Ein verbessertes Angebot für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im nordöstlichen Landkreis Ansbach soll für zusätzliche Nachfrage sorgen. Neben dem Schülerverkehr wurde der Bedarf von Berufspendlern und Bürgern bei der Erreichbarkeit von Alltagszielen stärker berücksichtigt.
Vor einem guten Monat hat eine Beratungsfirma dem Landkreis noch ein „sehr niedriges Angebotsniveau“ in Sachen öffentlicher Nahverkehr attestiert. Nun kommen erste Verbesserungen. Überarbeitete Buslinien im Nordosten des Landkreises sollen im neuen Jahr das ÖPNV-Angebot aufpeppen.
Die Details stellten Landrat Dr. Jürgen Ludwig, Heilsbronns Bürgermeister Dr. Jürgen Pfeiffer – er ist auch Kreisrat – und Vertreter regionaler Verkehrsunternehmen gestern vor. Insbesondere soll es künftig mehr Fahrten und einen besseren Takt auf den einzelnen Linien geben. Die Busfahrpläne wurden dem Zugverkehr am Bahnhof Heilsbronn angepasst. Aufgrund direkter Fahrtwege sollen sich die Fahrzeiten verkürzen.
Die meisten Busse fahren künftig an allen Tagen und nicht nur zu den Schulzeiten. Fahrgastinformationen können in Echtzeit im Internet abgerufen werden, beispielsweise beim Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN). Auf den Linien sind barrierefreie und fast ausschließlich neue Fahrzeuge im Einsatz, die über kostenloses Wlan verfügen, heißt es. Rufbusse sollen in Kürze auch über die VGN-App vorbestellt werden können.
Der nordöstliche Landkreis wird über elf Buslinien erschlossen. Diese werden zum Teil eigenwirtschaftlich, zum Teil aber auch gemeinwirtschaftlich betrieben. Letzteres bedeutet, dass der Landkreis Ansbach hier Mittel zuschießt. Der Landrat stellte die Neuerungen beim Ortstermin am Bahnhofsvorplatz in Heilsbronn vor, den auch die Busse ansteuern. Bürgermeister Pfeiffer drückte seine Hoffnung aus, dass das Angebot mit seinen Verknüpfungen zwischen Bus und Bahn von der Bevölkerung gut angenommen wird. Wie solle man sonst die hohen Kreis-Ausgaben für diesen Bereich rechtfertigen, fragte er.
Der Landrat machte an drei Beispielen die Verbesserungen bei der Personenbeförderung deutlich. Auf der Linie 711 von Ansbach über Lichtenau und Neuendettelsau nach Heilsbronn wird innerhalb der Hauptverkehrszeit das Angebot zum Stundentakt verdichtet und die Fahrtzeiten werden in die Abendstunden ausgeweitet.
Zwischen Frankendorf, Weihenzell, Bruckberg, Wustendorf, Großhaslach und Heilsbronn (Linie 715) gibt es zusätzliche Fahrtenpaare (Hin- und Rückfahrmöglichkeit). Dies gilt auch für die Linie 718 (Dietenhofen, Steinbach, Großhaslach, Ansbach). Es gibt also insgesamt mehr Fahrten und der Bus verkehrt dann auch samstags. Auf dieser Linie fährt auch ein Kleinbus mit Anbindung an das neue Baugebiet in Dietenhofen. Dort wurde eine gut erreichbare Bushaltestelle eingerichtet.
Vier Verkehrsunternehmen mit Sitz in Heilsbronn, Windsbach, Sachsen bei Ansbach und Weißenburg unterstützen den Landkreis im Nordosten bei der Verbesserung des ÖPNV. Sie haben sich den neuen Gegebenheiten angepasst und in die Digitalisierung investiert. Aktuell leidet aber auch die Busbranche unter Fachkräftemangel und hohen Spritpreisen.
Der Personennahverkehr im Landkreis Ansbach besteht aus insgesamt 87 Buslinien und über 1900 Bushaltestellen. Zugleich befinden sich mit der Eisenbahnhauptstrecke Treuchtlingen-Ansbach-Würzburg, der IC-Linie Stuttgart-Ansbach-Nürnberg sowie dem S-Bahn-Netz des VGN im Landkreis 16 Bahnstationen.