Bayerns Dialektpreis für Kapelle Bomhard: Freche Poesie aus Dietenhofen | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 24.07.2024 17:38

Bayerns Dialektpreis für Kapelle Bomhard: Freche Poesie aus Dietenhofen

Botschafter für moderne fränkische Volksmusik ist die Kapelle Bomhard aus Dietenhofen, die dafür von Heimatminister Albert Füracker am Dienstag den Dialektpreis verliehen bekam. (Foto: StMFH/Florian Graser)
Botschafter für moderne fränkische Volksmusik ist die Kapelle Bomhard aus Dietenhofen, die dafür von Heimatminister Albert Füracker am Dienstag den Dialektpreis verliehen bekam. (Foto: StMFH/Florian Graser)
Botschafter für moderne fränkische Volksmusik ist die Kapelle Bomhard aus Dietenhofen, die dafür von Heimatminister Albert Füracker am Dienstag den Dialektpreis verliehen bekam. (Foto: StMFH/Florian Graser)

Dass die Kapelle Bomhard den Dialektpreis 2024 erhalten würde, war bereits seit einigen Tagen bekannt. Am Dienstag folgte schließlich die offizielle Preisverleihung in der Landeshauptstadt. Dort fand Heimatminister Albert Füracker viele lobende Worte für das Trio aus Dietenhofen.

„Unsere bayerischen Dialekte sind nicht nur Muttersprache in ihrer ursprünglichsten Form, sondern auch Ausdruck von Tradition, Heimatverbundenheit und Regionalität: Sie verbinden Menschen in ganz Bayern und schaffen ein Gefühl von Vertrautheit und Geborgenheit“, erklärte Füracker. Die beeindruckende Dialektvielfalt zähle zum kulturellen Erbe Bayerns und präge die Art und Weise, wie miteinander kommuniziert werde.

Botschafter für moderne fränkische Volksmusik

„Unsere Preisträgerinnen und Preisträger setzen sich besonders für die Stärkung, Pflege und Erforschung der regionalen Mundarten ein“, freute sich der Finanz- und Heimatminister laut einer Pressemitteilung bei der Preisverleihung am Dienstag in der Allerheiligen-Hofkirche in München.

Für den Regierungsbezirk Mittelfranken ging die Auszeichnung diesmal an die Kapelle Bomhard aus Dietenhofen. Die drei Brüder Georg, Heiner und Johannes Bomhard aus dem Landkreis Ansbach sind laut der Mitteilung seit 2017 als Trio Botschafter für moderne fränkische Volksmusik auf höchstem Niveau unterwegs.

Die Kapelle kombiniere ihre ganz persönlichen fränkischen Liedtexte mit klassischen, aber neu interpretieren Volksmusikmelodien: Dabei seien die Lieder mal fränkisch frech, mal poetisch, mal melancholisch oder verträumt lyrisch und von tiefgründigem Humor.

Kapelle Bomhard spielte zuletzt am Edzerdla-Festival

Das Trio hat bisher die drei Alben „Herbstgalopp“, „Heimat, du Rindviech“ und aktuell „Etz is Etz“ veröffentlicht. Zudem treten sie in ganz Franken auf, wie 2023 zum Tag der Franken in Bad Windsheim, bei der Sendung Wirtshausmusikanten des BR oder vor kurzem beim Mundartfestival Edzerdla in Burgbernheim.

Der vom bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat seit 2017 verliehene und mit je 1000 Euro dotierte Dialektpreis Bayern würdigt besondere regionale Verdienste im Bereich der Dialektpflege und -forschung.

Pro Regierungsbezirk ist grundsätzlich jährlich eine Auszeichnung vorgesehen, zusätzlich gibt es einen Preis für die sudetendeutsche Mundartpflege. Die Vorschläge für die Preisträgerinnen und Preisträger wurden im Vorfeld von den bayerischen Bezirksheimatpflegerinnen und Bezirksheimatpflegern eingereicht.

Weitere Preise an Radiosender und Schauspieler

Neben der Kapelle Bomhard gingen die weiteren Preise an Stefan Frühbeis als Chef des Digitalradiosenders BR Heimat (Oberbayern), den Liedermacher, Schauspieler und Kabarettist Mathias Kellner (Niederbayern), die Mundart-Autorin Grete Pickl (Oberpfalz), die Regisseurin und Schauspielerin Hilde Ruß (Oberfranken), die Dialektgruppe des Männergesangvereins 1906 Erlabrunn (Unterfranken) und den Schwäbischen Dialektkurs für Ärztinnen und Ärzte an den Kliniken Mindelheim und Ottobeuren. Den Preis für Sudetendeutsche erhielt Mundartsprecher Thomas Schönhoff.

Erstmalig wurde in diesem Jahr zusätzlich der mit 1000 Euro dotierte Dialektpreis Jugend an zwei junge Menschen verliehen, die Dialekt modern aufbereiten und dadurch andere junge Menschen motivieren, Dialekt zu sprechen und wertzuschätzen. Für den Dialektpreis Jugend konnten sich junge Menschen beim Heimatministerium bewerben, die mindestens zehn und höchstens 27 Jahren alt sind.

Die Nachwuchs-Auszeichnung ging an Anna Augustin aus Diepersdorf im Kreis Nürnberger Land für ihre fröhlichen, lebhaften und erfrischenden Videos zum fränkischen Dialekt auf Instagram und YouTube und an den oberbayerischen Jungkoch Noah Hansen.


Philipp Zimmermann
Philipp Zimmermann
Redakteur für Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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