Angesichts des Niedrigwassers in Europas Flüssen mit erheblichen Auswirkungen auf den Gütertransport hat sich Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter für einen raschen Ausbau der Donau ausgesprochen. Bernreiter verteidigte die umstrittenen Absichten, den Fluss „zur Verbesserung der Abladetiefe“ auszubaggern.
Ein verbesserter Hochwasserschutz werde dabei mitgedacht, sagte der CSU-Minister nach einer Bund-Länder-Abstimmung mit seinen Ressortkollegen aus den anderen Bundesländern sowie Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU). Der Freistaat Bayern trage ein Drittel der Kosten nach Abzug der EU-Förderung.
Bereits für den Ausbau des Abschnittes zwischen Deggendorf und Straubing seien inklusive Hochwasserschutz 311 Millionen Euro vom Freistaat geflossen. Unter anderem wurden 400.000 Kubikmeter Flussgrund abgetragen, aber auch neue Buhnen angelegt, die das Wasser in die Fahrrinne leiten sollen. Jetzt folgt der nächste Abschnitt für den Bereich zwischen Deggendorf und Vilshofen.
Kritik an den Absichten kam postwendend von Naturschützern. Der Geschäftsführer des bayerischen Landesbundes für Vogel- und Naturschutz, Helmut Beran, betonte, die Verkehrsminister würden lediglich Symptome des Klimawandels bekämpfen – mit unwägbaren Risiken für Natur und Wirtschaft. „Die Klimakrise verändert unsere Flüsse – und darauf muss sich die Schifffahrt einstellen. Die Schiffe müssen an die Wasserstraßen angepasst werden, nicht umgekehrt“, betonte Beran. „Die Bauprojekte dauern viele Jahre, während Extremwetter und sinkende Wasserstände den technischen Lösungen längst davonlaufen. Tiefer bedeutet nicht mehr Wasser in den Flüssen“, argumentierte er.
Auch Bernreiter erklärte, die Binnenschifffahrt müsse mehr Schiffe mit weniger Tiefgang einsetzen. Dafür brauche es Förderprogramme von Bund und EU. Die Binnenschifffahrt müsse erhalten und attraktiv gemacht werden. Ein 110 Meter langer Lastkahn könne 150 Lkw-Ladungen ersetzen.
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