunger” spielt in einem Gasthaus, in dem an einem Morgen ein Toter aufgefunden wird. Aber war es ein natürlicher Tod? Oder wurde er doch umgebracht? Weil der Fall für die lokale Polizei eine Nummer zu groß ist, wird Privatermittler Bambi Fuchs, den Özdil spielt, beauftragt. Ein Polizist außer Dienst, der eine Vorgeschichte hat und nur noch für besondere Fälle eingesetzt wird. „Er hat eine etwas andere Art der Ermittlung”, erzählt der Schauspieler.

Der Name „Bambi Fuchs” entstand bei einem Familienessen, erzählt Özdil. Nach und nach reifte dann alles andere. Im Stück selbst wird auch erklärt, warum der Ermittler so heißt. Dass Levent Özdil selbst den Ermittler verkörpern wird, war schon klar, als die Idee zu der Figur entstand. Zum Tragen sollte sie aber ursprünglich in einem Kurzfilm kommen. Nun wurde eben ein Stück daraus. Bambi Fuchs sei eine „tolle Figur, die sehr schräg” ist, findet Özdil.

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Ganz neue Erfahrungen

Auch die Erfahrung, einen Krimi zu schreiben, war für ihn neu. „Das war dieses Mal ein ganz anderer Entstehungsprozess, der aber sehr angenehm war.” Von Anfang an musste klar sein, was vorgefallen ist. Rückwärts musste er dann erzählen, was der Ermittler langsam herausfindet. „Das Motiv für das, was da passiert, hat sich erst entwickelt.” Mit dem Ergebnis ist Özdil aber sehr zufrieden. Überraschen würde ihn indes, wenn jemand vorab schon erraten würde, was vorgefallen ist und wie es zu dem Todesfall kam.

16 Figuren tauchen in dem Stück auf: von der Wirtin über den Lokalpolitiker bis hin zum Teilzeit-Stripper und zur Bürgermeisterin. „Eine Figur ist ein wenig die Metaebene: die Verwalterin des Jenseits”, sagt Özdil. Sie taucht auf, weil beim Abschlussbericht zum Toten quasi auf dem Weg ins Jenseits etwas schiefgelaufen war.

Besondere Konstellation im Saal

Gezeigt wird das Stück in der Zunfthalle am Ochsenhof in Bad Windsheim, dem Vereinsheim der Wagnertanzgilde 1560 mit Spielmanns- und Fanfarenzug. Gespielt wird nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Saal selbst. Die Zuschauerinnen und Zuschauer nehmen auf drei Seiten in U-Form Platz. „Wir müssen schauen, dass wir uns so bewegen, dass alle Gäste eine gute Sicht haben, und nicht zu lange mit dem Rücken in eine Richtung gespielt wird.”

Bei der Gestaltung des Bühnenbilds und der Requisiten haben vor allem Lena und Marion Schneller viel Engagement gezeigt. Beide sind auch in der Krimikomödie zu sehen. Eigentlich versucht Özdil, den Aufwand dafür möglichst gering zu halten. „Dieses Mal ist es aber sehr kleinteilig geworden. Vom Aquarium bis zum Schnitzel, das gebraten werden muss, weil es im Stück gegessen wird.”

Drei weitere Teile von Bambi Fuchs sollen in den nächsten Jahren folgen. In ihnen wird der Ermittler unterschiedliche Fälle lösen. Teil vier soll dann den Abschluss bilden. Özdil will auch die Folgeteile schreiben und den Ermittler spielen, hält es aber für möglich, dass jemand anderes sie inszeniert. Möglicherweise auch ein Ensemblemitglied. „Ich sehe da schon Potenzial.”

Hexenverbrennung und Instagram

Das Herbststück des Theaters in der Stadt, das sich mit der Hexenverfolgung und Hexenverbrennung in Bad Windsheim auseinandersetzt, stammt erstmals nicht aus der Feder von Levent Özdil. Lena Schneller fuchste sich in die Thematik ein. Sie schreibt das Stück, das den Namen „Stimmen der Asche” trägt. Özdil werde es anschließend mit ihr dramaturgisch überarbeiten. „Genau darum geht es mir: Dass sich im Verein kreative Menschen zeigen, die Lust haben, sich zu verwirklichen.”

Starten will man im Herbst zudem mit einem neuen Format: dem „Offline-Insta im Ochsenhof – Live-Scrolling nur für euch”. Ein Abend soll dabei von unterschiedlichen Kreativen gestaltet werden, die sich vorab anmelden. Alle bekommen eine gewisse Zeitspanne, in der sie auf der offenen Bühne zeigen können, was sie wollen. „Du kannst ein Ei braten, einfach nur dastehen oder dem Publikum von deinem Tag erzählen. Da kann alles passieren.” Ähnlich wie beim Scrollen durch Instagram. „Man weiß nie, was man als Nächstes bekommt.”

Die Premiere von „Bambi Fuchs – MordsHunger” findet am Freitag, 10. April, statt. Weitere Vorstellungstermine sind für 11., 12., 17., 18., 19., 23. und 24. April angesetzt. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Tickets gibt es online unter pretix.eu/theater-in-der-stadt/BFVMuF/


Anna Franck
Anna Franck
Redakteurin im Online-Team
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