Zu einer Baumfällaktion in Mitteleschenbach (Landkreis Ansbach) meldet sich Bürgermeister Stefan Bußinger zu Wort. Die Maßnahme am Weiher am Moosbachgrund kritisierten Anwohner und die zweite Bürgermeisterin Kerstin Seitz-Knechtlein vorher heftig.
Wie Bürgermeister Bußinger jetzt feststellt, befand sich ein Großteil der gefällten Bäume auf privatem Grund. Auf kommunaler Fläche seien es nur vier gewesen, und es sei Gebüsch weggenommen worden.
Was zwei dieser Bäume betrifft, nennt der Rathauschef sie von innen verfault und führt Sicherheitsgründe an. Sie zu entfernen, sei unstrittig gewesen. Ein Gutachter habe die entsprechenden Bäume am Ufer unter die Lupe genommen: eben mit diesem Urteil.
Bei den weiteren zweien sei es eigentlich bloß darum gegangen, sie zurückzuschneiden. Weshalb auch sie jetzt weg sind, ist nicht geklärt.
Mit Blick auf das entfernte Gebüsch führt das Gemeindeoberhaupt an, dass die Kommune zum Weiher einen freien Zugang benötige. Bei dem Gewässer bestehe das Risiko, dass es verlande. Außerdem diene es als Vorfluter.
Das Oberflächenwasser aus der Siedlung am Moosbachgrund, mit Trennsystem in der Kanalisation, ströme hinein. Den Weiher müsse man aus diesem Grund hie und da entschlammen. Der Bürgermeister weist auf die Unterhaltspflicht seiner Kommune hin.
Wie er versprach, richtet man das Gelände wieder her. Die Bediensteten der Kommune hätten in der vergangenen Woche am Mittwoch gearbeitet. Am Freitag und am Samstag schließlich hätten auf Privatgrund im hinteren Bereich des Weihers Baumfällungen stattgefunden.
Gemäß den Angaben Bußingers ist das aus rechtlicher Sicht nicht zu beanstanden. Die Kommune verfügt nicht über eine Baumverordnung, wie er darlegt.
Rückblende zu einem Ortstermin am vorigen Samstagmittag: „Das ist Raubbau an der Natur!“ Immer wieder schüttelte Kerstin Seitz-Knechtlein ungläubig den Kopf und blickte auf die frischen Baumstümpfe und die abgerissenen Weiden rund um den Weiher am Moosbachgrund.
Von Anwohnern informiert, machten sich neben der stellvertretenden Rathaus-Chefin weitere Vertreter des Gemeinderats sowie Bürgermeister Stefan Bußinger auf den Weg zum Weiher
„Als hätte eine Bombe eingeschlagen“, formulierte es Anwohnerin Ursula Hagen, der angesichts des Kahlschlags „das Herz blutet“. Auch Susanne Krank, die direkt neben dem Weiher wohnt, stand das Entsetzen ins Gesicht geschrieben. „Das hier war ein richtiges Biotop, eine echte Idylle!“
Laut ihren und den Aussagen weiterer Anwohner waren der Weiher und seine Umpflanzung Lebensraum für zahlreiche Tiere: Ringelnatter, Fledermäuse, Igel, Eichhörnchen und viele mehr wurden aufgezählt. Sogar einen Biber habe es gegeben, von dessen Bau sei ebenfalls nichts mehr übrig.
„Wir kämpfen doch eigentlich um jeden Baum“, hieß es von den Gemeinderäten. Für sie steht fest, dass rund um den Weiher zügig wieder aufgeforstet werden muss, um diesen schützenswerten Lebensraum und Erholungsort für Tier und Mensch zurückzugewinnen.
Bürgermeister Bußinger betont übrigens, dass es an der Stelle keinen Biber gebe. Laut seinen Worten bestand im Weiher kein Bau: überhaupt nicht am Einlauf. Stattdessen wandere immer wieder einmal ein Biber durch. Zum bisher letzten Mal sei dies im im Oktober geschehen. Jedoch befinde sich das Tier hier nicht mehr.